Fünf Personen starben im Werra-Meißner-Kreis beim Fliegen seit 2000

Fünf Personen starben im Werra-Meißnerkreis beim Fliegen seit 2000

Segelflieger Himmel Flugzeug
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Insgesamt fünf Menschen und einige Schafe kamen seit 2000 bei Flugunfällen im Werra-Meißner-Kreis ums Leben.

Nach dem Absturz eines Segelflugzeuges im Landeanflug auf den Flugplatz Staufenbühl in Eschwege, bei dem zwei Personen getötet wurden, stellt sich die Frage. Wie gefährlich ist eigentlich das Hobby Sportfliegerei?

Werra-Meißner. Erscheint es dem Außenstehenden nur so, dass häufig schwere Unfälle in der Sportfliegerei im Kreis passieren? Um das Geschehen einordnen zu können, lohnt es sich ein Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Zuständig für Unfälle und schwere Störungen im Luftverkehr ist in Deutschland die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Dort laufen alle Informationen zusammen. Erfasst werden Unfälle von allem, was fliegt, also auch von Gleitschirmfliegern, Drohnen oder Ballonfahrern. Nicht nur schwere Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten werden analysiert. Untersucht werden auch Flugunfälle, wenn die Bundesstelle sich davon Erkenntnisse für die Sicherheit im Luftverkehr verspricht.

Nach Auskunft der BFU sind seit dem Jahr 2000 auf den drei Flugplätzen in Eschwege, Hessisch Lichtenau und Sontra 18 Unfälle gemeldet worden. Fünf Menschen verloren dabei ihr Leben und zehn Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Auf Nachfrage bei der Bundesstelle, ob die Anzahl der Flugunfälle auf den drei Flugplätzen ungewöhnlich ist, berichtete der Sprecher:

„Jeder Unfall ist einer zu viel“

„Für die Anzahl von Unfällen an Flugplätzen gibt es in dem Sinne keinen „Normbereich“. Jeder Unfall ist einer zu viel. Natürlich werden bei bestimmten Häufungen durch die BFU Überlegungen angestellt, woran diese liegen können. Dabei spielen neben Besonderheiten des Flugplatzes (zum Beispiel bauliche Gegebenheiten, Hindernissituation, usw.), aber auch die Luftfahrzeugart, die Art des Betriebes des betroffenen Luftfahrzeuges und vieles mehr eine Rolle. In Fällen, in denen wir Verbesserungsbedarf erkennen, gibt die BFU entsprechende Sicherheitsempfehlungen, zum Beispiel an die Landesluftfahrtbehörde oder den Betreiber heraus“, sagt dazu Jens Friedemann von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Nach den neuesten Zahlen des BFU ereigneten sich 2020 deutschlandweit 110 schwere Unfälle mit Flugzeugen mit einem Gewicht unter zwei Tonnen, Segelflugzeugen und Reisemotorseglern. Dabei passierten die meisten Unfälle (66) mit Motorflugzeugen. 23 Menschen wurden schwer verletzt und 17 Menschen verstarben. Die meisten Toten waren Insassen von Motorflugzeugen. In 2019 kam es zu 131 schweren Unfällen, 28 Menschen wurden schwer verletzt und 17 Menschen verunglückten tödlich. Es passierten in diesem Jahr die meisten Unfälle mit Segelflugzeugen. Sieht man sich die Zahlen des BFU (Grafik) über die letzten beiden Jahrzehnte an, kann man erkennen, dass sich die Unfallzahlen im Vergleich zu den 90-er Jahren mehr als halbiert haben.

Im Zeitraum von 1990 bis 2018 lag, laut BFU, das Mittel der tödlichen Unfälle in der gesamten Luftfahrt pro Jahr bei 29. Dabei ist eine Häufung von Unfällen während der Sommermonate nicht ungewöhnlich, weil in dieser Zeit deutlich mehr geflogen wird.

Laut Angaben des Baden-Württembergische Luftfahrtverband sind Pilotenfehler die häufigsten Ursachen für Flugunfälle.

Im Vergleich dazu verunglückten im Jahr 2019 insgesamt 211 Menschen tödlich beim Sport (Quelle: Statistisches Bundesamt).

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