Feuerwehren haben ein Marketingproblem

Großalmerodes Feuerwehr möchte neue Wege bei der Mitgliederwerbung gehen

Großalmerode.  Großalmerodes Feuerwehr hat ein Marketingproblem, wie es Stadtbrandinspektor Dirk Junker bei der Stadtverordnetenversammlung erklärte. Man müsse die Feuerwehr und ihre Arbeit neu und anders in der Öffentlichkeit präsentieren, um den Nachwuchs- und Ausbildungsmangel in den Griff zu bekommen. „Wir sehen die Feuerwehr immer nur von innen heraus, doch wir müssen diese Blase verlassen, um neue Mitglieder zu rekrutieren“, so Junker.

Und der Stadtbrandinspektor weiter: „Jeder Bürger weiß, wenn man uns ruft, kommen wir, um zu retten. Das müssen wir den Leuten nicht beibringen. Es geht darum zu zeigen, was die Wehr darüber hinaus bieten kann, als Gemeinschaft, was man neben den Einsätzen alles macht.“ Vor allem in der Kernstadt habe man riesige Personalprobleme. Laut Plan müsse man über 46 Einsatzkräfte verfügen, da alle Plätze in den Fahrzeugen doppelt belegt sein müssen.

Doch in der Kernstadt stehen nur 25 Männer und Frauen zur Verfügung. Und selbst wenn eine Wehr keinen Personalmangel habe, sei laut Junker ein Mangel an Führungspersonal zu beklagen. Im gesamten Stadtgebiet sind 148 von 164 Stellen besetzt. Im Notfall habe man auch schon andere Wehren, etwa aus Hessisch Lichtenau anfordern müssen, um den Mangel an Atemschutzgeräteträgern während eines laufenden Einsatzes zu kompensieren.

Nur jüngere Personen unter 40 Jahren seien körperlich in der Lage, als Atemschutzgeräteträger zu arbeiten. Junker forderte auch, dass man gerade seitens der Gewerbetreibenden sich vermehrt bereit erkläre, Personal zu Einsätzen ausrücken zu lassen, auch wenn dies eine kurzfristige Belastung sei.

Denn im Notfall wolle man schließlich auch, dass die Feuerwehr bei einem selbst vorbeikommt. Um ein entsprechendes Marketing vor Ort umzusetzen, haben sich gleich drei Feuerwehrleute aus Großalmerode zu sogenannten „BuMa“ ausbilden lassen. „BuMa“ steht dabei für „Fachberater Bevölkerungsinformation und Medienarbeit“.

Dabei steht die Feuerwehr Großalmerode jedoch nicht allein da, sondern im gesamten Werra-Meißner-Kreis wird es eine Marketing-Kampagne geben, um neue Mitglieder für die Einsatzabteilungen der Wehren zu bekommen. Denn nicht nur die Feuerwehr in Großalmerode hat einen Kräftemangel, auch anderen Wehren im Kreis geht es ähnlich. So wurden etwa in Waldkappel die Einsatzabteilungen der Wehren von Gehau, Eltmannsee und Stolzhausen zusammengelegt.

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