Igel suchen Schlafplätze: Tierheim Eschwege gibt Tipps zum Wohl der Tiere

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Untergewichtige Jungigel haben ohne Hilfe keine Chance den Winter zu überleben. Sie brauchen Pflegestellen, in denen sie den ganzen Winter gefüttert werden, damit sie dann gesund im Frühjahr in die Freiheit entlassen werden können.

Viele Igel, die jetzt noch durch die Gärten streifen, werden den Winter nicht überleben. Nicht nur den kleinen stachligen Freunden, auch erwachsenen Tieren fehlen die notwendigen Fettreserven. Gabriele Kaestner, „Igel-Fachfrau“ des Tierschutzvereins Eschwege, gibt Tipps, wie man jungen und älteren Igeln helfen kann.

Eschwege - Derzeit sieht man viele Jungigel durch die Gärten und Parkanlagen laufen. Viele von ihnen sind besonders klein und leicht und selbst ausgewachsene Igel sind zurzeit oft unterernährt. In diesem Zustand können weder Jungigel noch ausgewachsene Tiere den Winter überstehen, denn während dieser Zeit brauchen sie zum Überleben ihre Fettreserven, die sie im Sommer und Herbst angefuttert haben sollten.

Aber genau das ist das Problem“, erklärt Gabriele Kaestner, die „Igel-Fachfrau“ des Tierschutzvereins Eschwege und Umgebung. „In diesem Herbst sind schon vier unterernährte Jungigel im Tierheim abgegeben worden, ungewöhnlich viele für Mitte Oktober“, berichtet sie. Durch das trockene Frühjahr und den trockenen, heißen Sommer haben die Igel, die sich in dieser Zeit von Insekten, Schnecken und Würmern ernähren, wenig Futtertiere gefunden. Im Spätsommer und Herbst besteht die Hauptnahrung der Igel aus heruntergefallenem Ost. Dieses Jahr haben die Obstbäume aber wenig getragen, sodass auch diese Nahrungsquelle spärlicher ausgefallen ist. „Viele Leute sammeln das Obst in ihren Gärten sofort auf, damit es ordentlich aussieht, das nimmt den Igeln aber ihre Nahrung“, berichtet Kaestner.

Das wird jetzt für die Tiere zum Problem. Sie sind unterernährt, werden anfällig für Parasiten und Krankheiten und können daher den Winter nicht überstehen. Deshalb brauchen in diesem Jahr nicht nur die Jungigel Hilfe. Gabriele Kaestner empfiehlt, wenn man die Igel unterstützen will, im Garten Futterplätze mit Obst oder Katzenfutter anzulegen. Keinesfalls darf man Milch anbieten. Die Tiere haben eine Laktoseintoleranz und können an Milchkonsum sterben, warnt sie.

Es hilft den Igeln auch, wenn sie sichere und trockene Schlafplätze in Gärten finden. Reisighaufen können die Tiere so nutzen und sie mit Laub auspolstern. Das ist aber nur möglich, wenn die Garteneigentümer solche Rückzugsmöglichkeiten in ihren Gärten schaffen. Mehr igelfreundliche Gärten wünscht sich Gabriele Kaestner. Findet man einen untergewichtigen Jungigel, der nur 80 bis 100 Gramm wiegt, hat dieser keine Chance den Winter zu überleben. Solche Tiere kann man beim Tierheim in Eschwege abgeben. Sollte das Tier krank sein, wird eine tierärztliche Betreuung vom Tierheim veranlasst. Ist der Igel wieder gesund und von Parasiten befreit, dann sucht das Tierheim nach einer Pflegestelle in der das Tier überwintern kann. Der Jungigel wird dort im Haus in einem ungeheizten Raum untergebracht und den ganzen Winter gefüttert, denn er macht keinen Winterschlaf. Im Frühjahr wird er dann ausgewildert.

Igelpaten gesucht

Wer Igelpate werden will und so einem oder mehreren Jungigeln das Leben retten möchte, kann sich beim Tierheim Eschwege melden. Es werden noch Paten gesucht. Wichtig ist dabei aber, es handelt sich um Wildtiere, die nicht an den Menschen gewöhnt werden sollten. Kuscheln und Streicheln ist also tabu“, erklärt die Igelexpertin. Es ist nur eine Patenschaft auf Zeit, um dem Tier über den Winter zu helfen. Informationen, was zu tun ist, wenn man einen Igel findet, gibt es auf der Startseite des Tierheims unter: https://www.tierheim-eschwege.de/startseite/. Das Tierheim Eschwege ist zu erreichen unter 05651-1733. Die Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 9 bis 12 Uhr. Das Katzenhaus können Sie an diesen Tagen zusätzlich auch von 16 bis 18 Uhr besuchen.

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