Grüne Kreuze auf den Äckern im Landkreis

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Stefan Wetekam hat auf seinen Feldern grüne Kreuze aufgestellt, die ein Zeichen seines Protestes sind.

Mit grünen Kreuzen protestieren Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung.

Witzenhausen. Grüne Kreuze sprießen in den letzten Wochen in ganz Deutschland aus den Äckern von Landwirten. Auch in unserer Region sind es immer mehr Bauern, die diese Kreuze aufstellen. Einer davon ist Stefan Wetekam aus Neuseesen. Drei Kreuze hat der Landwirt aufgestellt, eines davon auf einem Feld nah an der B27. Dort erklärt Wetekam, was es mit seinem Kreuz und den anderen Kreuzen auf sich hat.

Stiller Protest

„Es ist eine stille Protestaktion von uns Landwirten.“ Gestartet worden sei die Aktion von einem Agraringenieur, der im Internet unter dem Namen „Bauer Willi“ einen Blog betreibt. Die Grünen Kreuze seien vor allem eine Reaktion auf das letzte Agrarpaket, das diesen Monat gemeinsam von den Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft verabschiedet wurde, ist auf der Internetseite zu lesen. Drei Hauptthemen geht das Paket an: Insektenschutz, Tierwohllabel und Fördergelder, die zukünftig vom Umweltschutz abhängig sein werden.

Bauer Willi sagt: „Existenzgrundlage vieler Betriebe gefährdet"

Laut „Bauer Willi“ gefährde aber genau dieses Paket die Existenzgrundlage vieler Betriebe und darüber hinaus die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln. Das sieht auch Wetekam so: „Die kleinbäuerliche Landwirtschaft wird immer mehr kaputtgemacht.“ Immer mehr Auflagen würden von der Politik verabschiedet werden, ohne dass es eine Kompensation für die Bauern gäbe.

Kein fairer Wettbewerb in Europa

„Wir haben jetzt in Deutschland die strengsten Landwirtschaftsauflagen der EU“, erzählt der Landwirt. Ein fairer Wettkampf mit dem EU-Ausland sei dadurch nicht mehr möglich. „Und leider ist das ganze Thema Landwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahren immer populistischer geworden“, sagt Wetekam.

Verbot von Gyphosat

„Nimmt man nur Glyphosat, dessen Verbot eines der Hauptthemen des neuen Agrarpakets ist.“ So gäbe es bis heute keine wissenschaftliche Erkenntnis, dass Glyphosat, so wie es in der Landwirtschaft verwendet wird, krebserregend sei. „Aber anstatt, dass die Politik auf Professoren und Universitäten hört, werden die Ängste der Bevölkerung geschürt und als Entscheidungsgrundlage genommen.“

Ohne Glyphosat sei es nötig, in mehreren Durchgängen die Felder zu ackern. „Das wiederum führt zu einer höheren CO2-Freisetzung“, erzählt Wetekam, der übrigens selbst seit einigen Jahren auf die Nutzung von Glyphosat verzichtet. So gäbe es immer zwei Seiten und die Politik solle sie auch benennen, anstatt einseitig zu handeln.

Landwirtschaft als Buhmann der Nation?

Auch hat Wetekam das Gefühl, dass die Landwirtschaft in der letzten Zeit immer mehr zum Buhmann der Nation geworden ist, vor allem mit Blick aufs Klima. „Was aber keiner erzählt ist, dass wir Landwirte mit unseren Feldern auch CO2 binden.“ Und mit Blühstreifen, die viele Landwirte an den Rändern ihrer Felder anlegen, werde auch Areal für Insekten geschaffen. (IDO)

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