Ein Herz für Witzenhausen

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Die Arbeit der ,Pro Witzenhausen’ wurde dem Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt

Witzenhausen. Ein aktives Kulturleben und ein lebendiges Miteinander – das macht eine Stadt lebens- und liebenswert. Davon ist Diana Brehm, seit November vergangenen Jahres Stadtmanagerin und Geschäftsführerin der ,Pro Witzenhausen GmbH Witzenhausen', fest überzeugt. Die Pro Witzenhausen, eine Tochtergesellschaft der Stadt, deckt die Bereiche Tourismus und Stadtmarketing ab."Das Wort ,Pro' heißt ,für’ etwas", so Diana Brehm. "Und das wollen wir mit unserem Team: Etwas für unsere Stadt tun." Das Team, das sind Edeltraud Koch und Jens Ehrhardt, beide bereits seit über zehn Jahren dabei – sowie seit April Johannes Siebold, der sogleich seine Erfahrungen aus der Kasseler Kulturarbeit einbringen konnte.

"Wenn Menschen an einem Ort aufwachsen, hier leben, einkaufen, arbeiten, sollten alle diese wertvollen Möglichkeiten erhalten bleiben", davon ist Diana Brehm überzeugt. "Und es sollten noch wichtige Faktoren hinzukommen", sagt sie. "Das sind Traditionen und Veranstaltungen, das sind kulturelle Ereignisse und Möglichkeiten, die Begegnung und Austausch fördern und die Verbindung zu dem Ort festigt, in dem man lebt. Das ist für mich Lebensqualität. Dann zieht es mich nicht weg. Dann kann ich sagen: Das ist Witzenhausen. Da lebe ich gern. Und es kommen auch Besucher gern zu uns."Im Jahresrückblick, den Brehm am Dienstagabend beim Stadtentwicklungsausschuss hielt, ließ sie noch einmal die Veranstaltungen Revue passieren, die die Pro Witzenhausen durchführte oder beteiligt war.

Veranstaltungen wurden gut angenommen

Gemeinsam mit der Europäischen Jugendwoche holten Brehm und die Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe den traditionellen Ostermarkt zurück in die Stadt. Dieser hatte seinen Ursprung in der Altstadt, war dann aber auf Burg Ludwigstein umgezogen. Dort platzte er bald aus allen Nähten und fand seine neue Heimat in den historischen Mauern des Wilhelmiterklosters. In Verbindung mit Innenstadt-Veranstaltungen wurde der Ostermarkt ein voller Erfolg.Diesem Ereignis folgte die ,Woche der Witzenhäuser’. Diese Woche war gespickt mit vielen Einzelveranstaltungen ­– in erster Linie für Witzenhäuser Bürger. Bestehende Angebote, wie der Pflanzenmarkt rund um das Tropengewächshaus, wurden mit einbezogen. Hier war der Fokus auf den Erlebniswert für Einheimische gelegt worden. Wobei sich Brehm und ihr Team sich auch über viele Besucher aus der Region freuen konnten.Die ,Witzenhäuser Gartentour’ nahm den offiziellen ,Tag der offenen Gartenpforte’ zum Anlass, möglichst viele Gartenbesitzer rund um Witzenhausen zu motivieren, ihre Höfe und Gärten für Besucher zu öffnen. Das Besondere: Die Orte, an denen auch Musik, Lesungen und andere Highlights stattfanden, wurden zu einer Radtour verknüpft und in einem Begleitheft erläutert. Besonders erfreut waren die Organisatoren von der ,Pro Witzenhausen’ darüber, dass so viele Gartenbesitzer mitgemacht und auch bei den Vorbereitungen aktiv mitgeholfen haben.

Ergänzung zu Traditionen

"Wir möchten die im Sommer stattfindenden Traditionsfeste wie Kesperkirmes und Erntefest ­­­– und auch ,Treppen, Keller, Hinterhöfe’ oder die Europäische Jugendwoche – mit unseren Angeboten ergänzen", erläutert Brehm gegenüber unserer Zeitung. "Zu diesen Festen kommen Jahr für Jahr viele auswärtige Besucher und Touristen in die Stadt." Hier sieht die gelernte Hotel- und Wirtschaftskauffrau noch viele Möglichkeiten, den überregionalen Tourismus weiter zu fördern.

Das ,Märchenhafte Einkaufen’, das im Oktober stattfand, hatte Brehm in Kooperation mit der ,Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe’ konzipiert. In ein Rahmenprogramm mit verschiedenen Künstlern und Aktionen der ,BrüderGrimmFestival Kassel’ sowie der ,Deutschen Märchenstraße’ eingebettet, boten die Geschäfte ein märchenhaftes Ambiente – bis in die späten Abendstunden hinein. "Die Resonanz und die Stimmung waren überwältigend", so Brehm. Der gerade zu Ende gegangene Weihnachtsmarkt mit einem neuen Gestaltungskonzept sei ebenfalls sehr gut angenommen worden. Dieser war entgegen der Termine in den vergangenen Jahren auf den ersten Advent vorverlegt worden. "Auf Wunsch vieler Aussteller", erläutert die Stadtmanagerin.

Kunstausstellung in 2015

Alle genannten Veranstaltungen stehen auch im kommenden Jahr auf dem Terminkalender der ,Pro Witzenhausen’. Hinzu kommen soll ein großes Kunst-Event. "Entweder gibt es eine Hundertwasser- oder eine Da-Vinci-Ausstellung", freut sich Brehm. Auch ist ein ,Kindermarkt’ im Gespräch; hier sollen die Burgen Ludwigstein und Berlepsch mit einbezogen werden. Auch die Stadtführungen möchte Brehm in Zukunft differenzierter und umfangreicher anbieten; ein neuer Anfang sei schon mit Ritter Isenbard gemacht worden.

Dass das alles viel Geld kostet – dessen ist sich Diana Brehm bewusst. Doch sie hat positive Zahlen vorgelegt, Fakten, die für ihr Management sprechen: Das Budget, das die Stadt für ,Pro Witzenhausen’ zur Verfügung stellt, sei nicht überschritten worden, freut sich Brehm. Die Stadt sei ihrer Tochtergesellschaft gegenüber verpflichtet, entstandene Verluste auszugleichen. Dies sei in den vergangenen Jahren der Fall gewesen. Die Schutzschirm-Situation verschärfte die Lage zusätzlich.

Finanzielle Lage verbessern

"So konnte es nicht weitergehen", sagt Brehm. Nicht zuletzt durch verstärktes Sponsoring sei sie in der Lage gewesen, alle Veranstaltungen zu finanzieren. "Auch wenn die Stadt sparen muss, das kulturelle Leben darf darunter nicht leiden", mit dieser Meinung ist sie nicht allein. In Gesprächen mit dem Magist­rat habe sie Rückendeckung bekommen. Ihr Ziel: "Witzenhausen voran bringen und mehr Geld in die Kassen spülen."

Mehr Geld sollen nach ihrer Vorstellung Touristen in die Kirschenstadt bringen. Zu diesem Zweck plant die Tourist Info vermehrte und regelmäßige Messe-Auftritte. Da auch hier die Kosten möglichst gering gehalten werden müssen, favorisiert Brehm weiterhin die gemeinsame Präsentation mit Kooperationspartnern wie der Königinnen AG, der Deutschen Märchenstraße und Werratal-Tourismus Eschwege sowie Bad Salzungen.Brehm: "Und wir müssen Special-Interest-Gruppen ansprechen: Nach der Teilnahme an der Wanderbörse in Amsterdam konnten wir vermehrt Anmeldungen verbuchen. Dies gilt es auszubauen."

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