Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Die Firma Reiß setzt auf mehr als ein Standbein. Neben dem Videoverleih gibt aes auch noch ein Sonnenstudio sowie einen Paketversand.
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Die Firma Reiß setzt auf mehr als ein Standbein. Neben dem Videoverleih gibt aes auch noch ein Sonnenstudio sowie einen Paketversand.
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Die Firma Reiß setzt auf mehr als ein Standbein. Neben dem Videoverleih gibt aes auch noch ein Sonnenstudio sowie einen Paketversand.

Die Firma Reiß verleiht seit über 30 Jahren Filme in Großalmerode. Inzwischen hat man mehrere Geschäftszweige

Großalmerode. „Videotheken sind tot!“ Das denken zumindest fast alle. Kinder dürften mit dem Begriff allein schon nichts mehr anfangen können. Die müssten erstmal nach dem Begriff Videothek googeln. Wikipedia wird ihnen dann erklären, dass es 1983 in Deutschland rund 4.850 Stück davon gab. Das Internet hat der Branche den Todesstoß verpasst.

Und was Wikipedia für Brockhaus bedeutete - was Kinder und Jugendliche an dieser Stelle jetzt auch googeln müssten - bedeuteten Onlinetauschbörsen und Video on Demand (VoD) für die Videotheken. Im August gab es noch 432 dieser Geschäfte und acht Leihautomaten in Deutschland. Doch es gibt sie noch. Nicht nur als Nostalgie-Läden, sondern als Geschäft, wie man es aus der Blütezeit kennt.

Überlebenskünstler

Matthias Reiß ist ein freundlicher Typ, der im Laden seiner Frau auf Kundschaft wartet. Das Geschäft ist ordentlich, sauber und übersichtlich. Man findet alles auf Anhieb. Seit 30 Jahren macht er das nun schon mit seiner Frau, er verleiht Videos.

„In den 90ern konnte man damit richtig gut verdienen, doch die Zeiten sind lange vorbei. Aber ich möchte mich nicht beklagen, das Leihgeschäft läuft gut“, erklärt Reiß, der das Geschäft für seine Frau führt. „Wichtig ist, dass man immer die aktuellen Top Ten der Filme hat, die sind auch bei uns gefragt. Darüber hinaus haben wir aber auch zahlreiche weitere Filme und Klassiker“, so Reiß weiter.

Für neue Filme fallen pro Tag 1,25 Euro Leihgebühr an, wer den Film also am Folgetag zurück gibt zahlt 2,50 Euro, egal ob DVD oder Blue Ray. Bei den älteren Filmen kann man sich für diesen Preis zwei ausleihen. Die Kunden schätzen den Preis. Würde man sich den Film kaufen, müsste man rund 15 Euro bezahlen und das Ausleihen bei Amazon kostet auch mehr.

Mehr als ein Standbein

„Von dem Verleih allein könnte der Laden aber nicht existieren“, erklärt er. „Man braucht auch noch andere Standbeine, damit sich so ein Geschäft auch heute noch halten kann.“ Bei der Firma Reiß kann man daher gleich mehrere Wege auf einmal erledigen, Hermes-Paket aufgeben, Handy-Vertrag abschließen und den Sonnenstudiobereich nutzen.

Auf dem Land funktioniert das Modell gut. Hinzu kommt, dass sich die Familie um den Betrieb kümmert, weiteres Personal gibt es nicht. Jedes Geschäft für sich würde nicht laufen, das geht eher in der Stadt. Umgekehrt würde das Modell von der Firma Reiß nicht in der Großstadt funktionieren. Doch die Kombination funktioniert in Großalmerode. Rund 6.000 Einwohner, ländlich, vor allem fürs ruhige Wohnen geeignet. Man kennt sich, auch die Kunden von Reiß sind Stammkunden.

„Viele kommen, um sich zu bräunen und um Pakete aufzugeben. Die sehen dann immer wieder Filme, die sie sich für einen gemütlichen Abend leihen können. Nur an Abenden mit Fußball verleihen wir weniger“, so Reiß. Auch wenn unterschiedliche Geschäftsfelder unter einem Dach vereint sind, ist für Reiß das Wichtigste, dass jedes einzelne entsprechend optimal geführt wird. „Egal was man den Kunden bietet, es muss die Erwartungen zu einem guten Preis erfüllen.“

Die Firma Reiß sehe positiv in die Zukunft, Angst habe man nicht. So lange man sich informiere und den Markt beobachte, werde es Filme zum Ausleihen geben. Andere Videotheken sind tot! In Großalmerode wird sie überleben. Dort wissen die Kinder noch, was der Begriff bedeutet, ohne dass sie ihn googeln müssen.

Rubriklistenbild: © Horn

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