Hessisch Lichtenau: "Es bleibt bei 1.000 Flüchtlingen"

+

Die Flüchtlingsunterkunft in Hessisch Lichtenau wird nicht vergrößert. Es belibt bei einer Kapazität von 1.000 Personen.

Hessisch Lichtenau. Die Erstaufnahmestation für Flüchtlinge bewegt zurzeit die ganze Stadt. Vor allem die Meldungen bezüglich der Kapazitäten bietet viel Stoff für Stadtgespräche. Bürgermeister Jürgen Herwig gab heute in einem kurzen Statement bekannt: "Obwohl zurzeit schon eine öffentliche Diskussion über mögliche Aufnahmekapazitäten einer Erstaufnahmeeinrichtung im Senkefeld geführt wird, gibt es für die Verwaltung der Stadt noch keine konkreten Zahlen."

Im Raum standen schon die Flüchtlingszahlen "2.000" und "3.000".Nach Informationen – die dem MARKTSPIEGEL vorliegen – ist bei den bisherigen Planungen selbst eine theoretische Zahl von 3.000 Personen im Senkefeld nicht möglich. 2.000 Personen könnten zwar in der Einrichtung auf den bestehenden Flächen untergebracht werden. In diesem Fall wäre dann aber weder die Verwaltung, noch ein Lager, deren Flächen etwa ein Drittel der Station ausmachen, unterzubringen.Ohne Lager und Verwaltungsräume wäre die Einrichtung aber nicht zu führen. Praktisch ist die Unterbringung von 2.000 Personen also auch nicht möglich.

Aktuell wäre daher bei den bisherigen Planungen eine maximale Belegung mit 1.500 Flüchtlingen möglich, doch dies wäre nach Einschätzung von Experten "menschenunwürdig".

Aktuell liegt die mögliche Obergrenze in einem Notfall bei 1.250 - 1.300 Personen für die Einrichtung im Senkefeld, wenn diese steht. Und selbst dies ist nur kurzfristig möglich. "Diese Kapazitäten würden wir im Notfall nutzen, da wir im Winter garantiert niemanden im Freien schlafen lassen werden", so Harald Merz vom Regierunspräsidium (RP)

Kritik kam bezüglich der Unterkunft bisher vor allem bezüglich der Kommunikation des Regierungspräsidiums (RP) auf, was aber vor allem an der sich permanent ändernden Situation liege, da hier das RP permanent nur reagieren, aber nicht agieren kann.

Das Land Hessen prüft zurzeit 80 Standorten in ganz Hessen für mögliche Erstaufnahmeeinrichtungen und Unterkünfte.

Am Montag, 28. September, werden die Fraktionsvorsitzenden zur Magistratssitzung eingeladen, in der Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig sowie ein Stellvertreter des Regierungspräsidenten anwesend sein werden, um über den Sachstand zu informieren.

Am 11. September stimmten die Stadtverordneten in Hessisch Lichtenau darüber ab, einen Vertrag mit dem Regierungspräsidium bezüglich einer Erstaufnahmeeinrichtung im Senkefeld abzuschließen.Ein Vertrag lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor, doch in einer Sitzungsunterbrechung konnte sich jeder Stadtverordnete bei Bürgermeister Jürgen Herwig mündlich über den aktuellen Planungsstand erkundigen.

Auch die genaue Beschaffung der Unterkünfte wurde schon mehrfach korrigiert. Zunächst sollten Zelte und Container errichtet werden, dann nur noch Container. Später einigte man sich auf Leichtbauhallen. Kurzzeitig war von zwei Hallen die Rede, doch man werde mehrer kleiner Hallen errichten und diese auch noch unterteilen, um ein wenig Privatsphäre zu ermöglichen, wie es Harald Merz vom RP mitteilte.An der Zahl von 1.000 Plätzen halte man fest, es könnten aber in einem Notfall die Kapazitäten kurzfristig aufgestockt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Ausstellung in Witzenhausen klärt über Möglichkeiten zur Sanierung mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen sowie Fördermaßnahmen auf
Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Das Wanfrieder Heimatmuseum und Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte öffnet am Sonntag, 3. November, für Besucher und Interessierte letztmalig in den …
Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Die Firma Reiß verleiht seit über 30 Jahren Filme in Großalmerode. Inzwischen hat man mehrere Geschäftszweige
Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.