Mehrheit der Stadtverordneten stimmt für neues Wohngebiet in Eschwege

Zwischen Höhenweg und Langenhainer Straße können bald Bauwillige ihr Eigenheim errichten.
+
Zwischen Höhenweg und Langenhainer Straße können bald Bauwillige ihr Eigenheim errichten.

Zwischen Langenhainer Weg und Höhenweg wird in Eschwege ein neues Wohngebiet entstehen, die Mehrheit der Stadtverordneten stimmte dafür.

Eschwege. Mit der Mehrheit der Koalition von CDU, FDP und FWG (19 zu 15 Stimmen) verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung die Änderung des Flächennutzungsplans zwischen Langenhainer Weg und Höhenweg. Damit hat das neue Wohngebiet die letzte Hürde genommen. Die Mehrheit hält den „intelligenten Lückenschluss zur Begradigung der Stadtgrenze für städtebaulich sehr klug“, wie es der Fraktionsführer der CDU, Stefan Schneider ausdrückte. Bedenken wegen einer möglichen Belastung durch Chemieabfälle, sieht die Koalition durch das Gutachten, dass im ganzen Gebiet keine Belastungen gefunden hat, für ausgeräumt.

Kein Kaltes Nahwärmenetz

Die Tatsache, dass aufgrund der Struktur des Untergrundes und des langen bergbaurechtlichen Genehmigungsverfahrens das zunächst für das Baugebiet geplante Kalte Nachwärmenetz nicht verwirklicht werden kann, bedauerte die Mehrheit. Die SPD-Opposition hatte, trotz des negativen Gutachtens weiterhin Bedenken wegen der möglichen Belastung der Grundstücke und hält grundsätzlich die Anlage eines Neubaugebietes für einen Fehler.

SPD und Linke gegen Neubaugebiet „auf der grünen Wiese"

„Wir sehen das Neubaugebiet in der Innenstadt und nicht auf der Grünen Wiese. Durch die Erschließung nehmen wird dort den Druck raus zu sanieren“, erläuterte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Alexander Feiertag. Außerdem sieht die SPD-Fraktion dass, durch den Wegfall des Kalten Nahwärmenetzes das innovative Element und Alleinstellungsmerkmal des Wohngebietes weggefallen sein. Als weiteres Argument führte Feiertag an, dass die Erschließungskosten so hoch seinen, dass sich ein nicht konkurrenzfähiger Quadratmeterpreis von über 100 Euro ergeben würde. Bernhard Gassmann (Linke) ging sogar noch weiter, er prognostizierte einen Preis 120 Euro und sprach von einem Baugebiet für die „Superreichen“.

Koalition für Neubaugebiet als Lückenschluss

Für die Koalition argumentierte Stefan Schneider: „Eschwege muss attraktiv bleiben und wenn wir keine Baugrundstücke für Menschen bieten können, die bauen wollen, dann wandern sie ab, das haben wir aus unserer jüngeren Geschichte gelernt. Man kann niemand dazu zwingen, ein altes Haus zu sanieren, wenn er lieber neu bauen will.“ Die Koalition will sowohl das Neubaugebiet entwickeln als auch die Kernstadt, als „Daueraufgabe“ wie es Schneider ausdrückte, auch weiter vordringlich entwickeln. „Es gibt keine Chance, aus der die SPD kein Problem machen würde“, schloss er seinen Redebeitrag.

Knut John argumentierte, ein Neubaugebiet in der Kernstadt sei auch überflüssig, weil es in den Stadtteilen noch genügend freie Bauplätze gebe. So seinen es in Niederhone derzeit noch 20 bis 25 Baugrundstücke, die zur Bebauung bereit stünden. Jochen Grüning (FWG) berichtete, er höre aus der Bevölkerung den Wunsch nach einem innerstädtischen Baugebiet und „man könne ja das eine tun und das andere nicht lassen.“

SüdLink Resolution einstimmig beschlossen

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten eine Resolution, die sich gegen den verlauf der Südlink-Trasse durch den Werra-Meißner-Kreis ausspricht. Gerade vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs wird die Sinnhaftigkeit der Südlink-Trasse grundsätzlich in Frage gestellt. Selbst wenn man zu dem Schluss käme, dass die Trasse auch in der heutigen Situation gebraucht würde, sind die Stadtverordneten davon überzeugt, dass die Leitungsführung durch den Kreis keinesfalls die „umweltverträglichste und wirtschaftlichste Variante sein kann.“ 80 Prozent des Landkreises sind FFH-Gebiete, Natura 2000-Gebiete oder Wasserschutzgebiete. Die Resolution wird an die Bundesregierung, die hessische Landesregierung, an die Bundes- und Landtagsabgeordneten den Regierungspräsidenten, den Landrat, die örtlichen Abgeordneten, Tennet und die Bundesnetzagentur geschickt.

Zustimmung für Dialysezentrum

Einstimmig beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Änderung des Bebauungsplans für das neue Dialysezentrum am Krankenhaus. Im Bezug auf die Ausgleichsmaßnahme in Niederhone konnte Bürgermeister Alexander Heppe berichten, dass die Teiche seit kurzem durch eine solarbetriebene Pumpe mit Wasser versorgt werden, so dass das Problem der Austrocknung behoben sei. Ob man die Planer oder die Ausführeden der Baumaßnahme wegen einer fehlerhaften Ausführung haftbar machen kann, scheint nach Ansicht des Bürgermeisters zweifelhaft, weil die Teiche durch die Obere Naturschutzbehörde abgenommen wurden.

Zum Antrag der SPD-Fraktion die Neuansiedlung und Verlagerung von Bundes- und Landesbehörden anzuregen forderte Alexander Feiertag: „Wir brauchen qualifizierte Arbeitsplätze" und Knut John (SPD) bezweifelte, dass die Landesregierung solche Pläne für Nordhessen habe. Stefan Schneider regte an alle Ebenen zu nutzen, auch die informellen Ebenen innerhalb der einzelnen Parteien, um die Landesregierung zu Behördenansiedlungen im ländlichen Raum anzuregen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Baden im Meinhardsee ist nicht mehr möglich

Christoph Bergner, Betreiber des Camping Parks am Meinhardsee, hat den dortigen Badebetrieb abgemeldet. Gründe sind unter anderem rückläufige Besucherzahlen und der …
Baden im Meinhardsee ist nicht mehr möglich

70 Jahre Wanfrieder Abkommen: Gedenkstunde auf dem Kalkhof

Am 17. September 1945 wurde auf dem Kalkhof das Wanfrieder Abkommen unterzeichnet. Exakt 70 Jahre später fand dort eine Gedenkveranstaltung statt.
70 Jahre Wanfrieder Abkommen: Gedenkstunde auf dem Kalkhof

Rettungsschwimmerin in Eschwege dringend gesucht

Bitte melden: Frauen mit Rettungsschwimmerschein gesucht, die Schwimmangebot in Eschwege beaufsichtigen wollen.
Rettungsschwimmerin in Eschwege dringend gesucht

Musik verbindet: Geplantes Projekt soll Bürger in Kontakt bringen

Ein Hobby, einen Leidenschaft und noch viel mehr: Die Musik. In Kirchhosbach steht jetzt ein neues Projekt in den Startlöchern, welches sich an alle Generationen richtet …
Musik verbindet: Geplantes Projekt soll Bürger in Kontakt bringen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.