Linke will Freunde in Russland suchen

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Der Kreisausschuss soll die Möglichkeit einer Partnerschaft zwischen dem Werra-Meißner-Kreis und einer russischen Kommune prüfen.

Werra-Meißner. Soll der Landreis eine Partnerschaft mit einer russischen Kommune eingehen? Die Frage steht am 12. Dezember auf der Tagesordnung des Kreistags.

Hintergrund ist ein Antrag der Linken-Fraktion: Der Kreisausschuss soll prüfen, ob es möglich ist, "partnerschaftliche Beziehungen zu einer in Größe und Bedeutung vergleichbaren Verwaltungseinheit in Russland aufzunehmen und den menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zu fördern".

Damit wolle man auf die angespannte Situation zwischen Deutschland sowie den übrigen EU- und NATO-Staaten und Russland reagieren, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Bernhard Gassmann, in der Sitzung des Hauptausschusses am Freitag.

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man gute Erfahrungen mit derartigen Partnerschaften, beispielsweise zwischen deutschen und französischen Kommunen gemacht, betonte Gassmann. Gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen könne einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Friedens leisten.

Zweifel in Politik und Verwaltung

Dass der Anftrag auf Zustimmung stoßen wird, scheint jedoch äußerst unwahrscheinlich. "Solche Partnerschaften müssen mit Leben gefüllt und nichgt allein von Institutionen getragen  werden", sagte CDU-Fraktionschef Uwe Brückmann. Bei der Entfernung zwischen Deutschland und Russland sei das sowohl schwierig als auch kostspielig – zumal die bestehende Partnerschaft mit Tempelhof ebenfalls eingeschlafen sei.

Ähnlich äußerten sich die Vertreter von Grünen und SPD. Deren Fraktionschef Lothar Quanz bezeichnete den Antrag als Symbolpolitik und verwies auf die Sprachbarriere zwischen Deutschen und Russen.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann (Grüne) meldete Zweifel an dem Unterfangen an: Von der Funktionalität her sei es nicht angebracht, als Landkreis eine solche Partnerschaft aufzubauen. Zudem würde ein solcher Schritt die Frage aufwerfen, warum sich der Werra-Meißner-Kreis einen Partner in Russland suche und nicht etwa in der Ukraine.

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