Mit geköpfter Katze die Ex-Freundin erpresst

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Sieben Monate auf Bewährung: 23-Jähriger zeigte sich vor dem Amtsgericht Eschwege geständig.

Eschwege. Wegen versuchter Erpressung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz musste sich gestern ein 23-Jähriger aus Bad Sooden-Allendorf vor dem Amtsgericht Eschwege verantworten. "Ihnen wird vergeworfen, eine drei Monate alte Hauskatze zunächst getötet und dann enthauptet zu haben – diese haben sie dann in einen mit Geschenkpapier umwickelten Karton gepackt und vor die Haustür ihrer Ex-Freundin gelegt, um ihrer Forderung nach Geld Nachdruck zu verleihen", so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Im Karton enthalten war auch ein handgeschriebener Zettel mit der Forderung nach Geld, sowie eine Spielkarte. "Als ich an dem Abend von der Arbeit kam, sagte mir mein Freund, dass ein Geschenk für mich abgegeben wurde. Ich öffnete das Packet und dann sah ich die geköpfte Katze", erzählte die Klägerin, die geschockt von der Tat ihres Ex-Partners ist. Beide führten fast zweieinhalb Jahre eine eheähnliche Beziehung, bewohnten damals gemeinsam die Wohnung der heute 43-Jährigen. In dieser Zeit sollen laut dem Angeklagten Gelder in nicht unerheblicher Höhe – insgesamt 4.200 Euro – geflossen sein, die er seiner damaligen Partnerin im Vertrauen auf eine gemeinsame Zukunft geliehen haben soll. Das dementierte die Klägerin: "Er hat mir verschiedene Dinge bezahlt, wie ein Flugticket oder einen Computer. Aber ich habe es als Geschenk verstanden!"

Aus der U-Haft ins Gericht

Nachdem der Angeklagte die ersten beiden Gerichtsterminen nicht wahrnahm, wurde er polizeilich vorgeführt – zeigte sich aber von Beginn an geständig. "Das, was sie gerade vorgetragen haben, dem stimme ich zu", sagte der 23-Jährige, der aus der Untersuchungshaft zur Verhandlung kam. "Ich hatte im Gefängnis viel Zeit, um nachzudenken. Es tut mir wirklich leid, was da passiert ist. Aber ich habe damals viel in die Beziehung investiert. Ich gab ihr nicht nur Geld, in der Hoffnung, dass die Beziehung hält, sondern habe mich auch für ihre neue Wohnung eingesetzt, an der wir zusammen gearbeitet haben. Und dann hat sie einfach Schluss gemacht. Ich war sehr gekränkt", erzählte der Angeklagte.

Von den 4.200 Euro habe er auch ein Jahr nach Ende der Beziehung noch nichts gesehen. Einen Tag vor der Tat habe er deswegen seine Ex-Freundin aufgesucht, um sie daran zu erinnern, dass sie ihm noch Geld schulde. "Als sie dann immer noch nicht zahlen wollte – und ich auch noch ihren neuen Freund in Unterhose sehen musste, brannten bei mir alle Sicherungen durch", so der 23-Jährige, der sich bereits im Vorfeld zwei kleine Kätzchen besorgt hatte. Eine davon sei extrem abgemagert gewesen. "Diese Katze habe ich dann wie ein Huhn getötet. Ich habe ihr das Genick gebrochen und anschließend den Kopf abgetrennt. Als meine Ex-Freundin nicht zahlen wollte, habe ich ihr die Katze im Karton vor die Tür gelegt", schilderte der Angeklagte seine Tat.

Kaltblütig das Leben eines Tieres geopfert

Ob nun am Ende Geld geliehen wurde oder nicht, konnte in der Verhandlung nicht geklärt werden. "Aber das tut nichts zur Sache. Sie haben kaltblütig das Leben eines Tieres geopfert und mit der enthaupteten Katze versucht, ihre Ex-Partnerin zu erpressen", merkte die Staatsanwältin an, die ihr gefordertes Tierhalteverbot nicht durchsetzen konnte. Für seine Tat erhält der 23-Jährige eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 500 Euro, die er monatlich zu je 50 Euro an den Eschweger Tierschutzverein entrichten muss. Zusätzlich wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

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