Kitaqualität, Kunstrasen, Klimaschutz: Eschweger Politiker diskutierten

+
Das Gebiet westlich des Alten Bahnhofes soll in den nächsten Jahren entwickelt werden. Die Stadtverordnetenversammlung diskutierte über die Planung.

Die Stadtverordnetenversammlung von Eschwege beschäftigte sich mit der Kitaqualität, dem geplanten Kunstrasenplatz auf der Torwiese, Anwohnerparken und Klimaschutz.

Eschwege. Mit der Entwicklung des Gebietes westlich des alten Eschweger Bahnhofes beschäftigten sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung in der vergangenen Woche. Die Stimmenmehrheit der Koalition aus CDU, FDP und FWG beschloss den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des Gebiets. SPD, Grüne und Linke stehen dem Projekt zwar auch positiv gegenüber, wollten den Entwurf aber zur nochmaligen Beratung in den Ausschuss für Bauen und Umwelt überweisen. Die verkehrstechnische Anbindung des Gewerbegebietes von Osten, über die Straße Am Baumesrain, sei noch nicht ausreichend geklärt.

„Wenn wir nächstes Jahr hoffentlich die Kita eröffnen, aber die Immissionen durch das Gewerbegebiet haben, brauchen wir eine Erschließung im Westen“, erklärte Thomas Reyer (SPD). Er äußerte die Befürchtung, dass dann der Schwerlastverkehr durch die Eisenbahnstraße und damit vorbei am Waldorfschul-Gelände laufen würde. Außerdem sehen SPD und die Linke keine Notwendigkeit, das Schrebergartengebiet im Süden der Gewerbeflächen mit in den Bebauungsplan hinein zu nehmen. Sie möchten diese Flächen in der heute bestehenden Form erhalten. „Wir möchten auch eine möglichst schnelle Umsetzung des Bebauungsplans, aber bei der Zielsetzung und an der räumlichen Abgrenzung des Gebietes sehen wir noch Beratungsbedarf“, argumentierte Alexander Feiertag (Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion). Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Grünstreifens in dieser Form hegen sowohl die SPD, als auch die Grünen. Stefan Fiege (SPD) stellte die Frage zur Diskussion, ob es sich bei dem Gebiet um eine Frischluftschneise handle, die man erhalten sollte. „Ich verstehe die Aufregung nicht, wir sind noch ganz am Anfang, wir geben nur grünes Licht für den ersten Planentwurf. Es kommen noch mindestens zwei weitere Beschlüsse und für die Straße braucht man keinen Bebauungsplan“, argumentierte der Fraktionsführer der CDU-Fraktion, Stefan Schneider.

Kita-Situation in Eschwege

Die beiden Anträge von Koalition und Opposition zum Thema Kita-Qualität wurden von den Stadtverordneten zusammengefasst. Einstimmig wurde beschlossen, dass dem Ausschuss für Familie und Soziales kontinuierlich und zeitnah über die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung zu berichten sei. „Es ist positiv, dass wir gemeinsam diesen Antrag stellen“, sagte Jutta Thiele (FDP) in ihrer Antragsbegründung. Nach ihrer Meinung muss die Qualität in den Kindertagesstätten sicher gestellt werden und die Qualität für die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Alexander Feiertag forderte, man müsse in die Kasse schauen und sehen, wie weit sich Eschwege aus dem Fenster lehnen könne, im Interesse unserer Kinder. Mehr Zeit für hauswirtschaftliche Arbeiten, für die Vorbereitung und für Leitungsaufgaben sei nötig.

Anwohnerparken

Ebenso einstimmig wurde der Antrag von CDU, FWG und FDP beschlossen, dem Magistrat die Aufgabe zu erteilen, im Ausschuss für Bauen und Umwelt über den Stand der Untersuchungen zur Einführung eines Bewohnerparkens im Bereich der südlichen Altstadt und um das Krankenhaus zu berichten. „Ich finde den Antrag ganz toll, er greift das auf, was SPD, Grüne und Linke schon seit Jahren wollen. Gut, dass Sie das vorbringen, dann hat das auch eine Chance durchzukommen“, sagte Bernhard Gassmann, von der Linken. Thomas Reyer (SPD) ergänzte, dass man den Bereich des Anwohnerparkens auf die gesamte Altstadt ausdehnen solle.

Klimaneutrale Stadt

Ebenfalls einstimmig beschlossen die Stadtverordneten den Magistrat dazu aufzufordern, dem Ausschuss für Bauen und Umwelt über sämtliche Maßnahmen zu berichten und ihre Auswirkungen auf das Ziel der klimafreundlichen Kommune hin abzuwägen. „Es ist in den letzten Jahren in Eschwege schon unheimlich viel getan worden, alles, was wir tun ist klimaorientiert“, erklärte Stefan  Schneider dazu. Alexander Feiertag forderte ein strukturelles Ringen. In jedem Jahr solle man einmal auflisten, was passiert ist und was zu tun sei und das dann Stück für Stück abarbeiten. Karl Montag (SPD) beklagte sich: „Wir kriegen keine Informationen, wir müssen darüber sprechen.“

Kunstrasenplatz auf der Torwiese

Viele der 50 Zuschauer waren wegen des Tagesordnungspunktes Kunstrasenplatz für Fußball und American Football zur Stadtverordnetenversammlung gekommen. Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung beschloss die Beschleunigung der Baumaßnahmen.

Nur die Linke stimmte gegen den Antrag. Bernhard Gassmann argumentierte, dass die Umweltbilanz eines Kunstrasenplatzes, der aus Altreifen hergestellt wird, nach seiner Ansicht inakzeptabel ausfällt. Der Abrieb des Platzes könne zur Gewässerbelastung führen. Außerdem sei die Nutzung und die Beteiligung der Vereine an der Pflege und Beaufsichtigung des Platzes noch nicht geklärt. „Beschleunigung ist nicht das, was wir brauchen, sondern Aufklärung, damit wir uns eine Meinung bilden können, die fundiert ist“, argumentierte er.

Die Grünen stimmten dem Antrag erst zu, nachdem die Forderung nach einer Prüfung ökologischer Aspekte in Hinblick auf Mikroplastik vor der Umsetzung des Kunstrasenplatzes in den Antrag aufgenommen wurde.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Polizei verteilt Smileys an Autofahrer

Mit einer bislang einmaligen Aktion appellierte die Polizei am Mittwoch an Autofahrer, besonders auf die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Wer sich …
Polizei verteilt Smileys an Autofahrer

Drei Einbruchsdiebstähle in Eschwege innerhalb eines Abend

Von Mittwoch auf Donnerstag wurden in Eschwege drei Einbruchsdiebstähle begangen.
Drei Einbruchsdiebstähle in Eschwege innerhalb eines Abend

Unbekannte brechen in Eschweger Eisdiele ein

Die Täter hebelten die Eingangstür der Eschweger Eisdiele auf und entwendeten mehrere Kassen mit Bargeld.
Unbekannte brechen in Eschweger Eisdiele ein

Kein Erfolg für Spielhallen-Räuber in Witzenhausen

Am vergangenen Montagabend kam es in einer Spielhalle in Witzenhausen zu einer versuchten räuberischen Erpressung.  Weil sich die Spielhallenangestellte lautstark …
Kein Erfolg für Spielhallen-Räuber in Witzenhausen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.