Ein Geburtstag für den guten Zweck

Willkommen: Die Erlöse des Hoffestes fließen teilweise in Richtung des ASB-Wünschewagens.

Das zehnjährige Bestehen ihres Ladens für Bestickungen nach Maß nutzt Sylke Gauder dazu, den ersten Frühlings- und Hausflohmarkt zu organisieren.

Pfieffe - Als Sylke Gauder vor über zehn Jahren beschloss, aus dem Keller ihres Wohnhauses in Pfieffe einen kleinen, aber feinen Laden für Bestickungen zu machen, hätte sie wohl selbst nicht geglaubt, nun auf eine Erfolgsgeschichte zum 10. Geburtstag zurückblicken zu können. Neben dem runden Geburtstag gibt es auch noch die kürzliche Erweiterung der Ladenräume zu feiern. Daher beschloss die 50-Jährige nach vielen Gesprächen mit guten Freunden, "mal was anderes zu machen“ und kam auf die Idee, aus den eigenen Anlässen etwas für alle Menschen in Pfieffe und Umgebung zu organisieren, nämlich den 1. Frühlings- und Hausflohmarkt. Wie passend, dass auf dem Anwesen von Familie Gauder an der Heisterstraße 2a viel Platz besteht, damit sich beim Hoffest neben dem eigenen Geschäft auch Anbieter von geräucherten Forellen, Ponyreiten und der Pferdeinhalation Nordhessen oder kleinere Flohmarktstände präsentieren können.

Als Datum wurde der 18. Mai auserkoren, das Hoffest findet von 10 bis 18 Uhr statt, natürlich stehen ab 14 Uhr auch frischer Kaffee und selbstgemachte Kuchen bereit. Der Clou dürfte aber etwas anderes sein, nämlich die Verwendung eines Teiles (Kaffee, Kuchen und Tombola) an dem Tag erzielten Erlöse: Die gehen an den ASB-Wünschewagen Nordhessen. Und auch wenn dessen Hintergrund beziehungsweise Aufgabe traurig ist, kann einem todkranken Menschen ein letzter Wunsch erfüllt werden. Welche Wünsche erfüllt werden und weitere Informationen finden Sie im Kasten Extra Info. Damit die Erlöse beziehungsweise Weg der Spenden auch transparent und nachvollziehbar für die Öffentlichkeit sind, hat die Pfiefferin zwei Spendenbeauftragte für das Hoffest gewinnen können, nämlich Brigitte Sandrock und Andrea Wollenhaupt.

Die beiden stammen ebenfalls aus dem Spangenberger Stadtteil und haben sich sofort bereiterklärt, als sie von der "Stickerin des Vertrauens“ angesprochen wurden. So spannend der Ausblick auf den zehnten Geburtstag nebst buntem Treiben bei der Premiere des Frühlings- und Hausflohmarktes auch ist, so lohnt sich auch ein Blick in die Anfänge und jüngere Vergangenheit des „"Ein-Powerfrau-Unternehmens“. Denn während bereits damals viele traditionelle Handwerksberufe oder -läden, gerade in Nischenbereichen wie der Stickerei, der Digitalisierung oder Preisverfall durch Billiganbieter zum Opfer fielen, wagte die gelernte Einzelhandelskauffrau und zuletzt als Seminarsachbearbeiterin tätige Gauder den Schritt in die Selbstständigkeit.

Anfänge im Kellerraum

Und der begann recht klein im Keller des Wohnhauses: Doch aus der kleinen Stickerei wurde schnell mehr als nur ein Geheimtipp und etablierte sich in schwierigen Zeiten so gut, dass man über die inzwischen erfolgte Vergrößerung von Flächen und somit auch Möglichkeiten nachdachte. Bestärkt wurde sie dabei auch durch die positive Resonanz im Ort und der Umgebung, in der sie auch durch ihr Engagement bei dem Anbieter von Pferdeinhalationen (Sauerstoffbehandlung ohne Maske für Pferde und gegen diverse Erkrankungen) bestens bekannt ist. So entwickelte sich nicht nur das Geschäft mit Bestickungen nach Maß überaus positiv, sondern das kleine Lädchen am Ortsrand von Pfieffe wurde auch zu einer Art Treffpunkt.

In Zeiten verloren gegangener Kneipen und Gemeinschaftshäusern trafen und treffen sich nicht nur Kunden regelmäßig "zum Wohlfühlen und Schnuddeln, sondern auch eine Landfrauengruppe besuchte sie schon und ließ sich die Maschinen sowie das Konzept erklären“, wie die 50-Jährige lächelnd berichtet. Dieses positive Miteinander sei sowohl ihre Philosophie als auch Grundlage des Erfolges, so Gauder weiter. Apropos Erfolg: Für ein erfolgreiches Hoffest mit Frühlings- und Hausflohmarkt hat die sympathische Geschäftsfrau – passend zum Spendenzweck – eigentlich nur einen Wunsch: "Gutes Wetter und Laune vieler zufriedener Besucher.“ Und dies würde sicherlich nicht nur einen Menschen glücklich machen, sondern eine ganze herrschar von Helfern und Unterstützern der tollen Idee.

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