Hilfe für Frau Holle: AG „Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf” sucht Nachwuchs

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Damit es die Märchenwoche auch noch in einigen Jahren gibt: Die beiden „Frau Holle“, Petra Jathe (li.) und Ida Schröder, suchen dringend neue Mitglieder für die AG „Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf“.

Jedes Jahr lockt die Märchenwoche zahlreiche Besucher nach Bad Sooden-Allendorf. Welche Arbeit dahinter steckt, wissen aber nur wenige. Derzeit wird das Projekt von nur acht Ehrenamtlichen gestemmt. Frau Holle und Co. würden sich über weitere helfende Hände freuen.

Bad Sooden-Allendorf. Seit Sonntag verzaubern wieder Märchen- und Sagengestalten der Region die zahlreichen Gäste und Einheimischen der Badestadt. Jedes Jahr zu Ostern hält die Märchenwoche Bad Sooden-Allendorf Einzug in den Kurpark und sorgt bei kleinen und großen Besuchern für strahlende Augen. In diesem Jahr feiert die Veranstaltung ihr 25-jähriges Bestehen.

Es war einmal…

Im Jahr 1994 hatten Renate Seyboldt und Hanna Wallbraun die Idee, eine Aktionsgemeinschaft „Rund um das märchenhafte Bad Sooden-Allendorf” zu gründen, damit war die Märchenwoche geboren. „Die Idee, die dahinter steckte, war über die Grenzen der Stadt hinaus Werbung für Bad Sooden-Allendorf zu machen”, erinnert sich Petra Jathe, heutige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf”, die bis heute dafür sorgt, dass den Besuchern jedes Jahr zur Märchenwoche ein buntes und abwechslungsreiches Programm angeboten wird.

Damit das auch in Zukunft auch so bleibt, braucht der Verein aber dringend Nachwuchs. Der Verein zähle aktuell nur rund 15 Mitglieder, darunter acht Aktive. „Wie viele Vereine kämpfen auch wir mit dem Problem, dass unsere Mitglieder immer älter werden”, berichtet Jathe. Es gebe zwar immer wieder junge Mädchen, die als Gold- und Pechmarie einige Jahre in der Arbeitsgemeinschaft aktiv sind, doch in der Pubertät hören die meisten wieder auf. Die Gründe dafür seien verschieden, so Jathe, andere Vereinsverpflichtungen oder höhere Schulanforderungen sorgen dafür, dass sie irgendwann leider keine Zeit mehr hätten. Viele scheuen sich auch davor, sich auf eine Aktivität festzulegen, fügt Ida Schröder hinzu. „Von Jahr zu Jahr wird es für uns schwieriger, Mädchen zu finden, die bereit sind bei Veranstaltungen in die Rolle von Gold- und Pechmarie zu schlüpfen”, beschreibt die 2. Vorsitzende der AG das Problem, mit dem der Verein derzeit zu kämpfen hat.

Seit langen sei man bereits auf der Sucher nach weiteren Vereinsmitgliedern, bislang ohne Erfolg. Mit Flyern, Märchenveranstaltungen und bei Elternabenden in den lokalen Kitas haben die Mitglieder der AG bereits die Werbetrommel für den Verein und damit den Erhalt der Märchen als Kulturgut der Region gerührt. „Viele finden, dass Märchen veraltet sind und halten nichts davon, sich dafür zu engagieren, bedauert Schröder. „Dabei spielen Märchen für Kinder eine große Rolle auch bei der Vermittlung der Sprache”, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Was vielen nicht bewusst sei: Bei der Arbeit der AG gehe es nicht nur um die Vermittlung von Märchen und Darstellung überlieferten Kulturguts, sondern auch um die Repräsentation der Stadt nach außen.

Viel Engagement für Märchen und Stadt

„Frau Holle, Gold- und Pechmarie sind die Symbolfiguren der Stadt”, sagt Jathe, die weiß, wovon sie spricht, denn seit Jahren ist sie, genau wie Schröder, als Frau Holle unterwegs, um Bad Sooden-Allendorf auf Messen und Veranstaltungen überall in Deutschland zu vertreten. Aber auch in der Kurstadt selbst gibt es für Frau Holle sowie Gold- und Pechmarie einiges zu tun: Neben Stadtführungen, Märchenführungen und Auftritten bei Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Weihnachtsmarkt, gehört die alljährliche Märchenwoche zum Pflichtprogramm.

Frisches Blut und neue Ideen gesucht

Um das achttägige Programm auf die Beine zu stellen, legen die ehrenamtlichen Mitglieder der AG „Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf” bereits im September los. Motto suchen, Flyer entwerfen, Akteure buchen - es gib jedes Jahr viel zu tun, so Jathe. Fleißige Hände, die bei der Organisation mithelfen sind jederzeit willkommen. „Wir freuen uns über jeden, der sich mit frischen Blut und neuen Ideen in die Arbeit der AG einbringt, egal ob bei der Organisation und Durchführung der Märchenwoche oder bei anderen Aktivitäten des Vereins.”

Man müsse auch nicht viel mitbringen, ergänzt Schröder. „Märchen vermitteln könne eigentlich jeder, der Lesen kann. Organisationstalent, frische Ideen, Spaß an der Vereinsarbeit und vielleicht ein wenig handwerkliches Geschick, das reiche. Wer auf Menschen zugehen und ein wenig „schnuddeln” kann, ist bei uns goldrichtig“, so die 2. Vorsitzende. Natürlich würden sie sich freuen, wenn unter den Interessenten auch eine weitere Frau-Holle-Anwärterin wäre, sind sich Jathe und Schröder einig. Doch ein Muss ist das nicht.

Jeder, der Lust hat die AG „Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf” künftig als Vereinsmitglied zu unterstützen, kann sich an Petra Jathe, Tel. 05652-919936, petra@csc-jathe.de wenden. „Interessenten können mich auch gern während der Märchenwoche vor Ort ansprechen und sich über unsere Arbeit informieren”, so Jathe.

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