,Keine Erfolgsstory’

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Sozialticket Witzenhausen: Vergünstigungen für Stadtbus gelten weiterhin – Meinungsverschiedenheit im Stadtparlament

Witzenhausen. "Wo sozial drauf steht muss nicht zwangsläufig auch sozial drin sein", mahnte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Gerstenberg bereits im vergangenen Jahr bei der Einführung eines Sozialtickets zunächst für ein Jahr.Dieses soll Menschen mit geringem Einkommen nun auch im Jahr 2015 die kostengünstige Benutzung des Stadtbusses ermöglichen. Diesen Antrag, den Linke, SPD und Grüne gemeinsam gestellt hatten, galt es in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung abzustimmen.

"Ist das Sozialticket unsozial?"

Worauf Gerstenberg mit seiner Bemerkung abzielte, ist die Tatsache, dass Bewohner der Ortsteile nicht berücksichtigt werden, denn das Ticket hat ausschließlich in der Kernstadt für den Stadtbus Gültigkeit. Diese Tatsache hat sich auch im Laufe des Probejahres nicht geändert.Andreas Gerstenberg sprach sich auch dieses Mal gegen die "Ungerechtigkeit des Sozailtickets" aus. Außerdem habe der Probelauf ergeben, dass man "nicht von einer Erfolgsstory" sprechen könne.Rita Weber-Wied (Grüne) argumentierte, dass den Bürgern auch einmal etwas zurück gegeben "und nicht immer nur genommen" werden müsse. Sie werde sich auch in Zukunft für die kostengünstige Beförderung zu den Ortsteilen einsetzen, obwohl diese das Angebot des NVV ,Mobilfalt’ nutzen könnten.Auch Heidi Rettberg (Linke) trat erneut für die Weiterführung des Sozialtickets ein. "Wir hoffen auf eine bessere Ausnutzung, wenn das Projekt über längere Zeit läuft", sagte sie.Beate Oetzel (FWG) veranlasste jedoch die geringe Frequentierung zu der Überlegung, ob sich die Weiterführung überhaupt lohne.

Um die Zielgruppen anzusprechen bedürfe es kostenaufwändiger Werbung, gab Jürgen Vogelei (FDP) die finanzielle Seite zu bedenken.

Markus Keil (SPD) beteuerte, dass sich seine Partei weiterhin für einkommensschwache Mitbürger einsetzen wolle und Heinz Köhler (SPD) ergänzte, dass auch die Asylsuchenden zu berücksichtigen seien.

Letztendlich ergab die Abstimmung mit 21 Ja- und 10 Gegenstimmen sowie einer Enthaltung, dass das Sozialticket ab dem 1.1.2015 fortgeführt wird.

Extra Info

Für Berechtigte gibt es nach wie vor das Einzelticket für den Kinderpreis (1,10 Euro). Zuvor muss ein Berechtigungsausweis bei den Stadtwerken beantragt werden. Das Sozialticket ist an Wochentagen ab 9 Uhr gültig und am Wochenende ohne zeitliche Einschränkung.

Berechtigt sind:– Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld,– Sozialhilfe und Grundsicherung,– von Wohngeld sowie– junge Erwachsene, die Leistungen vom Jugendamt erhalten und– Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und Bundes Versorgungsgesetz.

Bei der Einführung des Sozialtickets war man von einer Fahrgastzahl von etwa 1.000 berechtigten Personen ausgegangen, von denen rund 30 Prozent das Angebot nutzen würden.Die Auswertung für das erste Halbjahr 2014 hatte ergeben, dass insgesamt 220 Tickets von 28 Erwerbsberechtigten erworben wurden. Bei einem errechneten Schnitt von rund ,normalen’ 300 Fahrgästen pro Tag wären dies 0,5 Prozent und kosteten der Stadt wegen der Fahrtkostenminderung (-50 Cent) 110 Euro.

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