Evangelischer Kirchenkreis Eschwege feierte Neujahrsempfang

Die Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde, Sieglinde Repp-Jost, Dekan Dr. Martin Arnold, Festredner Professor Johannes Schilling und Präses Ludger Arnold. Foto: Renneberg

Das Reformationsjubiläum bestimmte den Neujahrsempfang des Ev. Kirchenkreises. Dabei hob Dekan Martin Arnold auch den ökumenischen Gedanken hervor.

Eschwege. Ein interessanter Vortrag, gute Musik und viele spanndende Gespräche - so feierte der Evangelische Kirchenkreis Eschwege am Mittwochabend seinen Neujahrsempfang in der Eschweger Marktkirche.

Dazu begrüßte Dekan Dr. Martin Arnold unter anderem Pröbstin Katrin Wienold-Hocke, seine Witzenhäuser Amtskollegin Ulrike Laakmann und Dechant Mario Kawollek von der katholischen St.Elisabeth-Gemeinde, die Landtagsabgeordneten Sigrid Erfurth und Dirk Landau, Landrat Stefan Reuß und den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann, die Bürgermeister Alexander Heppe (Eschwege), Jochen Kistner (Wehretal), Thomas Eckhardt (Sontra), Wilhelm Gebhard (Wanfried) und Burkhard Scheld (Herleshausen) sowie zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik, Verwaltung und Institutionen aus dem Gebiet des Kirchenkreises.

Der Festvortrag beleuchtete passend zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg das Thema "Reformation - Impulse für die Gesellschaft". Dafür konnte Johannes Schilling, Präsident der Luther-Gesellschaft und Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, gewonnen werden. Für ihn war der Auftritt ein Heimspiel. Der gebürtige Hesse lebte selbst einige Jahre im Werra-Meißner-Kreis, seine Ehefrau war bis 1993 Pfarrerin in Reichensachsen.

Welche Impulse bietet die Reformation für die Gegenwart?

"Die Reformation ist für die Gegenwart so bedeutend wie kaum ein anderes Ereignis der älteren Geschichte", betonte Schilling zu Beginn seines Vortrags. Luthers zentrale Frage sei gewesen: "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott, und wie komme ich mit mir selbst ins Reine?" Seine Schlussfolgerung, dass nicht das eigene Handeln ausschlaggebend sei, sondern der Glaube an das Wort Gottes, sei gerade vor dem Hintergrund unserer heutigen Leistungsgesellschaft hochaktuell, sagte Schilling. Zudem habe die Reformation das Verhältnis von Kirche und Staat neu bestimmt und so über den Augsburger Religionsfrieden von 1555 zur religiösen Neutralität des Staates und zur Trennung von kirchlicher und staatlicher Gewalt geführt. "Gewalt mit Gott und Glaube zu begründen, hat noch nie lebensdienliche Folgen gehabt", merkte Schilling unter Verweis auf die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts an. Zudem hob der Theologe die Reformation als Bildungsbewegung hervor, die die Selbstständigkeit der Menschen gefördert habe.

Der Vorsitzende der Kirchenerhaltungsstiftung des Kirchenkreises, Andreas von Scharfenberg, nahm das Reformationsjubiläum überdies zum Anlass, für mehr Ökumene zu werben. "Da ist noch Luft nach oben", sagte von Scharfenberg. Er überreichte Vertretern der jeweiligen Kirchengemeinden Förderbescheide in Höhe von insgesamt 24.200 Euro für die Verbesserung der Beleuchtung in der Kirche zu Berneburg, für die Erneuerung und Renovierung der Kirchenfenster in der Kirche zu Mitterode, für die Sanierung und Generalüberholung der Orgel in der Ulfener St. Johanniskirche und die Erneuerung des Treppenaufgangs zur Nonnenempore der Klosterkirche Germerode. Kirchen seien nicht nur Gotteshäuser, sondern Kulturdenkmale, die es zu erhalten gelte, betonte von Scharfenberg und warb um Unterstützung für die Stiftung.

Nach dem offiziellen Teil blieben die Besucher noch eine ganze Weile beisammen, tauschten sich aus und stießen auf das neue Jahr an. Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang von der Gruppe Gospelsounds aus Mühlhausen.

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