Frühzeitig an die Nachfolge denken

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Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis will künftig stärker zwischen Unternehmern und potenziellen Nachfolgern vermitteln.

Werra-Meißner. "Wir wollen Angebot und Nachfrage zusammenbringen." So beschreibt Siegfried Rauer die Arbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis (WFG) im Bereich Unternehmensnachfolge. Der WFG-Geschäftsführer beobachtet diesbezüglich eine steigende Nachfrage, vor allem von kleinen und mittelständischen Handwerksunternehmen aus dem Kreis.

Deshalb will die WFG verstärkt als Vermittler agieren: zwischen Unternehmern, die ihren Betrieb übergeben, und denjenigen, die  einen Betrieb übernehmen wollen. Dafür gibt es zwar eine bundesweite Plattform – Nexxt-Change sei jedoch vielen zu abstrakt, berichtet WFG-Berater Peter Döring. Die Erfolgsquoten seien zudem überschaubar.

"Deshalb wollen wir Angebot und Nachfrage auf den Werra-Meißner-Kreis herunterbrechen und  gebündelt auf unserer Webseite darstellen", erklärt Rauer. Dort werden alle auf www.nexxt-change.org eingestellten Angebote und Gesuche aus dem Kreis aufgelistet und verlinkt. Zudem können sich Interessenten direkt an die WFG wenden.

Sichten, filtern und vermitteln

Die filtert die Angebote zunächst, überprüft beispielsweise die Seriösität der Interessenten. "Bevor wir potenzielle Partner aufeinander los lassen, schauen wir, ob das passen kann", sagt Rauer. Diesen Service gebe es bislang in der Region nicht. Als optimale Variante bezeichnen die beiden Experten eine Übergabe, bei der sich  der Nachfolger zunächst in das Unternehmen einarbeiten kann, bevor er die alleinige Verantwortung übernimmt.

Die Daten der Firma werden auf der Webseite auf Wunsch anonymisiert dargestellt. "Für viele Unternehmer ist die Betriebsübergabe ein sensibles Thema", weiß Döring. Sie hätten Sorge, dass die Kunden diesen Schritt als Anfang vom Ende des Unternehmens wahrnehmen.

Obwohl sich die Nachfragen zur Unternehmensnachfolge häufen, schieben noch immer viele Unternehmer das Thema  lange Zeit vor sich her. Das will die WFG ändern. Schließlich könne es eine Weile dauern, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei. "Je größer das Unternehmen, desto schwieriger", sagt Rauer.

Oft ist der Wunsch Vater des Gedankens

"Viele hoffen, dass eines ihrer Kinder oder ein Mitarbeiter den Betrieb übernimmt", sagt Döring. Dabei sei jedoch oftmals der Wunsch Vater des Gedankens. Außerdem hätten viele Unternehmer überzogene Vorstellungen davon, was ihr Lebenswerk finanziell wert ist. Auch in dieser Frage gibt die WFG Hilfestellung.

Neben dem Wohl der Unternehmer habe die WFG auch das der Region im Auge, betonen Rauer und Döring. So sei ihnen daran gelegen, Nachfolger zu finden, die die Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis weiterführen. Nur so könnten die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung in der Region gehalten werden.

"Aber wir schließen niemanden aus", betont Rauer, "wenn sich hier kein geeigneter Interessent findet, vermitteln wir auch an Interessenten von  außerhalb der Region.

Die Angebote und Gesuche finden Sie auf der Webseite der WFG unter www.wfg-werra-meissner.de. Für Fragen stehen die Mitarbeiter unter Telefon 05651/74490 zur Verfügung.

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