Hessisch Lichtenau: Schreib für Freiheit“ Freiherr-vomStein-Schule schickt 500 Briefe in die Welt

Schülerschaft der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau beteiligt sich am Projekt „Schreib für Freiheit“ von Amnesty International

Hessisch Lichtenau. Rund 500 Briefe hat die Schülerschaft der Freiherr-vom-Stein-Schule geschrieben. Damit wollen sie anderen Menschen Mut machen und sich für die Rechte anderer einsetzen, deren Rechte beschnitten werden, oder die erst gar keine haben. An der Schule selbst gibt e bereits seit zwei Jahren eine AG, die sich gegen Extremismus und Antisemitismus stellt. Mitte 2019 organisierte man eine Menschenkette, die von der ehemaligen Munitionsfabrik in Hirschhagen nach Hessisch Lichtenau führte, zum Standort der einstigen Baracken der jüdischen Zwangsarbeiter während der NS-Zeit.

Im November kam nun die Frage auf, ob man sich am Projekt „Schreib für Freiheit“ von Amnesty International beteiligen sollte. „Die Resonanz unter den Schülern war sehr groß, die Beteiligung daran freiwillig. Die Briefe wurden zuhause von den Schülern teils in Handschrift verfasst“, erklärt Claudia Pott, die die Idee angestoßen hatte. Bei „Schreib für Freiheit“ kann man Menschen schreiben, die im Gefängnis Strafen verbüßen müssen, etwa weil sie sich für Meinungsfreiheit oder die Rechte anderer, zum Beispiel die von Schwulen und Lesben eingesetzt haben. „Wir können uns hier in Deutschland frei äußern, für uns ist das selbstverständlich, in anderen Ländern jedoch nicht“, erklärt Tom Stange, der an der Aktion teilgenommen hat.

„Derzeit meinen ja die Querdenker, dass wir in einer Diktatur leben, weil alle einen Mundschutz tragen müssen. Ihre Meinung tun sie auf Demonstrationen in der Öffentlichkeit kund. Für die Schüler haben sich somit die Querdenker von ganz allein entlarvt. Denn würden wir in Deutschland in einer Diktatur leben, könnten die Querdenker nicht gegen die Maskenpflicht protestieren“, so Claudia Pott, die aus den Unterrichtsstunden berichtet, in denen man sich mit Menschenrechten befasst hat.

Dass die Briefe sehr wohl etwas Positives bewirken können, kann man in der Broschüre von Amnesty international zu der Aktion „Schreib für Freiheit“ nachlesen. Denn die Briefe sorgen zunächst einmal für Aufmerksamkeit, eine Aufmerksamkeit, die man in den Ländern seitens der Amtsinhaber meiden möchte. Manch eine zu unrecht verurteilte Person kommt so früher oder umgehend aus dem Gefängnis frei.

Doch selbst wenn diese im Gefängnis bleiben müssen, gibt es ihnen Kraft, wie es ehemalige Gefangene Amnesty International berichten. Die Briefe haben Die Schüler in einem Schaukasten im Pausenbereich gesammelt. Jetzt werden diese abgeschickt und gehen raus in die Welt, um zu zeigen, dass Menschenrechte wichtig sind und weil man denen Mut machen möchte, die dafür einstehen.

Rubriklistenbild: © Horn

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