,Es gibt viele Gefahren’

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Greifvogel-Nester sind in Fluktuation begriffen – Fabian von Berlepsch zum Verschwinden von Horsten

Witzenhausen. "Wenn jemand tatsächlich vorsätzlich Greifvogelnester zerstört, werden wir dies aufs Schärfs­te verurteilen!" Fabian von Berlepsch zeigte sich betroffen von dem Vorwurf des NABU-Mitglieds Heidi Rettberg, dass Nester des geschützten Rotmilans in der Nähe des geplanten Windparks in Berlepsch-Ellerode willkürlich entfernt oder zerstört würden.Sie hatte Anzeige gegen Unbekannt erstattet und die Obere Naturschutzbehörde informiert (wir berichteten).

"Ich bin sehr daran interessiert, dass die Sache aufgeklärt wird", unterstreicht Von Berlepsch. Dennoch ist er skeptisch, dass die Nester mutwillig zerstört würden. Dieser Meinung ist auch Manfred Hohnsbehn, als Förster zuständig für den gräflichen Forst. "Es gibt viele Gefahren für derartig große Nester", weiß er. Zum Einen seien dies nicht immer spezielle Horste des Rotmilans, sondern Greifvogel-Nester, die des Öfteren von Rotmilanen ,besetzt’ würden.

Die Horste befänden sich in großer Höhe, so Hohnsbehn weiter. "Es ist schwer für einen Menschen, ein Nest in 3o Metern Höhe vollständig verschwinden zu lassen." Er habe auch an den besagten Bäumen keine Spuren von Steigeisen oder Ähnlichem feststellen können."Die Bäume, zumeist Buchen mit verästelter Krone, auf denen sich Greifvogelnester befinden, werden mit einem ,H’ – wie Horst – gekennzeichnet und jedes Jahr gemeinsam mit der Oberen Naturschutzbehörde gezählt und dokumentier."

Und es entspreche den Tatsachen, gibt der Förster zu, dass in der jüngsten Vergangenheit von zehn gezählten Horsten, die sich an der Grenze zu Niedersachsen am Hessenberg und am Kreideberg sowie am Kleinen Hübenberg befänden, sechs verschwunden seien.Dies ergibt sich aus der aktuellen Dokumentation vom 26. März. Auf der Karte ist jedoch auch zu sehen, dass in direkter Nähe des Schlosses drei neue Horste hinzu gekommen sind. "Das ist ein Kommen und Gehen", so der Förster.

"An manchen Standorten haben wir am Boden Überreste eines Nestes gefunden", so Hohnsbehn weiter. "Das kann aber auch von Stürmen herrühren." Auch würden Nester zunehmend von Waschbären geplündert, die durchaus in der Lage seien, den Stamm hinauf zu klettern.

Dennoch finden der Förster und Fabian von Berlepsch es beunruhigend, dass vorwiegend Nester verschwunden sind, die direkt an der Niedersächsischen Grenze liegen. Auch hier seien Windräder geplant, gibt Manfred Hohnsbehn zu bedenken.

Die Familie Berlepsch sei nach wie vor, genau wie der NABU (Naturschutzbund), an der Aufklärung interessiert, bekräftigt der Förster. Entsprechende Hinweise werden auf jeden Fall diskret behandelt.

Hintergrund

Heide Rettberg, NABU-Mitglied und Windkraftgegnerin, zählt regelmäßig Horste von Greifvögeln in der Nähe ihres Wohnsitzes bei Witzenhausen, Berlepsch-Ellerode. Da hier ein Windpark auf den von der Familie Von Berlepsch an Enercon verpachteten Flächen entstehen soll, hat sie besonderes Augenmerk auf den geschützten Rotmilan gelegt, der hier Horste (Nester) baut und belegt. Die Naturschützerin hat die Zerstörung und das ,Verschwinden’ von Horsten (Nestern) dokumentiert und der Oberen Naturschutzbehörde zur Kenntnis gebracht sowie Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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