Ein Jahr im Zeichen der Schwarzen Null

+

Der Haushaltsausgleich genießt in Wanfried 2015 absolute Priorität. Zudem dauern die Gespräche über das geplante Kunst- und Kulturzentrum weiter an.

Wanfried. "Haushaltskonsolidierung", sagt Wanfrieds Bürgermeister  Wilhelm  Gebhard ohne  Zögern,  wenn  man  ihn nach dem größten Projekt für das Jahr 2015 fragt. Die  Schwarze  Null  ist  nötig, um  den  Schutzschirmvertrag mit dem Land einzuhalten. Gelingt das nicht, droht der Stadt die Rückzahlung der Entschuldungshilfe in Höhe von 4,1 Millionen Euro.

Aber  das  ist  nicht  Gebhards einziges Argument für den rigiden Sparkurs und die Mehrbelastungen  der  Bürger: "Wir brauchen  einen  ausgeglichenen Haushalt, um das Heft des Handelns weiter in der eigenenHand zu halten."

Lokale Infrastruktur soll erhalten bleiben

Denn: Schreibt die Stadt 2015 erneut rote Zahlen, könnte das Regierungspräsidium den Rotstift  am Wanfrieder  Haus-halt  ansetzen.  "Dann  stünde vieles auf der Kippe, das wir erhalten wollen", sagt Gebhard. Als  Beispiele  nennt  er  dasFreibad, die Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser  und  die Subventionierung  der  Kiga-Gebühren.

Bereits jetzt habe die Stadtverordnetenversammlung  Beschlüsse  fassen  müssen,  die 2012 noch als Tabu galten – dazu gehöre auch die Anhebung der Grundsteuer auf 770 Punkte. "Die  Bürger  haben  Recht, dass das zu viel ist", sagt Gebhard,  "aber wir hatten  keine andere Wahl." Er bittet die Einwohner um Verständnis und einen  Schulterschluss  mit  den ehrenamtlich  politisch  Handelnden.  "Ich  hoffe,  dass  das große  ehrenamtliche  Engagement  nicht unter der Situation leidet."

Dem  Sparkurs  ebenfalls  zum Opfer gefallen ist die Vermarktung Wanfrieds durch die Touristinformation  (wir berichte-ten). "Ab 2016 werden wir Abstriche  machen  müssen", räumt Gebhard ein. Dass Wanfried ein weißer Fleck auf dertouristischen  Landkarte  wird, glaubt er jedoch nicht: "Wir haben uns einen Namen erarbeitet und profitieren von unserer Lage am Werratalradweg und drei  Premiumwanderwegen." Zudem  betreibe  die Werratal-Tourismus  GmbH  das Außen-marketing für die Stadt.

Megaprojekt liegt weiter in der Schwebe

Und dann ist da noch das geplante  Kunst-  und  Kulturzentrum auf dem Bode-Gelände (wir  berichteten).  "Wir  befin-den uns weiter in Gesprächen mit dem Vertreter der Investorengruppe",  berichtet  Gebhard. Bestimmendes Thema seiderzeit  das  Parkplatzkonzept. Neuigkeiten gebe es aber noch nicht. "Falls das Projekt vorangeht, wird sich die Stadt rechtlich  absichern,  damit  sie  auf keinerlei Kosten sitzenbleibt", garantiert Gebhard.

Im Vordergrund stehe schließlich  der Erhalt der bestehenden Infrastruktur. "Das ist in der  heutigen  Zeit  schon  eingroßes Projekt", sagt der Verwaltungschef.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neue Mittel für die Ausbreitung der Wildkatze

Naturschutzprojekt "Wildkatzenland zwischen Werra und Meißner" bekommt 5000 Euro Zusatzmittel
Neue Mittel für die Ausbreitung der Wildkatze

Am Bahnhof Witzenhausen: Schwarzfahrer ging mit Messer auf Zugbegleiter los

Der 25-Jährige war ohne Fahrschein unterwegs. Der Zugbegleiter wollte ihn daher im Bahnhof Witzenhausen-Nord von der Weiterfahrt ausschließen.
Am Bahnhof Witzenhausen: Schwarzfahrer ging mit Messer auf Zugbegleiter los

Rettungswagen stieß in Hessisch Lichtenau mit anderem Fahrzeug zusammen

Gestern Nachmittag kam es in Hessisch Lichtenau zu einem Zusammenstoß zwischen einem Rettungswagen und einem anderen Pkw. Beide Fahrer wurden leicht verletzt.
Rettungswagen stieß in Hessisch Lichtenau mit anderem Fahrzeug zusammen

Außenstelle des Hessisch Lichtenauer Kindergartens in Großalmerode eröffnet

Der Kindergartens Haus der kleinen Füße aus Hessisch Lichtenau hat eine Außenstelle  in Großalmerode eröffnet. Dort sollte der Flachdachkindergarten zunächst abgerissen …
Außenstelle des Hessisch Lichtenauer Kindergartens in Großalmerode eröffnet

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.