Gründer berichteten in Eschwege von ihrem Kinderhospital in Kabul

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Gerolf Dechentreiter und Helma von Trott zu Solz-Dechentreiter berichteten in Eschwege von der Arbeit des Irene-Salimi-Kinderhospitals in Kabul.

Eschwege. "Dafür lohnt es sich, zu spenden", sagte Elisabeth Thunert aus Kella nach dem Vortrag von Gerolf Dechentreiter über das Irene-Salimi-Kinderhospital (ISH) in Kabul und die desolate medizinische Versorgung in Afghanistan. Elisabeth Thunert gehört zu den Strickerinnen des Strickclubs der Freien Waldorfschule Werra-Meißner, die bereits zahlreiche Babydecken und Babybekleidung für die Intensivstation des ISH gestrickt oder gehäkelt haben.

Die Fotos von Gerolf Dechentreiter, die den Vortrag begleiteten, machten deutlich, dass sich das Hospital dem deutschen Standard an Klinikhygiene und -ausstattung verpflichtet fühlt. Allerdings müssen Dechentreiter und seine Frau Helma von Trott zu Solz-Dechentreiter jedes Jahr einen oder zwei Container mit medizinischen Geräten, Medikamenten und Verbandszeug importieren, um diesen Standards gerecht zu werden.

Eschweger Strickkugeln hängen jetzt in Kabul

Anfang September ging der letzte Container auf die Reise nach Kabul: Er hatte auch bunt bestrickte Kugeln vom Projekt "Kugelpark" in Eschwege geladen. Sie sollen in den Fluren des Hospitals aufgehängt werden, um die kleinen Patienten ein wenig aufzuheitern.

Das deutsche Ehepaar hat das Irene-Salimi-Kinderhospital 2003 gegründet. Inzwischen hat es 60 Mitarbeiter, darunter 15 Ärzte, die die Kinder ohne Ansehen der Religion oder der Weltanschauung nach deutschen Standards behandeln. Zudem werden medizinische Fort- und Ausbildungen angeboten, und das Hospital verfügt über eine Küche, eine Wäscherei und eine Apotheke.

Im Irene-Salimi-Kinderhospital finden täglich bis zu acht Operationen statt

Das ISH finanziert sich durch staatliche Zuschüsse, Gelder  von Hilfsorganisationen und durch private Spenden. Aber auch die Patienten müssen sich zu einem geringen Teil an den Kosten beteiligen. "Wenn die Eltern kein Geld haben, übernehmen wir die Kosten, um kein Kind wegschicken zu müssen", sagte Dechentreiter.

Täglich werden bis zu acht OPs durchgeführt, hauptsächlich orthopädische wie Klumpfußbehandlungen, aber auch Bauchoperationen, Drainagierung von Wasserköpfen, Behandlung von Verbrennungen und vieles mehr.Seit der Gründung sind ca. 78.500 Patienten behandelt und 7.000 Operationen durchgeführt worden.

EXTRA-INFO: Das Kinderhospital

Weitere Informationen über das ISH geben der Strickclub der Freien Waldorfschule  oder die Georg-Dechentreiter- Wohlfahrtsstiftung per E-Mail an  info@gdws.org.

Ein Spendenkonto ist eingerichtet bei der VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg, Kontonr. 31221005, BLZ 53290000.

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