Mieter empört: Metallpfosten nehmen Parkmöglichkeiten weg

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Bewohner eines Mietshauses in Witzenhausen sind empört: ,Unsinnige' Metallpfosten nehmen ihnen Parkmöglichkeiten weg

Witzenhausen. Die Bewohner des Mietshauses der Walburger Straße 42, neben der Katholischen Kirche gelegen, trauten kürzlich ihren Augen nicht: Die Auffahrt zu dem 2. höher gelegenen Gebäude 42c war plötzlich mit Metallpfeilern künstlich verengt worden."Wir kommen mit unserem Auto jetzt kaum noch raus", beschwert sich Brigitte Gruber, die mit ihrem Mann seit 38 Jahren hier wohnt. Einem Wagen, der direkt vor dem Haus steht, war durch die neuen Pfeiler die Ausfahrt  anfangs sogar völlig verwehrt worden.

Elf Parkplätze für 36 Wohnungen

Im Übrigen sei die Situation schon lange unbefriedigend. Für 36 Wohnungen stünden nur elf ausgewiesene Parkplätze zur Verfügung. Die Auffahrt sei ihrer Meinung nach breit genug gewesen, um auch dort zu parken – was auch einige Mieter taten. Damit ist jedoch ab sofort Schluss. Die Metallpfeiler verhindern nun das ,wilde Parken’."Diese Maßnahme ist völliger Unsinn", ereifert sich Brigitte Gruber. "Ich empfinde das als Willkür. Wir wurden als Mieter nicht informiert, das ist ganz schlechter Stil. Ich bin schwer krank und bewegungseingeschränkt und muss mit dem Wagen möglichst bis vor das Haus fahren. Wegen der Pfeiler kann ich nicht wenden und muss rückwärts die Auffahrt hinunter fahren", so die 69-Jährige Rentnerin.

Nicht nur sie, sondern auch andere Mieter sind empört über das Vorgehen des Hauseigentümers. Die Gesellschaft HR Immobilien Melsungen hat die Gebäude vor fünf Jahren gekauft."Unser Problem ist seit Jahren, dass die Müllabfuhr bis oben hin fahren muss", äußert sich Sven Hoppe von der Immobiliengesellschaft. "Wenn die Autos außerhalb der Parkflächen an der rechten Seite der Auffahrt parken, passt der Lkw nicht hindurch. Deswegen sind die Abfallbehälter oftmals gar nicht geleert worden."Dieses Problem sei den Mietern schon oft dargelegt worden, so Hoppe weiter. Es habe sich jedoch nichts am Parkverhalten geändert. Insofern sehe er die Maßnahme, die Auffahrt durch Pfeiler frei zu halten, als gerechtfertigt an.

Mieter wurden nicht mit einbezogen

Brigitte Gruber hingegen ist überzeugt, dass es andere Lösungen gebe, beispielsweise die Mieter anzuweisen, die Mülltonnen bis an die Walburger Straße zu bringen oder dort eine Box für Mülltonnen aufzustellen.

"Für eine Box benötigt man eine Baugenehmigung – und diese wäre sehr teuer ", hält Hoppe dagegen. "Da müsste auch jeder Mieter einen Schlüssel haben." Er möchte grundsätzlich vermeiden, dass die Mülltonnen im öffentlichen Raum direkt an der Straße stehen.Über die drei Metallpfeiler, die der Hausmeister zusätzlich direkt vor dem Eingangsbereich des Hauses aufgestellt habe, könne man jedoch reden, lenkt Hoppe ein. Er ziehe auch in Erwägung, den Parkplatz, auf dem das ,eingekesselte’ Auto stand und der mit einem Kreuz markiert sei, in Zukunft als weiteren Stellplatz frei zu geben.

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