Geschichte zum Anfassen

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Witzenhausen. Schüler verfassen Buch über Fluchten aus der DDR – Zeitzeuge präsentiert Flugzeug seines Fluchtversuches.

Witzenhausen. Warum flieht man aus der DDR? Wie plant man eine Flucht und wie hält man sie geheim?Dieser und vielen weiteren Fragen stellten sich die 25 Schüler der Klasse 9d aus der Johannisberg-Schule gemeinsam mit ihrem Geschichtslehrer Jonas Klages.

Geschichtsunterricht mal anders

Gemeinsam mit seinen Schülern wollte er die DDR im Geschichtsunterricht aus einem anderen Licht beleuchten. Ein Projekttag im Grenzmuseum Schifflersgrund gab den Anstoß zu einem ganz besonderen Projekt."Die Schüler haben dort etwas über die Flucht eines 15-Jährigen erfahren. Da sie auch in diesem Alter sind, haben wir uns entschlossen den Schwerpunkt auf die Fluchten aus der DDR zu legen", erklärt Jonas Klages. Sie begannen damit Fluchten aus der DDR in die BRD aufzuarbeiten und befragten acht Zeitzeugen. Darunter auch Michael Schlosser aus Dresden, damals KfZ-Schlosser und Koordinator des Fuhrparkes des Fernsehfunks der DDR. Zwei Jahre lang baute Schlosser an einem Flugzeug mit dem er aus der DDR fliehen wollte. Zum Einsatz kamen ein Motor aus einem Trabant, umgebauten Reifen einer Schubkarre und viele weitere Alltagsgegenstände.

"Ich wollte über die Grenze zwischen Thüringen und Bayern und dann auf der Autobahn landen", erklärt Schlosser seinen Plan, als er den Schülern das selbstgebaute Flugzeug auf dem Schulhof präsentierte.Bevor es jedoch abheben konnte wurde Michael Schlosser verraten, das Flugzeug von der Staatssicherheit entdeckt und er zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Für 96.000 Mark wurde er nach über einem Jahr von der Bundesrepublik freigekauft. Schlossers Geschichte und die der anderen befragten Zeitzeugen schrieben die Schüler auf und wollten sie veröffentlichen.

Buch ist 60 Seiten stark

"Ich habe gesagt, wenn wir das machen, dann richtig. Deswegen haben wir ein Buch geschrieben, welches wir am 9. November um 10.30 Uhr im Grenzmuseum Schifflersgrund präsentieren werden", so Klages. 60 Seiten stark ist das Buch und wird über das Grenzmuseum erhältlich sein."Die Zeitzeugen zu interviewen war viel interessanter als alles aus dem Geschichtsbuch zu lernen, so kann man sich das alles viel besser vorstellen", sagt Anna-Lena.Genauso sehen es auch Kai, Sophia und Hakan. "So lernt man ganz anders und es macht alles viel glaubhafter und authentischer", so die drei.Und auch Lehrer Jonas Klages bestätigt: "Sowas kann das Geschichtsbuch nicht liefern."

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