Lisa macht heute die 100 Jahre voll

Lisa Ella Hofmann wurde am 19. Dezember 1916 in Leipzig geboren und lebte die meiste Zeit ihres Lebens in Lohfelden. Foto: Horn

Lisa Ella Hofmann feiert heute ihren 100. Geburtstag. Auch wenn sie nicht mehr die Schnellste ist, ist sie nicht zu bremsen

Waldhof. Lisa Ella Hofmann braucht ein wenig, bis sie am Tisch Platz nehmen kann. Zu Fuß ist sie nicht mehr ganz so schnell: "Ach, wenn ich was habe, dann Zeit, Unkraut vergeht ja schließlich nicht", erklärt sie. Am 19. Dezember feierte sie ihren 100. Geburtstag. Ihre Kinder 66, 68 und 75 Jahre alt kündigten sich im Seniorenzentrum in Waldhof an.  Mit 99 Jahren hat sie ihren Wohnsitz dorthin verlagert, ihren trockenen Humor hat sie sich bewahrt. "Feiern ist schön, aber meine Kinder halten nicht mehr so lange durch", erklärt sie.

In 100 Jahren erlebt man so einiges, "hätte ja nicht wirklich gedacht, dass ich so lang bleibe", erklärt Hofmann mit einem Lächeln.Man soll ein wenig lauter sprechen, sie hört nicht mehr so gut. Dafür ist sie fit im Kopf und hat sich in den wenigen Monaten, die sie bereits in Waldhof lebt einen Platz im Herzen des Personals erobert. Es gebe keine Aktivität, an der sie nicht teilnehmen würde. Vor allem das Singen macht ihr Spaß. "Es wäre ja schlimm, wenn ich ein Trauerkloß wäre. Und gefeiert habe ich auch schon immer gerne. "

Die Lieder, die man in ihrem neuen zu Hause singt, kennt sie alle, ein Blatt mit dem Text braucht sie nicht. Ich war früher im Tanz- sowie Gesangsverein und über 30 Jahre beim VdK.  Sie hat die schönen Dinge des Lebens zu schätzen gelernt, ihr erstes Kind bekam sie während des zweiten Weltkrieges, geboren wurde sie 1916 in Leipzig und verbrachte vier Monate in Berlin in einem Gefangenenlager. Später sei sie "schwarz über die Grenze" gekommen. Sie konnte zwar ab und zu Leipzig mit den Kindern besuchen, doch ihren Bruder, der bei der Volkspolizei arbeitete durfte sie nicht sehen. Erst die Wiedervereinigung führte die Beiden zusammen. "Das war mein persönlicher Moment der Wiedervereinigung", erklärt sie.

Zweimal war Sie verheiratet, mit ihrem ersten Mann hatte Sie zwei Kinder, mit dem zweiten eins. Die meiste Zeit hat sie in Lohfelden gelebt, gearbeitet hat sie in einer Buchbinderei und bei AEG. Nur als Sie die Kinder erzogen hat, blieb sie zu Hause: "Das habe ich aber gern gemacht, sind meine Kinder doch mein größtes Glück."Eine besonders enge Verbundenheit hat sie zur Tochter, bei der Sie die vergangenen dreißig Jahre in Lohfelden lebte, sie ist öfter bei ihr und wenn nicht, dann gibt es ja noch die anderen Bewohner. Ob die beim Feiern aber länger durchhalten als ihre Kinder – "die gehen schon um elf ins Bett" – wird sie noch herausfinden müssen.Tanzen wird sie zukünftig zwar nicht mehr, aber das eine oder andere Liedchen geht bei ihr immer: "Schauen wir mal, wie es beim 101. Geburtstag wird."

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