Integrierte energetische Quartierssanierung startet

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Integrierte energetische Quartierssanierung startet im Werra-Meißner-Kreis - sechs Kommunen beteiligt

Werra-Meißner. "Der Klimaschutz im Land Hessen macht gute Fortschritte", konnte Rüdiger Schweer vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung auf dem 3. Klimaschutzforum verkünden, das im Kompetenzzentrum HeRo in Witzenhausen, stattfand.

Der Werra-Meißner-Kreis sei hier besonders aktiv geworden, indem er im Rahmen der ,Integrierten energetischen Quartierssanierung’ einen gemeinsamen Antrag für sechs Gemeinden entwickelt habe, so Schweer weiter (siehe Extra Info). Dies sei zwar innerhalb der Förderrichtlinien nicht vorgesehen gewesen, jedoch mit großem Interesse aufgegriffen worden."Wenn wir das gut hinbekommen, ist dies für das Land ein Vorzeigeprojekt", betonte Schweer.Insbesondere auf Dr. Rainer Wallmann, Vizelandrat und Umweltdezernent sei es zurückzuführen, dass dieses "einmalige Projekt", wie Schweer es nannte, eine ganz besondere Förderung erhalten wird. Die vom Bund zugesagten 65 Prozent durch die KfW-Bank seien zusätzlich mit 35 Prozent vom Land Hessen (KFA-Programm) aufgestockt worden – mit der Maßgabe, dass die Kommunen fünf Prozent ,nichtmonetäre Eigenleistungen’ erbringen.

,Hier wird Handwerk beschäftigt’

Wallmann strich die Vorteile für den Werra-Meißner-Kreis heraus, indem er betonte, dass durch die umzusetzenden Maßnahmen eine regionale Wertschöpfung stattfände: "Hier wird unser Handwerk beschäftigt!" Auch die qualifizierte Bürgerbeteiligung werde groß geschrieben. Hier sei von Vorteil – und auch vom Land Hessen anerkannt worden – dass es im Werra-Meißner-Kreis seit einigen Jahren die ,Bürgerenergiegenossenschaft’ gäbe (www.buergerenergie-wm.de).Mit der Projektbearbeitung wurde die ,Klima und Energieeffizienz Agentur’ (KEEA), Kassel in Kooperation mit der Seeger Engeneering GmbH Hessisch Lichtenau sowie der NH ProjektStadt Kassel, betraut. "Allein die Tatsache, dass die Projektbüros bei der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhielten, zeugt von Kompetenz und Innovationsgeist", so Wallmann.Insgesamt 360.000 Euro stehen für die Planungsphase zur Verfügung, die bis zum 31. August 2016 abgeschlossen sein muss. Während dieser Zeit übernimmt die ,Werratal Energie- und Umweltgesellschaft’ (WEGE) die Projektsteuerung. Dann erhält jede der beteiligten sechs Kommunen ein umsetzungsreifes Konzept an die Hand.

Biomasseverwertung in Herleshausen

Um zu verdeutlichen, wie Ressourcen und Möglichkeiten einer Gemeinde genutzt werden können, präsentierte Burkhard Scheld, Bürgermeis­­ter der Gemeinde Herleshausen, den Teilnehmern des Forums die Idee einer ,energetischen Quartierssanierung’ fürHerleshausen."In dem ausgesuchten Quartier – dem Zentrum – befinden sich Gebäude der Gemeindeverwaltung, zwei Sporthallen, der Bauhof und Feuerwehr, die Südringgauschule, das Altenzentrum, die Kirche und das das Schloss", zählte Scheld die wichtigsten Objekte auf. Diese, so stelle er sich vor, könnten zukünftig über ein Nahwärmenetz versorgt werden. In der Umgebung von Herleshausen gäbe es ein großes Kontingent an ,holziger Biomasse’. Für Baum- und Strauchschnitt stehe bereits seit Jahren eine Sammelstelle bereit.

Auf dem Forum hatte kurz zuvor Dipl.Ing. Thomas Raussen vom ,Witzenhausen-Institut’ das vom Land Hessen geförderte Modellvorhaben ,Holzige Biomasse im Werra-Meißner-Kreis’ vorgestellt. Rohstoffe in Form von Holz, Baum- und Strauchschnitt wird bereits im gesamten Kreisgebiet gesammelt und zu Brennstoff aufbereitet, um sie vor Ort zur Wärmeerzeugung zu verwenden."Im ländlichen Raum sind wir mit nachwachsenden Rohstoffen reich gesegnet und die energetische Verwertung stellt einen wichtigen Schritt in die Zukunft dar", schloss Scheld.

Bestandsaufnahme in den Kommunen startet

Nun geht es los: Mitarbeiter der KEEA besuchen die Kommunen, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Ausgestattet sind sie mit gelben Warnwesten und Kameras."Die Bürger und Hausbesitzer sollen bitte nicht erschrecken, wenn wir ihre Häuser näher in Augenschein nehmen und Fotos und Aufzeichnungen machen", bittet Thomas Duwe vom Projektbüro KEEA um Verständnis. Wenn trotzdem jemand skeptisch sein sollte: Er und seine Kollegen können sich amtlich ausweisen.

Extra-Infos:

,Das Quartier'

Das Wort ,Quartier’ steht für Unterkunft oder auch Stadtviertel. Beim Modellprojekt ,Integrierte energetische Quartierssanierung’, an dem die  Städte Witzenhausen, Eschwege und Großalmerode sowie die Gemeinden Herleshausen, Ringgau (Netra) und Meißner (Germerode) teilnehmen, bedeutet ,Quartier’ ein ausgewählter Teil einer Kommune, zumeist die Innenstadt oder mehrere Gebäude.Gefördert wird das Modellprojekt durch Mittel des Landes Hessen und der KfW. Die Gewinnerinnen

Die Sieger im FR-Schülerwettbewerb "Präsentieren und gewinnen"

Es sind die Teilnehmer vom Beruflichen Gymnasium Eschwege, der Marienschule Limburg sowie der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim. 32 Kurse aus 21 Schulen hatten sich zu dem Wettbewerb "Präsentieren und gewinnen" angemeldet, den die Frankfurter Rundschau gemeinsam mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft zum neunten Mal ausrichtete.Wie gelingt die Energiewende?Der Streit um die Standorte für Windräder, die Auseinandersetzung um den geplanten Bau einer neuen Stromautobahn von Nord nach Süd, die Probleme mit der Speicherung von Wind- und Sonnenstrom – Kadisha Cleemann, Laura Oehler und Theresa Throm vom Beruflichen Gymnasium Eschwege haben das schwierige Thema nicht gescheut und zum Gegenstand ihres Wettbewerbsbeitrags gemacht. Betreut von Lehrer Claus Wenzel ist dabei ein faktenreiches, übersichtliches und gut gegliedertes Werk entstanden, das die drei Schülerinnen auf dem Klimaschutzforum in Witzenhausen präsentierten.Bereits in 15 Jahren könnten demnach in Nordhessen bis zu 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen, 250 Windräder wären dafür nötig, wofür 45 Quadratkilometer reserviert werden müssten. Die drei Schülerinnen liefern in ihrer Arbeit Thesen zur weiteren Diskussion und beschreiben Pro und Kontra der unterschiedlichen Arten, Energie zu erzeugen.

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