SPD wirft Fragen zum Führungsstil des Bürgermeisters auf

Lichtenaus Stadtbrandinspektor und sein Stellvertreter wollen ihre Ämter niederlegen. Dabei wird der Führungsstil des Bürgermeisters debattiert

Hessisch Lichtenau. In Hessisch Lichtenau sucht man einen neuen Stadtbrandinspektor und einen Stellvertreter. Steffen Rödel und sein Stellvertreter Stefan Kuhnert möchten ihre Ämter zum 31. Oktober niederlegen. Vor allem aus beruflichen Gründen könne man die Ämter nicht mehr weiter begleiten, wie es Steffen Rödel am Freitag nach der Stadtverordnetenversammlung betonte. Der Magistrat der Stadt wurde am 2. Oktober von den beiden Amtsinhabern über die Bitte um Entlassung aus dem „Ehrenamtsverhältnis auf Zeit“ informiert.

An und für sich ist solch ein Anliegen nichts ungewöhnliches, doch es gibt noch einige Details, wodurch das Thema vor allem für einen neuen politischen Bruch in Hessisch Lichtenau sorgen könnte. Denn in ihrem Rücktrittsschreiben kritisierten Rödel und Kuhnert auch die „Verwaltungsstrukturen“ der Stadt.

Zwar habe man immer gut mit der Verwaltung zusammen gearbeitet, doch der „Führungsstil“ und „der Umgang mit den ehrenamtlichen Führungskräften“ sei nicht das, was man sich seitens Rödels und Kuhnerts vorstelle. Was genau damit gemeint ist, führte Rödel nicht weiter aus. Man betonte jedoch, dass man mit dem zuständigen Fachbereich und deren Ansprechpartnern einen guten Kontakt pflegte.

Zwischen den Zeilen kritisiert man daher die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister. In der Stadtverordnetenversammlung wurde das Thema seitens der SPD angesprochen, kam aber nicht auf die Tagesordnung, da sich in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit dafür fand.

Rödel selbst äußerte sich nicht im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung dazu, er selbst sitzt für die SPD-Fraktion in der Versammlung. Sowohl seitens Heußners, wie auch seitens Rödels wurden keine Namen genannt, sondern man hielt die Äußerungen „allgemein“.

SPD wirft Fragen auf

Seitens der SPD-Fraktion thematisiert man auch noch einmal die Personalprobleme der Stadtverwaltung. Diese bestanden zwar auch schon unter dem Amtsvorgänger, weshalb diverse Jahresabschlüsse erst sehr spät den Stadtverordneten vorgelegt werden konnten, seitens der SPD-Fraktion stellt man nun die Frage, ob der aktuelle Führungsstil des Bürgermeisters mit der Grund für die vergangenen Kündigungen seitens der Arbeitnehmer war.

Dabei soll es sich um etwa fünf Kündigungen handeln, insgesamt arbeiten bei der Stadtverwaltung in Hessisch Lichtenau 114 Personen. Bürgermeister Heußner wies diesen Vorwurf zurück.

„Ich habe das Wohl der Stadt und der Feuerwehr im Blick. Die Freiwillige Feuerwehr sollte aus der Politik herausgehalten werden. Es würde mich freuen, wenn wir alle gemeinsam und respektvoll an dem Ziel arbeiten könnten, die Stadt weiter voran zu bringen. Im Augenblick kann ich dies aber leider nicht erkennen“, erklärte Heußner auf Anfrage.

Und der Bürgermeister erklärte weiter: „Ich kann im Augenblick nicht erkennen, was für Ziele hier verfolgt werden, ob dies Ziele der SPD oder Ziele von Herrn Oetzel sind!“ Die Erklärung der SPD-Fraktion wurde von den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Roland Wittmann und Dirk Oetzel unterzeichnet, Oetzel trug auch das Anliegen vor, den Rücktritt Rödels und Kuhnerts auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung zu nehmen.

„Es ist mir nicht klar, warum diese Personalien in der Stadtverordnetenversammlung debattiert werden sollen? Die Feuerwehrmitglieder haben über die Nachfolge abzustimmen“, so Heußner. Die Stadtverwaltung habe sich nach der Rechtsprechung erst dann um die Personalie zu kümmern, wenn die Wehr nicht im Stande ist, die Posten zu besetzen.

 Der Antrag der SPD erhielt nicht die notwendige 2/3-Mehrheit.

(Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde das Abstimmungsergebnis mit "14 Ja-, 14 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen" angegeben. Dieses Ergebnis gab es bei dieser Abstimmung nicht, sondern bei einem anderen Tagesordnungspunkt.)

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