Mehr Kommunikation: Ab Oktober gilt das Entlassmanagement in den Krankenhäusern

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Sprechen über das neue Entlassmanagement: (v.li.) Dieter Christian Peuckert (theologischer Vorstand Lichtenau e.V.), Landrat Stefan Reuß, Dr. Marion Saur (Ärztliche Direktorin), Dr. Harald Clausen (Diakonie Hessen) und Stefan David (Kaufmännischer Vorstand Lichtenau e.V.).

Um sich über das ab Oktober geltende Gesetz zum Entlassmanagement auszutauschen, trafen sich die Vorstände von Lichtenau e.V. mit den Vertretern der Gesundheitsholding Werra-Meißner GmbH und der Diakonie Hessen.

Hessisch Lichtenau. Nach Angaben des hessischen Krankenhausverbands ist im Jahre 2050 ein Drittel der hessischen Bevölkerung 65 Jahre und älter. „Das Thema der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum rückt in den Fokus unserer Besprechungen”, so der theologische Vorstand von Lichtenau e.V., Dieter Christian Peuckert. Gemeinsam traf er sich mit dem kaufmännischen Vorstand von Lichtenau e.V., Stefan David, Landrat Stefan Reuß und Dr. Harald Clausen, juristischer Vorstand der Diakonie Hessen, um über das jüngst bestimmte Gesetz des Entlassmanagements zu sprechen. Ab dem 1. Oktober sind die Akutkrankenhäuser verpflichtet, keinen Patienten unversorgt aus dem Krankenhaus zu entlassen. Das neue Gesetzt sieht vor, dass Patienten, die aus der stationären Versorgung in andere Sektoren wechseln, nahtlos weiterbehandelt werden können. „Für uns ist das grundsätzlich nichts Neues. Durch eigene Rehabilitationsmaßnahmen bei uns im Haus ist die Nachversorgung unserer Patienten gut organisert. Nun aber können wir ab Oktober in allen unseren Abteilungen das Entlassmanagement gewährleisten”, so Stefan David. Das Entlassmanagement sieht eine Nachversorgung von sieben Tagen vor. Für diese Zeit ist es die Aufgabe des Krankenhauses, festzustellen, ob und welche Unterstützung ein Patient nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt. Das betrifft sowohl die Bereiche der Pflege, der häuslichen Krankenpflege als auch der medizinischen Versorgung. „Das gibt uns nun auch die Möglichkeit, bei individuellem Bedarf Medikamente zu verschreiben oder Rezepte für Krankengymnastik zu vergeben”, erklärt Dr. Marion Saur, die ärztliche Direktorin der Klinik.

Kommunikation zwischen den Sektoren

Hier in der Tetra- und Paraplegie der Orthopädischen Klinik ist man technisch bereits gut ausgerüstet. Zur Visite ist der Laptop mit digitaler Krankenakte oft im Einsatz: (v.li.) Daniella Tafirenyika (Krankenpflegehilfe-Schülerin),  Dr. Marion Saur, Andrea Volland (Diplom-Psychologin), Schwester Christine und Dr. Philipp Jungermann.

Besonders die Kommunikation sei beim Thema der ärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich von enormer Wichtigkeit. „Mit drei großen Krankenhäusern hier im Kreis sind wir gut aufgestellt. Es gilt, diesen Status der Versorgung weiter zu verbessern und langfristig zu sichern”, so Landrat Stefan Reuß, der auch auf eine gute Beziehung und Kommunikation zu den niedergelassenen Ärzten baut.

Einen Anfang zur übergreifdend möglichen Kommunikation macht bereits das Zentrum für Tetra- und Paraplegie der Orthopädischen Klinik. Hier arbeitet das Personal mit Laptop und digitalen Akten, um die Daten gegebenenfalls schnell und direkt weiterleiten zu können. „Um jedoch diese schnelle Übermittlung von Krankenakten zu sichern, braucht es einheitliche Systeme, auch bei den weiterbehandelnden Ärzten”, erklärt Stefan David, der darauf hinweist, dass das Entlassmanagement ein Angebot ist, das nicht jeder Patient zwingend annehmen muss. „Die Patienten werden von uns mit Informationsmaterial über das Angebot aufgeklärt.”

Weitere Themen der gemeinsamen Konferenz sind die Kapazitäten von Pflegeeinrichtungen sowie der Arbeitsbelastung von Pflegekräften. „Es geht darum, Sozialraumkonzepte zu schaffen, damit die Menschen hier im Kreis auch im Alter in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können”, so Peuckert.

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