Prozess wegen Messerstecherei in Flüchtlingsunterkunft begann in Kassel

Nachdem in der Flüchtlingsunterkunft in Helsa-Eschenstruth Feuer gelegt wurde, ist das Gebäude unbewohnbar. Derzeit laufen die Bauarbeiten.

Im März kam es zu einer Messerstecherei in einer Flüchtlingsunterkunft in Eschenstruth - jetzt hat die Gerichtsverhandlung begonnen

Kassel/Eschenstruth.  Es ist der Abend des 14. März diesen Jahres als es in einer Flüchtlingsunterkunft in Helsa-Eschenstruth zu einer Messerstecherei kommt – in Folge dessen zu einem Brand. Dabei soll ein 28 Jahre alter syrischer Staatsangehöriger am Tatabend insgesamt drei Männer aus Somalia mit einem 25 Zentimeter großen Küchenmesser attackiert und im Bauchbereich so schwer verletzt haben, dass jeweils eine Notoperation erforderlich war. Nachdem die Geschädigten aus dem Gebäude geflohen waren, soll der Beschuldigte im Obergeschoss des Hauses Feuer gelegt haben. Trotz der zeitnahen Löscharbeiten soll hierdurch ein Sachschaden in Höhe von rund 150.000 Euro entstanden sein.

Angeklagter streitet die Tat ab

Bei Prozessbeginn im Kassel Landgericht am vergangenen Mittwoch stritt der Angeklagte, der sich seit dem Tatabend in Untersuchungshaft befindet, die Tat ab. Verteidiger Islam Nuredinin verlas die Aussage des 28-Jährigen, der sich seit Ende Dezember 2015 in der Flüchtlingsunterkunft befindet. „Die Somalier haben meinen Mandanten von Beginn an belästigt und beleidigt – auch am Tatabend haben sie ihn provoziert“, sagt Nuredinin. Die Auseinandersetzung soll zunächst in der Gemeinschaftsküche begonnen haben, in der die Bewohner ihr Abendessen zubereiteten. Auch der Angeklagte sei dort gewesen und hätte immer wieder Beleidigungen von Seiten der Geschädigten erfahren, so der Verteidiger. Um mit den vier Somaliers zu reden und die Situation zu klären, sei der Angeklagte dann in deren Zimmer gegangen. Vom Kochen habe er immer noch das Messer in der Hand gehalten, die Klinge zu Boden gerichtet. Nachdem der 28-Jährige den Raum betreten habe, habe man die Tür hinter ihm zugedrückt und den Angeklagten geschlagen und bedroht. „Er setzte das Messer dann zur Selbstverteidigung ein. Ob und wie er die Somalier verletzt hatte, wusste er nicht“, so der Wortlaut des Syrers, der abstreitet aus Vorsatz gehandelt zu haben. Auch das Feuer in seinem eigenen Zimmer habe der 28-Jährige nicht gelegt. Dieses habe bereits gebrannt als er den Raum der Somalier verließ. Dieses, vermutet er, habe ein weiterer Somalier gelegt, der ihm zuvor ein Glas mit Wasser ins Gesicht schüttete.

Als Zeuge kam Polizeibeamter Constantin Knoff, der am Abend des 14. März als erster am Tatort erschien und den Angeklagten unter Gegenwehr aus dem brennenden Haus zog.

Insgesamt sind zur Hauptverhandlung 21 Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Die Verhandlung wird am kommenden Montag, 6. November, 9 Uhr, fortgesetzt. Anfang Dezember könnte ein Urteil im Verfahren gegen den 28 Jahre alte Syrer fallen.

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