Hausgemeinschaft in Not: Versteigerung droht

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Eine Hausgemeinschaft in Bad Sooden-Allendorf ist in Not: Haus soll noch vor Weihnachten versteigert werden

Bad Sooden-Allendorf. Eine Hausgemeinschaft, wie sie im Buche steht: Eine Familie mit Kind, zwei Einzelmieter , ein Ehepaar und insgesamt vier Hunde leben ,wie eine große Familie’ im Haus von Günter und Rosemarie Eymer, einem Rentner-Ehepaar und ihrer Tochter. Deren Haus soll jetzt unter den Hammer kommen – und das noch vor Weihnachten! Die Mieter beteuern, regelmäßig ihre Miete zu bezahlen und verstehen nicht, warum es keinen Weg geben soll, die Zwangsversteigerung zu verhindern...

Das Fest der Feste – Weihnachten – rückt immer näher... Doch während dies für Viele ein Grund zur Vorfreude ist, bangen die zehn Bewohner des Hauses Nr. 12 in der Ferdinand-Schlemm-Straße im Ortsteil Bad Sooden, dass sie Weihnachten auf der Straße sitzen müssen."Für den 3. Dezember ist beim Amtsgericht in Eschwege die Zwangsversteigerung angesetzt worden", klagen die ,Noch’-Eigentümer Günter und Rosemarie Eymer. Und das nur, weil sie vor vielen Jahren mit der Immobilie für eine alte Geschäftsschuld gebürgt hätten. Geld, das die Bank jetzt einfordert.

Banken lenken nicht ein

Alle Versuche einer Einigung durch eine Umschuldung habe die zuständige Bank abgelehnt, so die Eheleute. Sie bemühten sich daraufhin um Kredite bei anderen Banken – hatten auch Zusagen bekommen – doch die Klassifizierung des Mehrfamilienhauses als ,Versteigerungsobjekt’ hätte dies jedes Mal rechtlich unmöglich gemacht – trotz regelmäßiger Mieteinnahmen der drei vermieteten Wohnungen.

"Die früheren Schulden haben eigentlich nichts mit der Hausfinanzierung zu tun und durch die Mieteinnahmen wurden stets nachweislich die Rückzahlungsraten bezahlt", betont Wolfgang Knop, der mit seiner Frau Sabine die erste Etage bewohnt. Er unterstützt Günter und Rosemarie Eymer darin, doch noch eine Abwendung der Zwangsversteigerung zu erreichen. Er kann es beispielsweise nicht verstehen, warum die Bank das säumige Geld plötzlich auf einmal haben möchte, zur Versteigerung jedoch den Wert des Hauses massiv herunter gesetzt habe und dadurch möglicherweise zu weniger Geld komme, als durch regelmäßige Ratenzahlungen durch die Mieteinnahmen.

Renterpaar steht vor dem Nichts

Für die Eheleute Eymer, 74 und 75 Jahre alt, wäre der Verlust des von ihnen 1973 erbauten Hauses eine Katastrophe: "Das ist unsere Rente, wir ständen vor dem Nichts!" Rosemarie Eymer ist verzweifelt. Nicht zuletzt durch die Probleme und die zehrende Ungewissheit seien sie und ihr Mann schwer krank geworden.

"Wir möchten unsere Vermieter nach allen Kräften unterstützen", versucht Wolfgang Knop ihnen und den anderen Mietern Mut zu machen. "Wir sind wie eine große Familie und halten zusammen." Oben wohne noch eine junge Familie mit Kind und im barrierefreien Anbau lebt Friedhelm Neuenroth, der gehbehindert ist. Für ihn – und auch für die Anderen – ist es momentan unvorstellbar, nach einer angemessenen Wohnung suchen zu müssen. Zumal die Vermieter ihnen gestattet, auch Haustiere zu halten.

Wolfgang Knop hat nun die Schlichtungsstelle des Sparkassenverbandes eingeschaltet – als letzte Hoffnung, doch die Uhr tickt....

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