Helsas Lossespatzen errichten jetzt ihre eigene Spielwelt im Kindergarten

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Aus den unterschiedlichsten Materialien bauten die Kinder in wenigen Minuten ein eigenes „Spielgerüst“.

Mit alltäglichen Gegenständen, wie Brettern, Kunststoffrohren, Seilen und Autoreifen sowie viel Fantasie bauen sich die Kinder der Kita Lossespatzen ihr eigenes Spieleparadies.

Helsa. „Die Kinder sollen beim Spielen wieder stärker ihre Fantasie benutzen“, beschreibt Beate Braun das Projekt Bewegungsbaustelle, das vom Bewegen-Spielen-Lernen Verein für psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. angeboten wird. Dabei bestimmen die Kinder selbst, was sie spielen oder bauen.

Zum Einsatz kommen Alltagsdinge, wie Bretter, Kunststoffrohre, Plane, Seil oder Autoreifen. „Es wird dabei nichts vorgegeben. Früher haben Kinder etwa einfach einen Staudamm an einem Bach gebaut, ohne dass die Eltern dabei waren. Inzwischen werden viele Grenzen für die Spielwelten der Kinder vorgegeben. Die Bewegungsbaustelle holt sie dort heraus. Wir geben nichts dabei vor, wir passen nur auf, dass nichts passiert“, so Braun weiter. Der Grund für den Besuch Beate Brauns bei den AWO Lossespatzen in Helsa ist nämlich der, dass die Betreuerinnen des Hauses eine entsprechende Fortbildung absolviert haben.

„Wir sind ein Bewegungskindergarten und wollen, dass die Kinder fantasievoll spielen und vor allem, dass Sie sich bewegen. Leider bekommen die Kinder heute immer weniger Bewegung“, erklärt Andrea Fricke, die Leiterin des Kindergartens. Die erste Gruppe, die sich mit dem neuen Spielzeug befasste, legte auch gleich los und errichtete schnell ein eigenes „Spielgerüst“ aus Leiter, Reifen, Brettern und Seil. Die wichtigste Erkenntnis dabei war, dass man zusammen deutlich mehr schaffen kann, vor allem wenn man was Schweres tragen muss. „Unsere Betreuerinnen sammeln jetzt erst einmal praktische Erfahrungen. In ein paar Wochen werden sie dann noch einmal überprüft und alles besprochen, also was es zu verbessern gibt“, sagt Fricke. Die Kinder selbst haben viel Spaß dabei und da nichts vorgegeben wird, können sie einfach machen.

Ab und zu sollen neue Materialien hinzukommen, doch die meisten Gegenstände sollen gleichbleiben, um die Fantasie stärker anzuregen. „Es geht nicht darum immer etwas Neues zu bieten, es geht darum, dass die Kinder immer etwas Neues entwickeln“, sagt Braun. Die Methode selbst ist nicht neu und bereits seit den 80er Jahren bekannt. „In den 90ern kam es dann aber aus versicherungstechnischen Gründen immer weiter außer Mode. Inzwischen wird diese Methode aber sogar von Versicherungen gefördert“, so Braun. Denn – und das ist wichtig – die Kinder lernen dabei auch das Hinfallen. Viele Kinder fangen sich heute dabei nicht mehr richtig mit den Händen und Armen ab. „Die Kinder haben das Hinfallen verlernt“, so Fricke.

Und die Kindergartenleiterin weiter: „Ich mache den Eltern keinen Vorwurf, auch sie haben immer mehr Stress und Termindruck. Das Kind wird zum Kindergarten gefahren, weil es schneller geht. Im Alltag ist es einfacher das Kind am Bildschirm zu beschäftigen, während man noch Arbeit zu Hause erledigt. Hier bieten wir nun wieder die Gelegenheit an, dass man sich bewegt und mit der eigenen Fantasie eine eigene Welt erschafft“, so Fricke. Die Fortbildung selbst wird jeweils zur Hälfte vom Landkreis Kassel sowie dem Kindergarten getragen.

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