Die Beruflichen Schulen Witzenhausen wirken dem Fachkräftemangel in der Erzieherbranche entgegen

BS Witzenhausen
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Der Praxisbezug und die individuelle Förderung  in der schulischen Erzieherausbildung sind sehr wichtig, um auf die Kinder individuell eingehen zu können.

Die Fachschule für Sozialwesen in Witzenhausen bildet im Werra-Meißner-Kreis jährlich 50 Erzieher aus.

Witzenhausen. Die Tarifverhandlungen für angemessenere Bezahlung von Erziehern sind seit Jahren in aller Munde. Dr. Alexandra Volk, Abteilungsleiterin des Fachbereiches Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen Witzenhausen, erklärt, dass der Abschluss eines staatlich anerkannten Erziehers dem eines Meisters oder Bachelors gleicht. Dementsprechend sollte der Verdienst nach TVöD ebenfalls gleichgestellt sein, laut Volk. Denn die wertvolle und ehrenvolle Aufgabe, Kindern oder Menschen mit Beeinträchtigung bei ihren Fortschritten zu unterstützen, ist meist Sache des öffentlichen Dienstes. Der Staat sei gefragt, an dieser Stelle mehr Gelder in die Hand zu nehmen, um nicht nur die Fachkräfte ihrer wichtigen Aufgabe entsprechend zu bezahlen, sondern auch den Ausbildungsweg dorthin attraktiver zu gestalten. Die Fachschulausbildung im Bereich der Sozialpädagogik dauert drei Jahre und die vorausgesetzte Assistentenausbildung nochmals zwei Jahre.

In Schlussfolgerung verdienen die jungen Erwachsenen, die sich dazu entscheiden den Erzieher-Beruf zu erlernen, während der Ausbilung nichts, da sie schulisch ist, wohingegen Absolventen einer regulären Berufsausbildung ihren regelmäßigen Lohn bekommen. „Die Motivation der Jugendlichen bei uns an den Beruflichen Schulen Witzenhausen ist die, dass sie dank des Fachkräftemangel im Werra-Meißner-Kreis beste Bleibeperspektiven haben“, erklärt die Abteilungsleiterin. Außerdem seien die Jugendlichen, die sich in Witzenhausen ausbilden lassen, tolle Persönlichkeiten, die gerne mit Menschen arbeiten wollen und die der Fortschritt ihrer Arbeit motiviert und Freude bereitet. Die Philosophie der Fachschule für Sozialwesen ist es, diese Persönlichkeiten zu unterstützen, ihnen ein individuelles Lernangebot zu unterbreiten, da sie im Beruf später auf jedes Kind, oder jeden Menschen mit Handicap ebenfalls individuell eingehen müssen. Innerhalb der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren die Studierenden mehrere Berufspraktika, sowie im dritten Jahr ein Anerkennungsjahr, bei dem sie auch ihren ersten Verdienst verzeichnen können. „Ohne diese Arbeit könnte unsere Gesellschaft nicht existieren“, hebt Volk hervor. Deshalb hat der Werra-Meißner-Kreis Gelder bereitgestellt, um die neue Bauplanung in den Beruflichenschulen umzusetzen.

Es wird ein Sozialpädagogisches Zentrum entstehen, in dem die Lernenden beispielhaft, wie in der Praxis, in Gestaltungs – oder Entspannungsräumen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Es sei wichtig, die angehenden Erzieher mit den neuesten Möglichkeiten und Medien im sozialpädagogischen Bereich vertraut zu machen, um sie gut ausgebildet in den Beruf schicken zu können. Das Bewerbungsverfahren für das kommende Schuljahr im Sommer nächsten Jahres, hat bereits begonnen. Interessierte schicken eine Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen an die Fachschule und können darauf hoffen, dass sie unter den fast 50 Neulingen, die angenommen werden, im nächsten Jahr ihre Ausbildung starten können. Voraussetzungen für die dreijährige Ausbildung zum Erziehr sind eine absolvierte Berufsausbildung (fachfremd möglich) mit einem Nachweis in der Sozialpädagogik Erfahrungen zu haben, oder eine abgeschlossene Ausbildung zur staatlich geprüften Sozialassistenz. Vor allem aber braucht es Herzblut und die Leidenschaft, mit Menschen, Kindern oder Behinderten arbeiten zu wollen. Manchmal ist ein Lächeln mehr wert, als der Lohn.

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