Fertigstellung der A44: „Unseriöse Prognosen“

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Hessens Ministerium für Verkehr kann nach eigenen Angaben "kein seriöses Fertigstellungsdatum der A44" nennen. Bisherige Prognosen seien "unseriös"

Werra-Meißner/Kassel. Die Jahre 2010, 2016, 2018, 2020 und 2025 haben eins gemeinsam. Nein, es ist kein Song der Sportfreunde Stiller und es hat auch nichts mit Mathematik zu tun. Dies waren mal die Prognostizierten Jahre, in denen die A44 fertig gestellt sein sollte.

Doch bereits bei der letzten Freigabe eines Abschnittes bei Hessisch Lichtenau vor knapp zwei Jahren vermied man es erstmals, ein Fertigstellungsjahr zu nennen.Unter Tarek Al-Wazir, Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, gibt sich das Ministerium – im Gegensatz zu den Zeiten von Al-Wazirs Vorgängern – bedeckter.

Abhängig von finanziellen Mitteln

"Ein seriöses Fertigstellungsdatum oder -jahr für die A44 zu nennen können wir nicht. Der Bau der Autobahn ist abhängig von den Mitteln, die vom Bund bewilligt werden. Daher hat Herr Al-Wazir noch nie ein Datum genannt", erklärt Marco Kreuter von der Pressestelle des Ministeriums auf Anfrage.Und weiter: "Wir können in unseren Archiven auch keine entsprechende Mitteilung finden, in der das Jahr 2025 als Fertigstellungsdatum festgehalten ist."In der Tat wurde unter Al-Wazir noch kein Fertigstellungsdatum genannt. Doch noch unter Dieter Posch prognostizierte man in den Ansprachen beim Spatenstich des A44-Abschnittes Helsa/Hessisch Lichtenau West, dass für das Jahr 2020 eine Verkehrsbelastung von rund 37.800 Fahrzeugen pro Tag bestehen würde, die dann, nach dem Bau aller Abschnitte der A44, über die Autobahn rollen würden.

Ein Jahr später ging man beim Spatenstich bei Waldkappel davon aus, dass der Schwerlastverkehr bis 2025 um 80 Prozent zunehmen und dieser über die dann fertige A44 rollen würde.Im Februar wird nun eine Verkehrsprognose für das Jahr 2030 vorgestellt, diesmal ohne eine Prognose für die Fertigstellung der gesamten A44.

+++EXTRA INFO Fortschritte auch ohne festes Datum+++

Erst vor wenigen Wochen bewilligte der Bund rund 260 Millionen Euro für den Weiterbau der A44, darunter rund 140 Millionen Euro für den östlichsten Abschnitt bei Wommen.Rund um Waldkappel soll der Bau der Autobahn in 2017 abgeschlossen sein, wie es jetzt in einer Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums hervorgeht.Der Abschnitt zwischen Helsa und Lichtenau soll – nach neun Jahren Bauzeit – 2019 freigegeben werden. Somit wären dann sechs von neun Bauabschnitten fertig.Für vier weitere Abschnitte liegt bereits ein Planfeststellungsbeschluss vor, wann genau die Bauarbeiten dort beginnen werden, steht noch nicht fest.Lediglich der Abschnitt zwischen Helsa und der Anschlussstelle Kassel Ost befindet sich noch im Planfeststellungsverfahren, was bedeutet, dass hier noch nicht feststeht, wie genau der Verlauf der A 44 ausfallen wird. "Das Ministerium und Hessen Mobil sind derzeit mit den betroffenen Kommunen und verschiedene Interessensgruppen im Dialog bezüglich der Planung", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

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