Friedhof wird zur Müllkippe

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In Hessisch Lichtenau hat man nicht nur Geldprobleme, sondern auch mit Müll auf den Friedhöfen zu kämpfen.

Hessisch Lichtenau. Berge von Müll türmen sich zurzeit auf dem städtischen Friedhof in der Himmelsbergstraße  - worauf jetzt die Bürgerliste Hessisch Lichtenau aufmerksam machte. Der Grund: seit etwa zwei Jahren stellt die Stadt aus Kostengründen keine Abfallcontainer mehr auf, in denen die Angehörigen den Grünschnitt, Gestecke oder alte Blumen entsorgen können.

Beschlossen hatte dies die Stadtverordnetenversammlung, um 30.000 Euro an Entsorgungsgebühren einzusparen. Statt der Container findet man daher Hinweisschilder vor, auf denen die Stadtverwaltung darum bittet, die anfallenden Abfälle bei sich zu Hause zu entsorgen.Doch die wenigsten nehmen die Abfälle mit, sondern werfen sie dorthin, wo einst die Container standen. Vor allem in der Kernstadt tritt dieses Problem auf. Insgesamt gibt es im Lichtenauer Bereich fünfzehn Friedhöfe, davon elf in städtischer Hand.

Unterschiedliche Lösungen

Die Abfallentsorgung ist jedoch recht unterschiedlich. Während in der Kernstadt und in Fürstenhagen viele Angehörigen ihren Müll auf den Friedhöfen "wild" entsorgen, nehmen die Angehörigen von Friedrichsbrück, Hausen und Hopfelde – alter Friedhof – ihren Müll mit nach Hause. In Walburg nehmen die meisten ihren Abfall mit, jedoch gibt es hier zumindest einen kleineren Haufen zwischen Hecke und Wasserstelle.In Velmeden hingegen hat die Jagdgenossenschaft im vergangenem Jahr Abfallcontainer aufgestellt und kommt für den Unterhalt auf.Auf dem Friedhof in Hessisch Lichtenau, der durch die Kirchengemeinde verwaltet wird, gibt es auch weiterhin legale Entsorgungsmöglichkeiten. "Wir erheben hier pro Jahr eine Pflegegebühr von sieben Euro, um die hohen Entsorgungskosten zu decken. Anfangs war dies problematisch zu vermitteln, doch die Akzeptanz ist inzwischen sehr hoch, da man den Unterschied im Gegensatz zum städtischen Friedhof deutlich sieht", erklärt Pfarrerin Anja Peters.

Und Peters weiter: "Auf den Dörfern nehmen die Menschen ihre Abfälle mit nach Hause, doch in der Stadt wird es leider einfach vor Ort gelassen." "Eigentlich dürfen wir den Müll ja nicht mehr entsorgen, doch wir entfernen die Haufen, da wir hoffen, dass mit der Zeit immer mehr Menschen die Abfälle mit nach Hause nehmen, so wie es eben auf den meisten Friedhöfen in unserer Gemeinde der Fall ist", erklärt Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig.Die Alternative wäre, Container aufzustellen, für die aber dann entsprechende Gebühren erhoben werden müssen, um die Kosten zu decken. "Leider sind die Entsorgungskosten für den Abfall von den Friedhöfen entsprechend hoch, da nicht nur Bioabfälle, sondern auch Plastik, Glas und ähnliches in den Containern landen", so Herwig.Zudem sei gerade auf den kleinen Friedhöfen dieses System kaum zu realisieren, weswegen etwa auch auf dem kirchlichen Friedhof in Retterode keine Container stehen. Allerdings funktioniert dort das System, dass die Angehörigen den Abfall selbst mit nach Hause nehmen.

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