Tag der Kriminalitätsopfer: WEISSER RING warnt vor Tätern im Internet

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Roger Dietrich vom WEISSEN RING im Werra-Meißner-Kreis betreut immer mehr Opfer von Internetdelikten. 

Heute ist der Tag der Kriminalitätsopfer. Der Weisse Ring im Werra-Meißner-Kreis macht hierzu auf Täter im Internet und das Verhalten von Opfern aufmerksam.

Eschwege - Laut einer Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom ist schon fast jeder zweite deutsche Internetnutzer (49 Prozent) Opfer von Internetkriminalität geworden. Die Maschen der Täter sind vielseitig. Sie infizieren Rechner mit Schadprogrammen, betrügen bei Online-Geschäften oder bedrohen und erpressen mit hochgeladenen Bildern oder Videos.

„Nicht vergesssen werden dürfen die psychischen Belastungen, unter denen die Opfer leiden“, sagt Roger Dietrich vom WEISSEN RING im Werra-Meißner-Kreis. „Betroffene fühlen sich machtlos und den Tätern schutzlos ausgeliefert.“ Häufig würden sie mehrfach Opfer, weil die Täter kompromittierendes Material nicht löschen, sondern es stattdessen immer wieder gegen sie verwenden.

Opfer schämen sich

Dazu komme bei vielen die Scham, überhaupt Opfer eines Online-Betrügers geworden zu sein. Resignation spiele eine Rolle und oft denken die Betroffenen, dass die Täter sowieso nicht ermittelt werden können. Daher würde auch keine Anzeige erstattet. Dietrich betont aber: „Wer Opfer eines Internet-Betrügers geworden ist, muss sich nicht schämen. Täter arbeiten mit raffinierten Methoden.“ Derzeit sehr häufig sind Betrügereien im Zusammenhang mit Nebenjobs als Paket- oder Finanzagenten. Bei dieser Masche wird im Internet eine Nebenjob angeboten. Der online abzuschließende Vertrag macht einen seriösen Eindruck und die Firmen, die den Job anbieten, existieren. Allerdings werden die Jobsuchenden nicht auf die echten Seiten der Unternehmen geführt sondern auf Fake-Seiten, die täuschend echt gemacht sind. Entweder wird der neue Mitarbeiter dazu benutzt, über seine Konten Geldbeträge ins Ausland zu überweisen, oder das Opfer bekommt die Aufgabe, Pakete, die an seine Adresse geschickt werden, in andere Staaten, meist nach Osteuropa, weiter zu verschicken. Geld sehen die Opfer nie. Wenn der Betrug auffliegt, müssen sie nicht nur hohe Summen zurück zahlen, denn an die Täter im Ausland kommt man nicht heran. Außerdem haben sie sich strafbar gemacht. „Wir hatten jetzt einen Fall, da hat ein Opfer vier Monate als Paketagent gearbeitet, in dieser Zeit etwa 50 Pakete weitergeschickt und es ist ein Schaden von etwa 40.000 Euro entstanden.“ Die Täter hatten sich an die Adresse des Paketagenten teure Waren wie Handys und Kaffeevollautomaten schicken lassen. Das Opfer bleibt auf diesem Schaden sitzen, denn für die Versandhändler ist das Opfer der Kunde, der zur Zahlung verpflichtet ist.

Vorsicht im Netz

Dietrich rät zu großer Vorsicht im Netz: „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Aber Internetnutzer können etwas für ihre Sicherheit tun.“ Mit aktuellen Firewalls und Sicherheitssoftware auf Rechnern, Smartphones und Tablets kann man sich schützen. Passwörter sollten nicht mehrfach verwendet werden und aus mindestens sieben Zeichen mit einer Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. „Ganz wichtig ist das eigene Verhalten im Netz. Mit den eigenen Daten, Fotos, Adresse, Passwörtern oder Telefonnummer sollte man zurückhaltend umgehen.“ Bei besonders lukrativen Geschäften oder unschlagbaren Schnäppchen sollte man sehr kritisch sein, denn auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken. Hier gilt, nach seiner Ansicht, das alte Sprichwort- Gier schlägt Hirn.

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