Geplante Änderungen an hessicher Jagdverordnung sorgen für Ärger

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Die geplanten Änderungen an der hessischen Jagdverordnung sorgen für Ärger.

Sontra. Hessens Jäger sind verärgert und bangen um ihr Jagdrecht. Grund ist die Ankündigung einer neuen Jagdverordnung (JVO) in Hessen.

Zuletzt 2011 geändert

Zuletzt wurde 2011 das hessische Jagdgesetz novelliert. Michael Stein aus Ulfen, Jagdgenossenschaftsvorsteher, Jagdpächter und Landwirt erinnert sich sehr gut: "Auch damals gab es einige Punkte im Entwurf, die aus der Sicht der Jäger so nicht umgesetzt werden konnten. Ich bemühte mich um praktikable Lösungsvorschläge und fuhr in letzter Konsequenz als Sprecher der hiesigen Jagdrechtsinhaber  nach Wiesbaden, um mit der damaligen Ministerin über das Jagdgesetz zu sprechen. Einige meiner Verbesserungsvorschläge wurden auch umgesetzt." Nach der letzten Landtagswahl in Hessen änderten sich jedoch die Zuständigkeiten. Die Grünen erhielten das Ministerium für Umwelt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft.Trotzdem es anders im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, sollen nun einschneidende Änderungen im Jagdgesetz vorgenehmen werden. Pünktlich zu den Sommerferien wurde die hessische Jagdverordnung dem Landesjagdverband Hessen (LJV) und weiteren Verbänden zur Anhörung übersandt. Die ursprüngliche Frist, sollte bereits am 15. September enden.

Proteste verpufft

Dr. Klaus Röther, Pressesprecher der LJV Hessen vermutet, "dass mit dieser Terminierung der öffentliche Protest von Jägern, Land- und Forstwirten und deren Mitstreitern während der Haupturlaubszeit verpufft und eine der schlechtesten Jagdverordnungen Deutschlands klammheimlich in Kraft treten kann".  In Hessen befindet sich seit 1848 das Jagdrecht bei den Grundstückseigentümern, auf diese Eigenverantwortung ist man stolz. Doch laut neuer JVO soll dies nun geändert werden. Die Verwaltung und Kontrolle der Jagd soll durch die oberste Jagdbehörde, durch Monitoring erfolgen.

Die Monitoringverfahren und die Bestandserfassungen von Wildarten als Voraussetzung für die Bejagung soll durch Naturschutzverbände wie Nabu und BUND erfolgen. Darüber hinaus soll ohne Zustimmung der privaten Naturschützer in Zukunft keine Bejagung mehr möglich sein.Zudem sollen die Schonzeiten für Fuchs- und Marderarten verlängert werden. Michael Stein sieht hier eine große Gefahr für das ökologische Gleichgewicht: "Wir haben im Werra-Meißner-Kreis einen hohen Fuchsbestand. Die Tiere bringen jedoch Krankheiten mit sich, die auch auf Hunde überspringen können. Die neue Verordnung sieht auch vor, dass Baummarder, Iltis und Hermelin eine ganzjährige Schonzeit bekommen. Dies wird sich eklatant auf Rebhühner und Hasen auswirken, von denen es sowieso kaum noch nennenswerte Bestände gibt. Denn die Marder plündern vorrangig deren Gelege und Nester" so Stein, der den ständigen Dialog mit  Dr. Walter Arnold, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und jagdpolitische Sprecher der CDU, sucht.

Diskussionsabend am 17. September

So  hat er auch einen Diskussionsabend in Sontra angeregt. Hier gibt es am 17. September um 19 Uhr im Hotel Link in Sontra die Möglichkeit, im Dialog mit den Abgeordneten des Hessischen Landtages,  Lena Arnoldt, Dirk Landau und Dr. Walter Arnold die Sachlage zu erörtern und ihre Bedenken zu äußern.Weitere Informationen sind unter www.ljv-hessen.de ersichtlich. Hier wird auch über eine geplante Demonstration informiert.

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