Marodes Holz - Gesperrte Fußgängerbrücke in Unterrieden erregt die Gemüter vor Ort

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Die Brücke bleibt gesperrt.

Die Brücke bei Unterrieden ist nicht nur für die Einwohner eine wichtige Verbindung. Auch für Touristen ist sie als Teil des Radwegnetzes von Bedeutung. Doch seit Mitte August ist sie gesperrt: Eine Situation, die für Unmut sorgt.

Unterrieden. Bei einer routinemäßigen Untersuchung im August, die laut Bürgermeister Daniel Herz nicht mit dem Brückenunglück in Genua in Verbindung steht, wurden Faulschäden an den Ober- und Untergurten der aus dem Tropenholz Bongossi bestehenden Konstruktion festgestellt, mindestens 50 Prozent des Holzes müssten ausgetauscht werden. Die Brücke ist daher seit dem 20. August gesperrt. Der Unterriedener Fred El Fayoumy hatte in der Zwischenzeit eine Petition gestartet, um die Stadtverwaltung auf die Notwendigkeit einer schnellen Wiedereröffnung hinzuweisen. An nur einem Wochenende kamen rund 150 Unterschriften zusammen. Die 1989 eröffnete Brücke bedeutet für viele Unterriedener einen erheblichen Mobilitätsgewinn, ebenso wie die Brücke als Teil des Radwanderwegenetzes touristische Bedeutung hat.

Bürgermeister Herz weiß um die Dringlichkeit. Er hätte sogar prüfen lassen, ob die Brücke mit einem „Betreten auf eigene Gefahr“ Schild noch übergangsweise offengelassen werden könne. Haftungsrechtliche Gründe lassen diese Möglichkeit allerdings nicht zu. Als Ordnungspolizeibehörde mahnt er an, dass Menschen, die derzeit über die Absperrung klettern oder diese öffnen „Sachbeschädigung begehen und sich Gefahren aussetzen“. Für 2019 waren 200.000 Euro Sanierungsgelder bereits vor dem Gutachtenergebnis im Haushalt eingeplant. Die Ergebnisse aus dem Gutachten würden diese Kosten um mindestens das Doppelte übertreffen, zudem sei das passende Holz schwer zu bekommen und Tropenholz für öffentliche Bauwerke laut einem Stadtverordnetenbeschluss auch zu vermeiden. Auch seien Absprachen mit der Wasserbehörde nötig und wegen der vorgeschriebenen Ausschreibungsphase des Projekts von zwei Monaten würde sich ebenfalls eine weitere Zeitverzögerung ergeben. Frühestens im Frühjahr könnte dann mit der Sanierung begonnen werden. Eine Behelfssanierung für die Zwischenzeit käme aufgrund der schweren Schäden ebenfalls nicht in Frage, ebenso wie eine Ersatzbrücke des THW wegen der hohen Kosten. Auch hatte die Untere Wasserschutzbehörde aufgrund des Treibgutes und Kanufahrer einer solchen Schwimmbrücke nicht zustimmen können.

Die Stadtverwaltung stellt nur Überlegungen an, eine Neukonstruktion innerhalb der nächsten zwei Jahre zu realisieren, da es hierfür hohe Zuschüsse von Bund und Land gibt und ein anderer Aufbau eine längerfristigere Stabilität, sowie mehr Barrierefreiheit garantieren könnte. Entsprechende Förderanträge würden derzeit vorsorglich gestellt, gleichzeitig arbeitet das mit dem Gutachten beauftragte Ingenieursbüro bis Anfang Oktober zwei Sanierungsvarianten mit Kostenvoranschlag aus. Sobald das Gutachten vorliegt, soll es nochmals eine kurzfristige Ortsbeiratssitzung in Unterrieden geben. Der Ortsbeirat wird dann eine Stellungnahme dazu abgeben. Das Thema wird voraussichtlich im Bauausschuss von Witzenhausen am 30. Oktober behandelt.

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