Hund & Co. gehören nicht untern Weihnachtsbaum: Tierschutzverein verzichtet vor den Feiertagen auf Tiervermittlungen

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Tiere gehören nicht als Weihnachtsgeschenk unter den Tannenbaum.

Ob ein Hundewelpe, der mit seinem treuen Blick das Herz höher schlagen lässt, das süße Kätzchen oder ein putziges Meerschweinchen – Tiere stehen vor allem bei Kindern ganz oben auf dem Wunschzettel. Tierheime und Tierschutzorganisationen raten allerdings davon ab, an Weihnachten Tiere zu verschenken.

Witzenhausen. Vor Weihnachten vermittelt der Tierschutzverein Witzenhausen keine Katzen. „Wir wollen dadurch verhindern, dass Tiere als Geschenk unterm Weihnachtsbaum sitzen“, sagt die Vereinsvorsitzende Susanne Klemens.

„Tier bewusst zulegen“

Gerade Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Wellensittiche sind nach wie vor als Geschenke für Kinder beliebt. Aber auch kleine Katzen oder Hundewelpen lassen Kinderherzen höher schlagen. Doch wenn sich die anfängliche Begeisterung gelegt hat, landen viele davon im Tierheim. „Ein Tier sollte man sich nur ganz bewusst zulegen“, so Klemens. „Als Überraschungsgeschenk zu Weihnachten ist es absolut ungeeignet.“ Deshalb habe sich der Vorstand des Witzenhäuser Tierschutzvereins entschlossen, auch in diesem Jahr, auf die Vermittlung der Schützlinge in den Tagen vor und nach Weihnachten zu verzichten.

Klemens weiß aus Erfahrung durch ihre Arbeit im Eschweger Tierheim und dem Katzenhaus des Tierschutzvereins in Witzenhausen, dass die lebenden Geschenke des Öfteren wieder im Tierheim landen. Das passiere zwar nicht sofort, aber wenn der Alltagsstress nach den Feiertagen beginne und das Problem der Betreuung tagsüber anstehe, komme es nicht selten vor, dass die Tiere wieder abgegeben würden: „Der Reiz des neuen Mitbewohners und Spielkameraden hat nachgelassen und die Kinder merken, dass ein Tier viel Arbeit macht.“

Geschlossen hat der Tierschutzverein vor Weihnachten und in den Tagen danach jedoch nicht. Interessenten können auch in der Zeit vorbeikommen und sich ein Tier aussuchen – doch abholen können sie es erst im neuen Jahr. „Wie bei jeder Vermittlung lassen wir uns auch in diesen Fällen Zeit und schauen uns die künftigen Besitzer ganz genau an“, so Klemens weiter, „damit die Tiere ein neues Zuhause auf Dauer bekommen“.

Auch die Tierschutzorganisation Tasso weist darauf hin, dass Tiere keine Geschenke seien. Tasso-Leiter Philip McCreight bekräftigt: „Die Entscheidung, ein Tier aufzunehmen, sollte gründlich durchdacht und mit allen Beteiligten besprochen werden.“

„Alltag bedenken“

Leider passiere es häufig, dass Eltern ihren Kindern eine besondere Freude machen wollen und ein Haustier kaufen, so McCreight. „Zunächst ist die Begeisterung riesig, das Kind liebt seinen neuen Gefährten und kümmert sich gut um ihn. Häufig lässt das Interesse jedoch schnell nach. Anderes wird wichtiger und die Arbeit bleibt an den Eltern hängen, die in jedem Fall die Hauptverantwortung zu tragen haben. Es kann aber auch sein, dass ein Kind einfach nicht weiß, wie es artgerecht mit dem Tier umgehen soll und deshalb seinen Bedürfnissen nicht gerecht wird“. Aber auch bei Erwachsenen könnten tierische Geschenke fatale Folgen haben. Oft fehle die Zeit, das Interesse oder die Lebensumstände ändern sich, warnt die Tierschutzorganisation.

Zeit fürs Überlegen

Der Tasso-Tipp für alle Familien, die sich für tierischen Zuwachs entschieden haben: Nutzen Sie die besinnlichen Tage, um sich Gedanken über das Bevorstehende zu machen. Erstellen Sie gemeinsam Listen, was Sie alles für ihren tierischen neuen Freund benötigen. Legen Sie fest, wer dauerhaft welche Aufgaben übernehmen wird, und bereiten Sie sich vor. Wenn im neuen Jahr Ruhe eingekehrt ist, kann die Suche nach Ihrem vierbeinigen Begleiter losgehen.

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