Rekordpraktikanten: Wahnsinns-Trip durchs Handwerk

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Martin Stange (li.) und Torsten Küllmer (re.) haben gerne bei dem Projekt der Handwerkskammer mitgemacht und unter anderem den Rekordpraktikanten Marvin Möller ins Bäckerhandwerk eingeführt. Fotos: Liese

Die Rekordpraktikanten Marvin und Charly absolvieren insgesamt 44 Praktika in 150 Tagen - Station 27 war im nordhessischen Hoheneiche

Hoheneiche - Seit Anfang August sind Charly und Marvin bereits in ganz Deutschland unterwegs. Ihr Ziel: Unter dem Motto „einfach machen“ an 150 Tagen insgesamt 44 Praktika zu absolvieren. „Zwei Praktikanten. Berufe ohne Ende. Erlebe mit Charly und Marvin einen Wahnsinns-Trip durchs Handwerk“, wirbt die Handwerkskammer mit einem Projekt, dem man nicht alle Tage begegnet. Und für die 20-jährige Charly und den 19-jährigen Marvin ist diese einzigartige Herausforderung auch nicht alltäglich. „Das hier ist nun mein 27. Praktikum“, merkt Marvin an während seine Mitstreiterin sich gerade vom Arzt durchchecken lässt. Doch der junge sympathische Mann aus Hamburg zeigt sich auch an Tag 88 noch kein bisschen müde – trotz dass er den zweiten Tag in Folge in der Bäckerei steht und mit zur Hand geht. Denn im Bezirk der Handwerkskammer Kassel bremsten die beiden Rekordpraktikanten im Betrieb von Martin Stange in Hoheneiche aus, der sich von dem Projekt begeistert zeigte: „Als man mir die Anfrage stellte, ob ich hier mitmachen möchte, sagte ich sofort zu. Und ich habe den beiden Schülern gerne unser Handwerk nähergebracht“, so der Bäckermeister, der in Hoheneiche eine große Backstube betreibt, in der man allerhand lernen kann.

Start um kurz nach Mitternacht

Und so ging es ab 00.30 Uhr nachts rund mit Brot und Brötchen herstellen und backen, Kuchen zubereiten, Hörnchen flechten und wickeln, kneten, rollen, zerteilen und vieles mehr. „Das hat mir super viel Spaß gemacht. Auch die Arbeitszeiten habe ich als angenehmer empfunden als erwartet. Es ist tatsächlich besser als um 6 Uhr morgens aufstehen zu müssen“, sagte der 19-Jährige, der aus einem Handwerker-Haushalt kommt. Aber auch nach dem 27. Praktikum kann der junge Hamburger noch nicht sagen, welchen Beruf er am Ende ergreifen möchte. „Das ist sehr schwer nach zwei Tagen zu sagen, ob man nun in diese Richtung gehen möchte oder nicht. Bevor ich mich festlege, würde ich auf jeden Fall nochmal ein längeres Praktikum in dem Bereich machen. Aber um einen Einblick zu bekommen in das Berufsbild sind die Praktika super“, meint Marvin.

Trotz frühem Aufstehen hatte Rekordpraktikant Marvin jede Menge Spaß in der Bäckerei Bechthold/Stange.

Und hiervon hat er zusammen mit Charly schon einige sehen und kennenlernen dürfen. Von klassischen Handwerksberufen wie dem Dachdecker, Maurer, Fleischer oder Klempner bis hin zu einem eher außergewöhnlichen bzw. seltenem Berufsfeld wie dem Büchsenmacher, Bootsbauer, Sattler oder Müller war alles dabei. Doch noch ist der Wahnsinns-Trip durchs Handwerk nicht vorbei. Einige Anlaufstellen gibt es noch für die beiden Rekordpraktikanten.

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