Meinhard beschließt neue Kindergartengebühren

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Einkommensabhängige Kindergartengebühren gehören in Meinhard ab 1. August der Vergangenheit an. Künftig gibt es Festpreise für drei Betreuungszeiten.

Meinhard. Die Hängepartie um die Kindergartengebühren in der Gemeinde Meinhard ist beendet. In ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen die Gemeindevertreter die neue Gebührensatzung einstimmig. Nun haben die Eltern bis zum 12. Juni Zeit, um ihr Kind verbindlich in einem der drei Kindergärten der Gemeinde anzumelden oder die Anmeldung zu widerrufen.

Ab dem kommenden Kindergartenjahr ersetzen drei Module mit unterschiedlichen Betreuungszeiten die alte Halbtags- und Ganztagsbetreuung. Zudem gehört die soziale Staffelung ab 1. August der Vergangenheit an. Bislang reichten die Gebühren für die Ganztagsbetreuung von 102,70 bis 242,45 Euro und für die Halbtagsbetreuung von 76,70 bis 216,45 Euro - je nach Bruttofamilieneinkommen in 25 Stufen unterteilt. Die neue Satzung sieht - je nach Alter der Kinder - Festpreise für die einzelnen Module vor. Damit reagieren die Gemeindevertreter auf den Wunsch der Eltern, die sich in zwei Befragungen deutlich gegen die soziale Staffelung der Gebühren ausgesprochen hatten.

"Wir sind froh, dass wir uns vor einem halben Jahr gegen die drastische Erhöhung entschieden und die berechtigten Bedenken der Eltern ernst genommen haben", sagte Jutta Beck (SPD). Sie zeigte sich überzeugt, dass alle betroffenen Gruppen die neue Satzung mittragen können.

Bürgermeister Gerhold Brill hob zudem hervor, dass der Bustransfer für die Kindergartenkinder ab 1. August auf sämtliche Gemeinden ausgeweitet wird. Außerdem greifen die Rabatte für Geschwisterkinder künftig auch bei Krippenkindern - bislang war dies lediglich bei Kindergartenkindern der Fall.

Wie sich die veränderten Gebühren auf den Haushalt auswirken, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Brill. Bislang ließ sich die Gemeinde die Kinderbetreuung jährlich rund 650.000 Euro kosten. Die Gebühren brachten etwa 165.000 Euro ein - eine Kostendeckung von 14 Prozent. Zuletzt hatte die Verwaltung einen Vorschlag vorgelegt, der pro Jahr rund 100.000 Euro zusätzlich in die Kasse der Gemeinde spülen sollte. Die zugrundegelegten Gebühren lagen allerdings ein gutes Stück über den jetzt beschlossenen und fanden seinerzeit keine Mehrheit in der Gemeindevertretung (wir berichteten).

EXTRA-INFO: Die neue Gebührensatzung

Modul 1 umfasst eine Betreuungszeit von 7 bis 12.30 Uhr, Modul 2 von 7 bis 15 Uhr und Modul 3 von 7 bis 17 Uhr.

Für Kinder unter 3 Jahren werden 180 Euro im Monat für Modul 1, 200 Euro für Modul 2 und 220 Euro für Modul 3 fällig.

Für Kinder ab 3 Jahren kostet die Betreuung in Modul 1 140 Euro, in Modul 2 160 Euro und in Modul 3 180 Euro.

Im letzten Kindergartenjahr erhebt die Gemeinde für Modul 2 30 Euro und für Modul 3 50 Euro. Im Modul 1 fallen keine Kosten an.

Besuchen mehrere Kinder einer Familie einen Kindergarten in der Gemeinde, wird für das zweite Kind lediglich die Hälfte der Gebühren fällig. Das dritte Kind kann die Einrichtung kostenlos besuchen.

Den Artikel zu den Diskussionen um die Kindergartengebühren aus dem April lesen Sie hier: Meinhard diskutiert über Kiga-Gebühren

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