20 Jahre Hoffnung - Wohnheim Waldhof feierte 20-jähriges Bestehen

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Thomas Koester, der die Pädagogische Leitung des Wohnheims in Waldhof

Seit 20 Jahren gibt es das Wohnheim in Waldhof. Für die Bewohner ist es meist die letzte Chance auf ein geregeltes Leben.

Waldhof. Manchmal ist das Schicksal hart – für manche zu hart – und man möchte davor fliehen. Doch wenn die Probleme im Kopf sind, kann man erst recht davor nicht mehr abhauen. Die Flucht endet dann meist mit Alkohol, er betäubt, die Probleme und Sorgen sind dann nicht weg, doch zumindest sind sie erträglich. Das eigene Leben bekommt man dann aber auch nicht mehr in den Griff, selbst das Alltägliche wird zu einer schier nicht zu bewältigenden Aufgabe.

Solche Schicksale kennt Thomas Koester, der die Pädagogische Leitung des Wohnheims in Waldhof hat: "Wir wollen die Situation der Menschen verbessern, die zu uns kommen." Die Menschen – die er mit seinen Mitarbeitern betreut – sind gezeichnet. Verbesserung bedeutet nicht nur den Alkoholkonsum abzulegen und wieder einen eigenständigen Haushalt zu führen und arbeiten. Nein. Zwar wäre Koester froh, wenn er dies den meisten Bewohnern des Hauses bieten könnte, doch in manchen Fällen ist er zufrieden, wenn die Abstinenz vom Alkohol von Mal zu Mal länger anhält. Erfolg definiert Koester daher für jeden Bewohner individuell, so wie die Betreuung: "Jeder Erfolg, egal wie groß er auch ist, bestärkt uns in unserer Arbeit!"

Seit zwanzig Jahren kümmert man sich im Wohnheim von Waldhof um solche Menschen. Manche bleiben dauerhaft und können bei Pflegebedarf in dem angegliederten Seniorenzentrum weiter versorgt und betreut werden, bei anderen besteht die Möglichkeit der Wiedereingliederung in ein selbständiges Leben mit eigener Wohnung."Wir sind dankbar für jeden Erfolg gegen die Sucht, die erzielt werden."Insgesamt 33 Plätze stehen in Waldhof für Betroffene zur Verfügung, 1995 startete man mit 17 Plätzen.Die Zahl der Plätze und das Angebot stieg in den vergangenen 20 Jahren immer weiter an, nicht nur weil der Bedarf gestiegen ist, sondern weil man inzwischen erkannt hat, dass solche Menschen in Seniorenheimen fehlplatziert sind, wie es früher der Fall gewesen sei.

Vor allem die Mitarbeiter müssen entsprechend für solche Probleme geschult sein. Das Seniorenzentrum in Waldhof gibt es schon länger, das Wohnheim kam später hinzu, als man diesen Bedarf erkannte. Beide Einrichtungen sind getrennt voneinander im Haus untergebracht, allerdings gibt es bewusst Bereiche, wo man miteinander in Kontakt tritt. Die Menschen des Wohnheims sind meist zwischen 50 und 60 Jahren alt, zu jung für ein Seniorenheim und zu speziell sind ihre Probleme."Niemand wird gezwungen, hier zu wohnen, man ist freiwillig da, doch für die Meisten gibt es eigentlich erst mal keine Alternative, aber hier gibt es für sie erst einmal eine Perspektive, die Chance auf Besserung", erklärt der Leiter.

Neben dem Hauptgebäude stehen nebenan mehrere Wohnungen mit sechs Plätzen zur Verfügung. Dort lernt man, sich selbstständig zu versorgen. Wer dort ist, hat nicht nur einen wichtigen Schritt geschafft, sondern viele, man hatte sozusagen einen weiten Weg.

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