Trockenheit und Borkenkäfer machen dem Wald zu schaffen

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Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes in Hessisch Lichtenau, warnt vor den langfristigen Folgen durch die Sturmschäden und vor den Gefahren durch die Borkenkäfer.

Wirtschaftliche Schäden im Wald werden noch Jahrzehnte zu spüren sein

Werra-Meißner. Vor einem Jahr tobte Friederike in der Region und sorgte dafür, dass zahlreiche Bäume umgeworfen wurden. Im Bereich des Forstamtes von Hessisch Lichtenau, das für den westlichen Teil des Werra-Meißner-Kreises zuständig ist, wurden rund 180.000 Festmeter Holz umgeworfen.

„Doch Friederike ist nicht das größte Problem im vergangen Jahr gewesen. Die Trockenheit in Verbindung mit den Borkenkäfern ist aus meiner Sicht ein schwerwiegenderes Problem“, erklärt Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau von Hessenforst. Rund 70.000 Kubikmeter Holz seien dem Käfer zum Opfer gefallen, wie es Dumm erklärte.

„Vor allem die Fichtenbestände sind dem Käfer zum Opfer gefallen. Da deren Wurzel nicht so sehr in die Tiefe gehen, im Verhältnis zu anderen Baumarten, konnte sich diese im Sommer durch die Trockenheit nicht so gut gegen den Borkenkäfer wehren“, so Dumm.

Zwar seien durch Kyrill vor zwölf Jahren insgesamt mehr Bäume zerstört worden, doch seien dabei besonders große Flächen betroffen gewesen, die so relativ einfach aufgeräumt werden konnten.

Mehr Schaden als Chancen

Durch Friederike seien vor allem vereinzelt die Sturmschäden im Wald entstanden. „Die Aufräumarbeiten sind dadurch erheblich erschwert wurden. Hinzu kommt, dass inzwischen vor allem auch die Logistiker, die das Holz abtransportieren können, in den vergangenen Jahren deutlich weniger geworden sind. All das hat die Aufräumarbeiten deutlich erschwert“, so der Forstamtsleiter.

Die neuen Freiflächen haben zwar auch den Vorteil, dass man an diesen Orten den Wald zukünftig besser für den Klimawandel aufstellen könne, doch langfristig seien die wirtschaftlichen Folgen, besonders für private Waldbesitzer, besonders gravierend. „Im vergangen Jahr ist etwa der Preis für das Fichtenholz um etwa 50 Prozent gesunken. Hinzu kommt, dass Wald zerstört wurde, der eigentlich noch in den kommenden 50 Jahren genutzt werden sollte“, erklärt Matthias Dumm.

Trotz des Überflusses an Holz auf dem Markt, müsse man dennoch bis zum Frühling weitere Bäume fällen, nämlich die, die noch vom Borkenkäfer befallen sind. „Ein Borkenkäfer im Frühling bedeutet, dass daraus bis zum Herbst rund 30.000 neue Käfer entstehen können“, so Dumm. Daher solle sich niemand wundern, dass demnächst weitere Bäume abgeholzt werden müssten. Langfristig sorge dies jedoch dafür, dass der Wald geschont wird. Auch die Jäger würden zukünftig deutlich mehr zu tun bekommen, da die Tierwelt, vor allem das Rotwild auf den neuen Lichtungen besonders viel Futter finden wird.

Das Wild werde sich auch an den neu gepflanzten Bäumen zu schaffen machen, was möglichst vermieden werden soll, da man Langfristig auf das neue Holz angewiesen sei.

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