Felix Martin im Gespräch über seinen ersten Tag im Hessischen Landtag

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Felix Martin (links) und Kai Klose, hessischer Staatsminister für Soziales und Integration, in Wiesbaden.

Mit 23 Jahren ist Felix Martin der zweitjüngste Abgeordnete im neuen Hessischen Landtag. Wie es ihm an seinem ersten Tag als Landtagsabgeordneter erging, erzählte er uns.

Werra-Meißner/Wiesbaden. Am vergangenen Freitag trat der neue Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Für viele Landtagsabgeordneten aus der Region war es ein besonderer Tag, denn sie durften zum ersten Mal als Mandatsträger im Plenarsaal Platz nehmen. Der Grünenpolitiker Felix Martin ist einer von den „Neulingen" und mit 23 Jahren der zweitjüngste Abgeordnete im neuen Landtag. Im Gespräch mit dem MARKTSPIEGEL erzählt er von seinen ersten Erfahrungen in der neuen Rolle als Abgeordneter.

Seit der Wahl sind nun gut zweieinhalb Monate vergangen. Was hat sich für Sie persönlich in dieser Zeit verändert? 

Die letzten Monate waren unglaublich aufregend. Häufig saß ich morgens in der Berufsschule und nachmittags in den Koalitionsverhandlungen. Meine Ausbildung zum Bankkaufmann führe ich jetzt in Teilzeit fort. Mittlerweile habe ich ein Büro in Eschwege gefunden und zwei tolle Mitarbeiterinnen eingestellt. Auch privat bin ich umgezogen und seit Jahresbeginn offiziell Dietemann. Auch an die Ansprache „Herr Abgeordneter“ muss ich mich erst einmal gewöhnen, „Felix“ ist mir da doch lieber.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in Ihre erste Landtagssitzungen gegangen? Wurden diese erfüllt? 

Ich habe eine spannende Sitzung erwartet, in der die neue Koalition aus CDU und Grünen ihre Bewährungsprobe – die Wahl des Ministerpräsidenten – meistert. Und ich habe erwartet, dass ein ganzes Parlament geschlossen Haltung gegen Populismus zeigt. Und ich freue mich, dass beides genau so eingetroffen ist.

Wie haben Sie Ihre erste Landtagssitzung erlebt?

Als einer der beiden jüngsten Abgeordneten durfte ich – zunächst neben dem Alterspräsidenten, später neben dem gewählten Landtagspräsidenten – die Sitzung leiten. Das war natürlich eine ganz besondere Situation. Von dort vorne hatte ich einen grandiosen Blick auf unsere neue riesige Grüne Landtagsfraktion. 29 Abgeordnete, von 22 bis 70 Jahren, aus allen Regionen Hessens. Ich bin stolz, Teil davon sein zu dürfen.

Welche landesweiten Ziele liegen Ihnen für Ihre erste Legislaturperiode besonders am Herzen? 

Ich werde mich vorrangig um Sozial- und Finanzpolitik kümmern. Mir ist es wichtig, dass wir die aufsuchende Jugendarbeit stärken, Integration in den Arbeitsmarkt voranbringen, die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in Gesundheitsberufen verbessern und mit dem „Sozialbudget 2025“ Planungssicherheit für Vereine und Verbände schaffen. Wir Grüne wollen außerdem eine „Divestment-Strategie“ für nachhaltige und umweltfreundliche Finanzanlagen initiieren.

Welche Themen speziell aus Ihrem Wahlkreis Witzenhausen/Eschwege möchten Sie in Wiesbaden einbringen? 

Der ländliche Raum braucht starke Stimmen in Wiesbaden. Mit einer Reform des Kommunalen Finanzausgleichs haben wir Flächenkreise wie unseren gegenüber großen Städten finanziell gestärkt. Ferner müssen wir unsere einzigartige Natur erhalten und uns geschlossen Großprojekten entgegenstellen, die diese zerstören würden. Unsere Region hat großes Potential im Umwelttourismus. Auch durch den Erhalt unserer Hochschulstandorte stärken wir sie.

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