Kommentar von Sonja Liese zu gebührenfreien Kindertagesstätten

Sonja Liese: "Gebührenfreie Kitas für alle Eltern"

Werra-Meißner - Grundsteuererhöhung, steigende Wasserpreise, höhere Müllgebühren, Streichung des Windelbonus’ und dann auch noch eine Erhöhung der Kita-Gebühren – als Familie hat man es nicht nur im Werra-Meißner-Kreis gar nicht so leicht. Ganz im Gegenteil: Man wird ganz schön gebeutelt und muss tief in die Tasche greifen, um die Löcher der Schutzschirmkommunen zu stopfen. Doch die Frage, die sich stellt ist: Mit welchem Geld?

Öffnungszeiten überdenken

Denn in manchen Kommunen lassen die nicht gerade moderaten Öffnungszeiten sehr zu wünschen übrig. Zwar öffnen die Kitas alle zwischen 7 und 7.30 Uhr, jedoch wird je nach Träger bzw. Einrichtung geschlossen wie man „lustig“ ist. Schließt die Kita früher als 17 Uhr, ist zumeist für die Mutter ein Neueinstieg in den Beruf schwierig. Gerade Alleinerziehenden ist hier der Weg in die Armut trotz eventueller Förderungen durch Kreis oder Jobcenter nicht weit. Und dabei könnte die Lösung so einfach sein. Nicht nur die geforderten Qualitätsstandards sollten einheitlich sein, sondern auch die Öffnungszeiten. Bietet jede Kindertagesstätte eine Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr an, so besteht die Chance, wieder beruflich Fuß zu fassen – selbst wenn die Arbeitsstelle aufgrund der Arbeitsmarktlage außerhalb des Kreises liegt. Denn nur so haben alle die gleiche Chance, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Keine Gebühren für Kitas

Und auch bei den Gebühren sollte Einheitlichkeit geboten sein. In allen Stadtverordneten- oder Gemeindevertreterversammlungen flattern nun die Anträge zur langfristigen Kostenfreiheit für alle Eltern rein. Im Kreistag reicht die FWG eine Resolution für gebührenfreie Kindertagesstätten ein, die Delegierten der SPD aus allen Kommunen im Kreis zeigen nun Flagge gegen die Gebühren und auch die SPD Hessen fordert absolute Gebührenfreiheit. Hierfür sollen Bund und Land in die Pflicht genommen werden. Denn wer den Rechtsanspruch auf Kita-Plätze fordert, der darf durchaus auch zur Kasse gebeten werden. Aber noch sind es die Eltern, die bluten müssen, um die steigenden Kosten aufzufangen. Während diese Kosten in vielen Kommunen nicht von den Eltern geschultert werden sollen, schieben andere den Gebührenregler Stück für Stück nach oben. KiFöG lässt grüßen!

Denn das mit Fäusten durchgesetzte Gesetz katapultiert nicht nur die Kosten der Einrichtungen in die Höhe, sondern nimmt aufgrund seiner geforderten „Qualitätsstandards“ an Erzieher, Leitung, Einrichtung und Kommunen eben auch ganz viel Qualität – nämlich Qualitätszeit, die eigentlich den Kindern zugute kommen sollte. Und die sind am Ende des langen Rattenschwanzes die eigentlichen Leidtragenden.

Stoßrichtung auch nach der Bundestagswahl nicht aus den Augen verlieren

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Thema in allen Kommunen und Kreisen konstruktiv diskutiert wird (auch nach der Bundestagswahl) und die Kostenfalle Kindertagesstätte zukünftig zu den Akten gelegt werden kann – zum Wohle von Kind und Eltern. In Berlin, Düsseldorf oder Münster zum Beispiel muss auch nicht bezahlt werden: Die Kita-Gebühren hier liegen nämlich exakt bei 0 Euro!

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