In Hessisch Lichtenau wurden 40 Gräber geschändet

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Ein Schild am Eingang weist die Betroffenen darauf hin, dass die beschädigten Gräber noch nicht hergerichtet werden dürfen.

Die Polizei sucht eine Gruppe, die in der Neujahrsnacht rund 40 Gräber in Hessisch Lichtenau geschändet hat

Hessisch Lichtenau. Es ist schier unfassbar, was sich in Hessisch Lichtenau in der Neujahrsnacht ereignet hat. Bisher unbekannte Täter haben etwa 40 Gräber in Hessisch Lichtenau auf dem alten Friedhof der Kernstadt verwüstet, wie es Pfarrerin Anja Peters erklärte.

Dabei wurden rund 30 Grabsteine schwer beschädigt oder zerstört. Die Verwüstungen sind für die Angehörigen in erster Linie vor allem emotional schmerzhaft. Aber auch der finanzielle Aspekt durch die Schäden ist groß. Die Polizei bezifferte nach ersten Schätzungen den Schaden auf rund 20.000 Euro, das Pfarramt auf rund 100.000 Euro.

Die Spanne ergibt sich, wenn man nur den Zeitwert oder die Wiederherstellungskosten beachtet. Die genaue Summe muss daher jetzt erst noch ermittelt werden. Die Versicherungen seitens des Pfarramtes wurden bereits informiert. Vor allem der nördliche Bereich des Friedhofs wurde von den Vandalen heimgesucht. Neben älteren Gräbern wurden auch gerade erst angelegte Gräber geschändet.

Um die Gräber zu kontrollieren kamen zahlreiche Angehörige vorbei, weshalb auf dem Friedhof an den Tagen nach der Tat zahlreiche Menschen vor Ort anzutreffen waren. Schockiert waren alle vom Ausmaß der Zerstörung. Aufräumen durften die Betroffenen zunächst nichts, damit alle Schäden vollständig dokumentiert werden konnten. Ein Schild am Friedhofseingang weist darauf hin.

Die Polizei sucht nach den Tätern. Aufgrund des Schadens geht man von einer Gruppe aus. Hinweise nimmt die Polizeistation in Hessisch Lichtenau unter Tel. 05602 - 93930 entgegen. Pfarrerin Anja Peters steht für Fragen der Angehörigen unter Tel. 05602-4441 zur Verfügung.

+++ Zwischenruf von Christian Horn +++

Wer tut so etwas? Als ich auf dem Friedhof stand war ich geschockt. Vandalismus in dieser Form und auf einem Friedhof, da gibt es keine Entschuldigung. An dieser Stelle werden wir auch keine Bilder von der Verwüstung zeigen, keine Details nennen. Zum Teil waren die Schändungen so widerwärtig, dass man diese auch nicht nennen möchte.

Manch anderer mag dies vielleicht nicht so auffassen, doch wenn jemand so würdelos handelt, würde es nicht verwundern, wenn sich die Täter mit den Details in den Berichten in manchen Kreisen damit rühmen würden. Die Täter sind dumm und respektlos und haben nur eins verdient: Die Fahndung und Festnahme durch die Polizei.

Noch viel wichtiger ist aber der Schutz der Angehörigen. Besonders wenn man vor kurzer Zeit erst einen geliebten Menschen beerdigt hat und nun noch einmal zum geschändeten Grab muss.

Keine Entschuldigung und Bestrafung der Täter wird dies jedoch wieder gut machen können. Hoffentlich haben die Täter inzwischen eine Ahnung, was sie da eigentlich angerichtet haben. Wenn ja, dann sollten sie sich stellen, um so den Prozess für die Angehörigen möglichst kurz halten. Doch das ist unwahrscheinlich.

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