In Helsa gibt es keine E-Bikes mehr zu mieten

Aurel Liphardt ist nach dem Urteil frustriert, er wird seine E-Bikes verkaufen.
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Aurel Liphardt ist nach dem Urteil frustriert, er wird seine E-Bikes verkaufen.

Aurel Liphardt gibt sich geschlagen und stellt seine Vermietung ein.

Wickenrode. Aurel Liphardt aus Wickenrode setzte bereits auf die Elektromobilität, als sich andere noch mit der Abwrackprämie befassten. In dem Ortsteil von Helsa hat er eine entsprechende Tankstelle für Elektroautos und vermietete bis Mitte Mai auch sogenannte E-Bikes – Fahrräder mit einem Elektroantrieb. Doch Liphardt muss sich nun geschlagen geben. Die E-Bikes stehen jetzt zum Verkauf. Vor dem Landgericht stritt er bis zuletzt.

Gutachten passt nicht zu Zeugenaussagen

Vor Gericht zog Liphardt, nachdem einer seiner Kunden im Jahr 2016 einen Unfall mit einem seiner Räder hatte. Ein sogenanntes Fat-Bike im Wert von 3.500 Euro wurde dabei schwer beschädigt. Laut Kunde geschah es, als dieser über eine Wiese fuhr und sich das Vorderrad beim Bremsen löste. Ein Schnellspanner soll Schuld gewesen sein, doch ein Gutachten wirft Zweifel an den Zeugenaussagen auf, kann jedoch nicht vollständig ausschließen, dass der Schnellspanner aus unbekannten Gründen nicht doch gelockert war.

Zumindest schließt das Gutachten aus, dass sich der Unfall auf einer Wiese ereignet haben soll. Die Schäden sollen demnach nur auf einem festen Untergrund entstanden sein können. Laut Gericht ist dem Mieter aber nicht zuzumuten, genau zu prüfen, wie fest der Schnellspanner angezogen werden muss. Liphardt konnte nicht nachweisen, dass er dies den Mietern im Detail erklärt hat. Der Kunde habe jedoch im Vorfeld auch erklärt, sich mit Mountainbikes entsprechend auszukennen.

Einstündige Einweisung notwendig

Für Liphardt bedeutet es, wenn er ein Fahrrad vermietet, muss er eine rund einstündige Einweisung geben, auch wenn man das Fahrrad nur für einen halben Tag ausleiht. Auch wenn er ein E-Bike mehrere Tage verleiht, kommt er für Schäden auf, falls eine theoretische Möglichkeit besteht, dass ein Mangel zu einem Unfall und damit Schäden führt. „Somit kann man mir theoretisch ein völlig zerstörtes Fahrrad zurückbringen und behaupten, dass ein Teil nicht richtig funktioniert hat und schon bleibe ich auf dem Schaden sitzen, das kann ich finanziell nicht tragen“, erklärt Liphardt. Bei dem verhandelten Fall ging es um einen Schaden von fast 1.500 Euro. Bereits in der Vergangenheit gab es auch schon Ärger mit Versicherungen, nachdem Kunden in bis zu 40 Zentimeter tiefem Hochwasser gefahren sind und somit der Elektroantrieb defekt war. „Auch hier musste ich vor Gericht ziehen, bekam jedoch Recht“, erklärte Liphardt. „In letzter Konsequenz werde ich den Verleih nun einstellen und die fünf E-Bikes verkaufen.“

Zeugenhiweise mit Bildern gesucht

„Falls jemand am 27. Juli 2016 beim Gestüt Ellenbach, während dort die Deutsche Jugend Islandpferde Meisterschaften stattfanden, Bildaufnahmen vom tatsächlichen Unfallort hat, gebe ich der Person als Belohnung eines meiner drei Elektro-Fatbikes“, so Liphardt. Vor Ort traf er zudem beim Verladen eine Frau, die ihn fragte, ob er zu der Gruppe gehöre, die „in den vergangenen Tagen wild mit diesen Fahrrädern umhergefahren ist“. Insgesamt verfügt er über drei dieser Fat-Bikes und zwei herkömmliche E-Bikes, die alle zum Verkauf stehen.

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