Weißenborn im TV: "Wo sind unsere Katzen?"

+
Frigga Hesse und ihr Mann Rüdiger sind betrübt, denn das sinnlose Töten und Verschwinden der Katzen in Weißenborn nimmt kein Ende. Jetzt meldete sich sogar ein Kamerateam, um sich dem Fall anzunehmen.

Kamerateam aus Hannover drehte Beitrag über das Verschwinden und Töten der Katzen

Weißenborn- Nachdem Frigga Hesse und Kerstin Bruns sich mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gewandt haben, steht das Telefon nicht mehr still. Ob besorgter Bürger, Menschen, die am Schicksal der Katzenbesitzer teilnehmen möchten oder aber auch andere Zeitungen, Funk und Fernsehen schalteten sich ein, um über das mysteriöse Verschwinden der Katzen in Weißenborn zu berichten – so auch das Kamerateam Zwei aus Hannover, das sich vergangenen Donnerstag der tragischen Geschichte annahm, um den Beitrag über namhafte Sender wie unter anderem ARD und ZDF zu veröffentlichen und Licht ins Dunkel zu bringen, aber auch um die Bevölkerung erneut auf die Taten aufmerksam zu machen.

Ein Paradies für Katzen

Und so führten Frigga und Rüdiger Hesse das Film-Team in eine Wohnung, die einzig und allein für Katzen bestimmt ist und erzählten, was im Ort zur Zeit passiert. Selbst hat das Ehepaar lediglich eine eigene Katze und das Findelkind „Grey“, die seit den Vorfällen nun auf 100 Quadratmetern alleine wohnt. „Alle anderen Katzen sind verschwunden oder verstorben. Sie hat als einzige überlebt“, sagt Frigga Hesse, die das Köpfchen der 17 Jahre alten Katzendame streichelt. Bis vor sechs Monaten hatte „Grey“ noch Gesellschaft – ihre Spielkameraden konnten genau wie sie durch eine Balkontür ein- und ausgehen wie sie wollten. In der Wohnung selbst ist nun allerdings nur noch ein Platz belegt. Alle anderen Körbchen sind jetzt leer – und auch der Kratzbaum wird seit dem Verschwinden und Sterben der Fellnasen nicht mehr bespielt. Die verbleibende Katzendame mag nur noch Streicheleinheiten, etwas Futter und jede Menge Wasser, weil sie ein Nierenleiden hat. Auf den Schultern von „Stiefmama“ und „Stiefpapa“ fühlt sie sich dennoch wohl und schmiegt sich an. Während Frigga Hesse dem Kameramann von dem Schicksal in Weißenborn berichtet, zeigt ihr Mann dem Aufnahmeleiter die Grabstätte, wo die „Ziehkinder“ ihre letzte Ruhe gefunden haben. Lieblingskater „Campino“ verschwand und kam nie wieder – genau wie rund 20 weitere Katzen in dem kleinen Ort (wir berichteten).

Straßen wie leergefegt

Nächste Szene: An der zentralen Bushaltestelle blickt man auf einen großen Aushang, an dem auch andere Katzenbesitzer nach ihren Lieblingen suchen. „Es ist wirklich traurig. Früher hat man auf den Straßen, in den Gärten und auf den Wiesen viele Katzen gesehen in Weißenborn. Jetzt ist alles wie leergefegt“, sagt Rüdiger Hesse. Sein kleiner Kater zumindest darf zunächst nicht vor die Tür – genau wie viele andere Katzen auch, die solange Stubenarrest haben bis das sinnlose Verschwinden und Sterben im Ort ein Ende hat.

Frigga Hesse schaut auf den Aushang an der Bushaltestelle, wo Besitzer verzweifelt nach ihren Katzen suchen.

Bürger halten zusammen

Später am Tag stießen noch weitere Bürger beim Filmdreh hinzu, um dem vermeintlichen Katzenhasser zu zeigen: „Wir halten zusammen. Du hast keine Chance!“ und vielleicht auch um zu sagen: „Wir wissen, wer du bist!“ Denn eine Vermutung, die durch Zeugen bestätigt werden könnte, steht im Raum. Bestätigt sich der Verdacht, so muss sich der Täter nach §17 des Tierschutzgesetzes verantworten. Dieses sagt aus: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.” Dass das Töten von Katzen kein Kavaliersdelikt ist, darüber wird auch am Aushang an der Bushaltestelle informiert. Und dennoch wurde vor ein paar Tagen wieder eine Katze vergiftet, die in letzter Sekunde vom Tierarzt gerettet werden konnte.

Wann die Sendung ausgestrahlt werden wird, ist noch nicht bekannt. Der MARKTSPIEGEL wird rechtzeitig darüber informieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Betrunken am Steuer: Wanfriederin wird mit 2,6 Promille von der Polizei gestoppt

Anderen Verkehrsteilnehmern fiel auf, dass der PKW Schlangenlinien fuhr. Auch mehrere Leitpfosten fuhr die 46-jährige Fahrerin um.
Betrunken am Steuer: Wanfriederin wird mit 2,6 Promille von der Polizei gestoppt

14.000 Euro für die TalentWerkstatt in Eschwege

Für die Ausstattung von zwei Werkstatt-Container, zum „Hereinschnuppern" in Berufe, spendete die PSD Bank. Stimmen Sie ab für das Projekt und erhöhen Sie so die Summe um …
14.000 Euro für die TalentWerkstatt in Eschwege

Wohngebäude in Brand: Feuerwehreinsatz in Kleinvach

Gemeldet wurde der Brand eines Wohnhauses heute Morgen. Die örtlichen Feuerwehren hatten den Brand schnell unter Kontrolle, verletzt wurde niemand.
Wohngebäude in Brand: Feuerwehreinsatz in Kleinvach

Hessisch Lichtenau: Winterliche Straßen sorgen für Verkehrsunfälle

Im Bereich Hessisch Lichtenau wurden mehrere Verkehrsunfälle und  -Behinderungen gemeldet. Auch in Großalmerode kamen mehrere LKWs auf der glatten Fahrbahn nicht mehr …
Hessisch Lichtenau: Winterliche Straßen sorgen für Verkehrsunfälle

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.