Hessisch Lichtenau schafft viele neue Kindergarten- und Krippenplätze

+

Hessisch Lichtenau bekommt einen größeren Regelkindergarten und einen Waldkindergarten

Hessisch Lichtenau. Für die Stadt ist es eigentlich eine gute Nachricht, dass derzeit die Bauplätze weggehen wie warme Semmeln, die Einwohnerzahl zuletzt erneut gestiegen ist – gegen den Trend im Kreis. Auf der anderen Seite braucht man für so viele Kinder auch entsprechende Kindergarten- und Krippenplätze.

Aus diesem Grund ist auf dem Roten Land der Neubau eines Kindergartens geplant, der auch eine Krippengruppe für Kinder bis drei Jahre umfasst. Zu wenig, wie sich jetzt herausgestellt hat. Platz für eine zweite Krippengruppe muss her, denn inzwischen stehen 30 Kinder auf der Liste für einen Krippenplatz. „Leider gibt es keinen Stichtag für die Anmeldungen der Kinder. Die Eltern melden ihr Kind in der Regel an, wenn sie hierher ziehen.

Als Stadt sind wir Verpflichtet entsprechende Plätze zur Verfügung zu stellen“, erklärte Bürgermeister Michael Heußner. Dass man dem Bedarf gerecht werden müsse, dem stimmte auch die Stadtverordnetenversammlung zu. Doch man wolle wissen, wie hoch nun die Gesamtkosten des Projektes liegen, wenn nun eine weitere Gruppe eingeplant werden muss.

„Dazu können wir derzeit keine genauen Angaben tätigen. Die AWO als Träger muss erst noch die Pläne erstellen“, so Heußner. Es sei jedoch Günstiger die bei einem Neubau zu berücksichtigen, statt an einer Bestehenden Einrichtung etwas anzufügen.

Um möglichst zeitnah den Neubau in die Wege zu leiten sei es laut Bürgermeister hinderlich, wenn man die Entscheidung vertagen würde. Die Stadtverordneten hingegen wollten eine ungefähre Summe wissen, die nun für den Neubau mit der zusätzlichen Gruppe anstehen.

Am Ende der hitzig geführten Debatte kam es zu einer Sitzungsunterbrechung und Abänderung der Beschluss-Vorlage, wodurch dann doch der größere Neubau umgesetzt werden kann. Für die geänderte Beschlussvorlage stimmten 28 von 29 Abgeordneten mit Ja. Es gab eine Enthaltung.

Summe erst mit Plänen ermittelbar

Wenn die AWO nun die Pläne vorlegt und somit auch die Summe der Fördermittel berechnet werden kann, die es vom Land Hessen gibt, weiß man, welche Summe die Stadt Hessisch Lichtenau für den Neubau investieren muss.

Der Neubau wäre der fünfte Kindergarten in Hessisch Lichtenau. Die Zahl der Kinder sei in den vergangenen Jahren nicht entsprechend in die Höhe geschnellt, wie es Bürgermeister Heußner auf der Bürgerversammlung am 9. Mai der Bevölkerung erklärte, sondern inzwischen sei die Nutzung eine andere. Eltern würden ihre Kinder bereits in früheren Jahren und auch länger am Tag in der Betreuungseinrichtung abgeben, da sich das Arbeitsverhalten deutlich verändert habe.

Waldkindergarten kommt auch noch

Um zukünftig deutlich flexibler auf die Anzahl der Kinder zu reagieren wird es in Hessisch Lichtenau einen sogenannten Waldkindergarten geben. Auch hier wird die AWO der Träger sein, da dessen Angebot deutlich unter dem von Lichtenau e.V. lag. Lichtenau e.V. wollte zwei Kindergarten und eine Krippengruppe einrichten.

Bei Lichtenau e.V. hätten die Kosten für den Umbau im Bestand bei rund 1,5 Millionen Euro gelegen, die Jährlichen Betriebskosten bei etwa 385.000 Euro, was einer Regelkindertagesstätte entsprochen hätte. Das Angebot der AWO ist ein klassisches Waldkindergarten-Konzept mit Schutzhütte. Die Kosten für den Waldkindergarten liegen zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten sind auf rund 44.000 Euro taxiert.

In dem Waldkindergarten können etwa 20 Kinder betreut werden. Da auf dem Roten Land bereits ein vollständiger Kindergarten entsteht, ist das Konzept der AWO ausreichend. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Ausstellung in Witzenhausen klärt über Möglichkeiten zur Sanierung mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen sowie Fördermaßnahmen auf
Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Das Wanfrieder Heimatmuseum und Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte öffnet am Sonntag, 3. November, für Besucher und Interessierte letztmalig in den …
Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Die Firma Reiß verleiht seit über 30 Jahren Filme in Großalmerode. Inzwischen hat man mehrere Geschäftszweige
Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.