Landkreis muss bis Sonntag Plätze für 1.000 Flüchtlinge schaffen

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Der Landkreis als Untere Katastrophenschutzbehörde hat den Einsatzbefehl des Innenministeriums erhalten, Platz für 1.000 Flüchtlinge zu schaffen.

Werra-Meißner. Heute Morgen um 8 Uhr ist der Sonderstab Asyl des Werra-Meißner-Kreises zu einer verwaltungsinternen Sondersitzung zusammengekommen. Damit reagierte Landrat Stefan Reuß auf den Einsatzbefehl des Hessischen Innenministeriums, bis zum kommenden Sonntag um 14 Uhr 1.000 weitere Plätze zur Notunterbringung von Flüchtlingen zu schaffen -  unabhängig von den Erstaufnahmeeinrichtungen in Hessisch Lichtenau und Sontra.

Derzeit sind die Mitarbeiter der Kreisverwaltung unterwegs, um geeignete Räumlichkeiten ausfindig zu machen, wie Reuß auf Anfrage des MARKTSPIEGEL mitteilte. Im Fokus stehen vornehmlich leerstehende Industriegebäude. Dabei müsse jedoch die Versorgung mit Wasser und Strom sowie die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen gewährleistet sein. Eine Unterbringung in Zelten sei derzeit nicht im Gespräch, betonte Reuß.

Klarheit, an welchen maximal vier Standorten die Flüchtlinge untergebracht werden sollen, soll heute Nachmittag herrschen. Für 15.30 Uhr ist eine weitere Krisensitzung des Sonderstabs Asyl anberaumt. Darin sind alle unmittelbar mit der Flüchtlingsbetreuung befassten Fachbereiche des Landkreises vertreten. Landrat Reuß hatte das Gremium im Januar ins Leben gerufen. "Ich hoffe, dass wir dann ausreichende Räumlichkeiten gefunden haben", sagte Reuß, "ansonsten geht die Suche weiter." Dabei betonte der Landrat nocheinmal, dass Hessisch Lichtenau und Sontra als Standorte ausscheiden: "Beide Kommunen sind bereits ausreichend mit Flüchtlingen versorgt."

Bei den Flüchtlingsunterkünften handelt es sich um sogenannte Überlaufeinrichtungen für Flüchtlinge, die bislang in noch keiner Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht sind. Die Finanzierung obliegt dem Land und für den Betrieb zeichnet ab Sonntag um 14 Uhr das Regierungspräsidium in Gießen verantwortlich. "Der Landkreis ist als Untere Katastrophenschutzbehörde lediglich ausführendes Organ", erklärte Reuß. Da es sich um einen Einsatzbefehl handelt, habe der Landkreis keinerlei Mitspracherecht, stellte Reuß klar, "weder ich persönlich, noch der Kreistag oder der Kreisausschuss." Er müsse ausschließlich die Standorte und deren Ausstattung zur Verfügung stellen.

Wieviele Flüchtlinge letztlich in den Werra-Meißner-Kreis kommen und wann dies der Fall sein wird, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Reuß. Fest stehe lediglich, dass 1.000 Plätze geschaffen werden müssen.

Hessens Innen-Staatssekretär Werner Koch hatte den Landrat am Sonntagmittag über diese Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Darauf folgte eine offizielle Katastrophenschutz-Mitteilung des Ministeriums. Reuß hat die Informationen darauf hin umgehend an die Führungskräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen weitergegeben.

Einen Artikel über die aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier.

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