Insolvenzverfahren für Rege Motorenteile angelaufen

Markus Keil (5.v.li.) mit den Mitgliedern der AG60+bei der Firma Rege GmbH
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Markus Keil (5.v.li.) mit den Mitgliedern der AG60+ besuchte die Firma Rege in Witzenhausen

Internationaler Bieterprozess für Rege GmbH beginnt

Witzenhausen. Zum 1. April hat das zuständige Amtsgericht Meiningen das Insolvenzverfahren über das Vermögen der REGE Motorenteile GmbH in Hörselberg-Hainich eröffnet und Rechtsanwalt Rüdiger Weiß von der Kanzlei „WallnerWeiß Insolvenzverwalter GbR“ zum Insolvenzverwalter bestellt. WallnerWeiß zählt zu den führenden Insolvenzverwalterkanzleien der Bundesrepublik Deutschland mi t Schwerpunkten in den Bereichen Sanierung, Restrukturierung und Eigenverwaltung.

Investoren haben Übernahme-Interesse gezeigt

An drei Fertigungsstandorten in Eisenach, Witzenhausen und Brasov in Rumänien beschäftigt REGE derzeit rund 1.100 Mitarbeiter. Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, unter dem Schutz des Insolvenzrechts den eingeleiteten Restrukturierungsprozess fortzuführen und das Unternehmen nachhaltig zu sanieren. „Gemeinsam mit Kunden, Lieferanten und unterstützenden Dienstleistern sind wir auf dem richtigen Weg, wenn auch große Aufgaben noch vor uns stehen“, informiert Rechtsanwalt Rüdiger Weiß.

„So beginnt beispielsweise der internationale Bieterprozess in Kürze. Zahlreiche Investoren haben bereits ihr Übernahmeinteresse angezeigt. Im Idealfall finden wir für REGE einen Käufer, der die komplette Firma einschließlich ihrer fachkompetenten Mitarbeiter übernimmt und damit die Standorte nachhaltig sichern wird.“

In Abstimmung mit den wesentlichen Kunden werden derzeit die weiteren Voraussetzungen für eine geordnete Betriebsfortführung gelegt. Dies beinhaltet auch die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen, um REGE für die notwendige Übernahme durch einen Investor im Laufe dieses Jahres profitabel aufzustellen.

Witzenhäuser Parlament verabschiedete Resolution

Das Stadtparlament hat einstimmig die von der SPD-Fraktion eingebrachte Resolution zum Erhalt der knapp 250 Arbeitsplätze bei der von Insolvenz betroffenen Firma Rege verabschiedet. Der Magistrat wurde damit beauftragt, sich mit allen möglichen Mitteln auf Bundes- und Landesebene dafür einzusetzen, dass die Arbeitsplätze in der Stadt erhalten bleiben. Insgesamt sind rund 1100 Arbeitsplätze an den Standorten Eisenach, Witzenhausen, sowie in Rumänien betroffen.

Erst im Mai 2015 war das Unternehmen von der indischen Amtek-Gruppe übernommen worden, derzeit läuft ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Meiningen gegen die Firma. Sie hat unbeglichene Schulden gegenüber einer Krankenkasse.

SPD besuchte Betriebsrat

Markus Keil (SPD) berichtete von seinem Besuch des Betriebsrats von REGE und betonte, dass sein Einsatz für die Belegschaft keine Wahlkampftaktik sei. Er selbst habe vor zahn Jahren, als die Umstrukturierung des Krankenhauses anstand, erfahren müssen, wie es sei, um seinen Arbeitsplatz zu bangen. Gerne erinnere er sich daher an die damalige Solidarität zwischen Stadt und Mitarbeitern des Klinikums.

Andreas Gerstenberg (CDU) verwies wiederum darauf, dass niemand im Stadtparlament wolle, dass Arbeitsplätze verloren gingen, die Resolution aber nicht mehr als eine „nette Geste nach außen“ gesehen werden könne. „Es gibt relativ wenig Eingriffsmöglichkeiten von Seiten der Stadt aufgrund der internationalen Besitzverhältnisse.“

Georg Gries (SPD) widersprach dieser Aussage indirekt: Er selbst habe in 32 Jahren als Betriebsrat viele Umstrukturierungsmaßnahmen direkt und indirekt mitbekommen. „Bei vielen Streiks waren es Gesten, wie ein Tee oder ein Butterbrot, was einem von Unterstützern vorbeigebracht wurde, was die Moral hochhielt.“ Zudem sei es möglich, einen runden Tisch einzuberufen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und ähnliche Institutionen einzubeziehen. Desweiteren verwies er auf einen „hochwertigen Maschinenpark,in den viel investiert wurde und volle Auftragsbücher.“ Arbeitsplätze in der Produktion seien wertvoll und erhaltenswert.

Landrat setzte sich ein

Kritik kassierte Bürgermeisterin Angela Fischer von der SPD Fraktion dafür, dass sie die Belegschaft noch nicht selbst aufgesucht hatte, im Gegensatz zum Landrat Reuß. Dieser wiederum hat bereits einen Brief ans hessische Ministerium geschrieben, aber bis zum Zeitpunkt der Stadtverordnetenversammlung noch keine Antwort erhalten.

Heinz Köhler ( FDP) entgegnete mit der Frage, warum der Betriebsrat der Firma bislang nicht selbst auf die Bürgermeisterin zugegangen sei und rief die Belegschaft dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen und mit einem öffentlichen Streik auf ihre Belange aufmerksam zu machen.

AG60+ für Erhalt der Firma REGE

Kürzlich besuchte Bürgermeisterkandidat Markus Keil, begleitet von dem stellvertretenden Vorsitzenden des SPD Ortsverbandes Jens Lange, die AG60+ der SPD Witzenhausen in Dohrenbach. Markus Keil nutzte das Treffen zur Gelegenheit sich vorzustellen und Fragen bezüglich seiner Kandidatur zu beantworten. Besondere Wichtigkeit hatte für die AG60+ der Erhalt der historischen Bausubstanz in Witzenhausen und wie man die Stadt insbesondere für junge Menschen attraktiver gestalten kann. Mitglied Georg Gries betonte noch einmal, dass die AG60+ ihre Solidarität mit der Belegschaft der Firma REGE zum Ausdruck bringt und wie wichtig diese Arbeitsplätze für Witzenhausen sind.

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