Kritik an Windkraft: Hessische Bürgerinitiativen vernetzen sich

Vertreter der hessischen Bürgerinitiativen haben sich in Dammersbach zum Austausch getroffen. Foto: Privat

Bürger­initiativen, die sich sich gegen den Ausbau der Windkraft im Wald wenden, wollen enger zusammenarbeiten. Jetzt fand ein erstes Treffen statt.

Werra-Meißner. In Hessen haben sich zahlreiche Bürger­initiativen (BI) gegründet. Im Dezember sind deren Vertreter zu einem ersten Treffen zum Thema "Artenschutz kontra Windkraftanlagen" in Dammersbach (Landkreis Fulda) zusammengekommen.

Sie prangern "Wald- und Lebensraumzerstörungen sowie die Gefährdung von Vögeln bis hin zur Gefahr der Ausrottung einiger Großvögel" an.

"Uralte Kulturlandschaften werden zerstört"

"Durch die Errichtung von industriellen Windkraftanlagen im Wald werden Naturräume und uralte Kulturlandschaften zerstört", kritisiert Dr. Berthold Andres  von der BI zur Rettung des Stölzinger Gebirges.

Ein Schwerpunkt der Diskussion war die "überwiegend mangelhafte Qualität der Gutachten," die Windkraftprojektierer in Genehmigungsverfahren vorlegen.  Die BIs fordern, dass  künftig die Obere Naturschutzbehörde die Gutachter bestellt. Diese sollen über einen Fachkundenachweis verfügen. "Die Gutachter müssten dann bei Ablehnung eines Windparks aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht mehr um künftige Aufträge fürchten", so Dr. Andres weiter.

Mehrere Teilnehmer berichteten zudem von einer Häufung schwerwiegender Vergehen gegen das Bundesnaturschutzgesetz im Umfeld geplanter Windparks. Siegfried Bug von der BI "Dammersbach" sagte: "Hier an Zufälle zu glauben, fällt schwer."

"Biodiversität in hessischen Wäldern nimmt ab"

Das Ziel der Landesregierung, zwei Prozent der Landesfläche für Windkraftanlagen zu nutzen, führe zu heftigen Einschnitten im Artenschutz – ohne substanziell den klimaschädigenden Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Die Windkraft habe 2015 nur etwa 2,4 Prozent zum Primärenergieverbrauch in Deutschland beigetragen. "Eine Energiewende ohne massive Einsparungen, insbesondere im Verkehrsbereich, bzw. ohne energetische Sanierung des Immobilienbestandes, wäre reine Illusion und führt zwangsläufig zu einer weiteren Abnahme der Bio­diversität in den hessischen Wäldern", so Dr. Andres weiter.

Die Teilnehmer haben daher vereinbart, den Erfahrungsaustausch regelmäßig fortzusetzen und auf weitere Bürger­initiativen auszudehnen.

EXTRA-INFO: Die Teilnehmer

An dem Treffen haben Vertreter der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, der Naturschutzinitiative, der IGEL Landschaftsschutz und mehrerer Bürgerinitiativen aus den Landkreisen Werra-Meißner, Main-Kinzig, Fulda, Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg teil genommen.

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