Junge Mütter basteln an ihrer Rückkehr ins Berufsleben

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Mit dem Projekt „Aktiv in den Job“ unterstützen der Werra-Meißner-Kreis und die ev. Familienbildungsstätte junge Mütter bei der Rückkehr in den Beruf.

Werra-Meißner. Neun junge Frauen absolvieren in der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) in Eschwege zurzeit das Programm " Aktiv in den Job". Dessen Ziel: jungen Müttern, die einen erschwerten Zugang zum Erwerbsleben haben, den Wiedereinstieg zu ermöglichen. Dafür kommen die Frauen zwei Vormittage pro Woche in der FSB zusammen, um unter fachkundiger Begleitung an ihrer beruflichen Zukunft zu basteln. Hinzu kommen sogenannte Kompaktwochen.

Im ersten Schritt wird ein Profilpass erstellt, der Stärken und Schwächen, Interessen und Tagesstruktur umfasst. "So sehen wir, ob die Selbsteinschätzung der Realität entspricht", erklärt Kursleiterin Antje Vopicka. Denn: "Die Wünsche der Frauen sind nicht immer umsetzbar." Dann erarbeiten sie mit den Verantwortlichen einen Plan B. Das war beispielsweise bei Marzena und Saskia der Fall. Nach eingehender Analyse des Für und Wider sind die beiden Eschwegerinnen vom Kfz-Bereich auf Verkauf und Altenpflege umgesattelt.

Der zweite Schritt ist ein Bewerbungscoaching, an das sich ein sechswöchiges Praktikum anschließt. Mittlerweile haben alle Teilnehmerinnen ihre Bewerbungsmappen eingeworfen und zum Teil bereits Zusagen erhalten oder Bewerbungsgespräche in Aussicht.

Und auch die Bilanz des Vorgängerkurses kann sich sehen lassen: "Alle haben eine berufliche Perspektive", sagte Ilona Friedrich, Fachbereichsleiterin Jugend, Familie und Soziales beim Werra-Meißner-Kreis. Dabei habe die Zielvorgabe lediglich bei 50 Prozent gelegen, ergänzte FBS-Leiterin Irma Bender.

60.000 Euro lässt sich der Landkreis das Programm jährlich kosten. Das Geld stammt aus dem Budget für Arbeitsmarktförderung, das das Hessische Sozialministerium dem Kreis zur Verfügung stellt. Mittlerweile läuft das Programm seit sechs Jahren.

Dass das Geld gut angelegt ist, davon sind alle Beteiligten überzeugt – allen voran die Teilnehmerinnen: "Besser geht es nicht", sagte etwa Shera, und Ines hob den Zusammenhalt und die positive Dynamik innerhalb der Gruppe hervor: "Jeder konnte offen über seine Probleme reden, niemand wurde verurteilt." Dazu tragen auch Aktionen wie der Ausflug in den Kletterpark bei.  So sind die neun Frauen zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden, die sich auch privat trifft und unterstützt – beispielsweise als ein Umzug anstand.

Und auch unter den Kindern sind feste Freundschaften entstanden. Um deren Betreuung müssen sich die Frauen keine Gedanken machen. Die findet in der FBS statt. Und auch für die Zeit nach dem Projekt ist die Kinderbetreuung ein zentraler Punkt: "Wir helfen den Frauen, eine geeignete Betreuung zu finden", sagt Irma Bender, denn: "Man kann nur arbeiten, wenn man sein Kind in guten Händen weiß."

EXTRA-INFO: "Aktiv in den Job"

Das Projekt richtet sich an Frauen bis 25 Jahre mit Kindern zwischen eineinhalb und drei Jahre.

Die Vermittlung erfolgt über das Jobcenter des Landkreises.

Interessierte Frauen können sich aber auch direkt an die FBS wenden.

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